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VW will Abo-Modell ausweiten – dieses Detail dürfte viele Fahrer gewaltig stören

VW will das Abo-Geschäft vergrößern.
VW will das Abo-Geschäft vergrößern.
Foto: IMAGO / Pixsell

Eine gute Nachricht für alle, für die ein Autokauf nicht in Frage kommt: VW will vermehrt Autos per Abo auf die Straße bringen.

Das hat VW vor wenigen Tagen bekanntgegeben. Doch jetzt kommt ein Detail raus, das viele Fahrer ärgern dürfte.

VW: So will der Konzern die Abo-Strategie aufbauen

Die Finanzsparte des VW-Konzerns will neue Abo-Modelle für Autos Schritt für Schritt zu einer wichtigen Säule neben klassischem Leasing und Kreditfinanzierung ausbauen.

Der zunehmende Trend zu kurzzeitigem Nutzen anstelle des Besitzens von Fahrzeugen biete hier Chancen, sagte der Digitalchef von Volkswagen Financial Services (VWFS), Stefan Imme, der Deutschen Presse-Agentur vor dem Beginn der Automesse IAA in München. „Man merkt schon, dass einige Kunden längerfristige Bindungen eher scheuen“, so Imme. „Sie haben stattdessen Interesse an mehr Flexibilität und wollen häufiger das Fahrzeug wechseln können.“ Dabei verkürze sich die „Haltedauer“.

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VWFS agiert in der größten europäischen Autogruppe vor allem als zusätzlicher Absatzkanal für die eigenen Wagen. Die Braunschweiger werden aber auch stark in neue Digitalprojekte eingebunden, künftig etwa bei der Abrechnung von Funktionen für das autonomen Fahren - VW-Konzernchef Herbert Diess plant integrierte Mobilitätsplattformen.

VW: "Eine Art Netflix-Modell"

Die Finanztochter bietet zudem Versicherungs-, Wartungs- oder Tank- und Ladedienste an. Letztere werden laut Imme bei der hochlaufenden E-Mobilität wichtiger - und auch dort setzten die Abo-Konzepte an.

Ähnlich wie bei geliehenen oder geleasten Autos, die man nicht gleich kaufen muss, hofft der Manager auf Kennenlern- und Gewöhnungseffekte: „Kunden können mit dem Abo Erfahrung beim elektrischen Fahren und Laden sammeln und somit vermeintliche Einstiegshürden überwinden.“

Im Autogeschäft flössen derzeit zwei Entwicklungen zusammen: „eine Art Netflix-Modell der Nutzung "on demand" und der Wunsch nach Ausprobieren, bevor man sich festlegt. Da passen Abo-Konzepte, die zeitlich zwischen Kurzzeitmiete und Leasing liegen, gut hinein.“

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Bis zum Jahresende sollen dafür bei der VW-Kernmarke 2000 bis 3000 Exemplare der E-Modelle ID.3 und ID.4 verfügbar sein. Hinzu kommen Modelle anderer Konzernmarken, auch ausgewählte Verbrenner, die über VWFS und Heycar vermittelt werden - das gilt schon seit einiger Zeit. Geplant sind ergänzende Abos bei Töchtern wie Skoda oder Seat.

Ein verwandtes Thema ist die Freischaltung einzelner Funktionen der Bord-Software wie bestimmter Fahrassistenten oder Navigationsdienste. „Der Aufbau dieser Angebote liegt in der Verantwortung der einzelnen Konzernmarken“, erklärte Imme. „Aber die Zahlungen beispielsweise wickelt auch hier die VWFS ab. Wir werden darüber hinaus mit den Marken schauen, wie wir weitere Schnittstellen bilden können.“

VW will Nutzungsdaten von Kunden auswerten

Die Rolle von Nutzungsdaten wachse dabei erheblich. Das dürfte vor allem Datenschützern wenig gefallen. Wichtig seien die Daten für das das Geschäft mit Firmenwagen-Flotten und Verbrauchern gleichermaßen: „Je vernetzter und – perspektivisch – autonomer Autos unterwegs sind, desto bedeutender wird eine präzise Steuerung des gesamten Fuhrparks. Mindestens genauso wichtig ist es, mit Hilfe der Nutzungsdaten auch private Kunden über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs zu begleiten – natürlich immer unter der Voraussetzung, dass sie der Auswertung zustimmen.“

Verbrauch, Laufleistung, Wartungsinformationen oder Fahrprofile könnten eine Basis sein, aus der sich dann „neue, individuelle Angebote und Ansätze für weitere Beratung ergeben“. (dpa/vh)