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Wolfsburg: Kleber-Phantom schlägt wieder zu! Jetzt sprechen die Opfer: „Irgendwie bist du nicht ganz klar im Kopf“

Das Kleber-Phantom aus Wolfsburg wütet jetzt auch im Kreis Helmstedt. Zwei seiner Opfer: Hannelore und Wolfgang Babitc.
Das Kleber-Phantom aus Wolfsburg wütet jetzt auch im Kreis Helmstedt. Zwei seiner Opfer: Hannelore und Wolfgang Babitc.
Foto: aktuell24

Wolfsburg. In Wolfsburg und Umgebung stauen sich immer mehr Wut und Hilflosigkeit auf. Hintergrund sind die sinnlosen Attacken des Kleber-Phantoms, das seit fast vier Jahren vor allem in Wolfsburg sein Unwesen treibt.

Mehr als 800 Kleber-Attacken in Wolfsburg gehen auf das Konto des Unbekannten. Der Polizei Wolfsburg beziffert den Schaden inzwischen auf rund zwei Millionen Euro. Gleichzeitig tappen die Ermittler bei ihrer intensiven Fahndung noch immer im Dunkeln.

Wolfsburg: Kleber-Phantom erweitert Radius

Anfänglich wütete das Kleber-Phantom nur in Wolfsburg, das aber komplett quer übers Stadtgebiet verteilt. Inzwischen wagt sich der Täter aber auch weiter hinaus, so wie am Wochenende zum Beispiel.

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In Flechtorf (Helmstedt) verschandelte der Unbekannte fünf Autos mit seinem fiesen Flüssigkleber, darunter die von Heinrich Kodert sowie von Hannelore und Wolfgang Babitc. Das Traurige daran: Beide haben ihre VW-Leasingfahrzeuge – die „Lieblingsopfer“ des Phantoms – erst Anfang Dezember bekommen.

Entsprechend wütend sind die Betroffenen jetzt. „Es tut mir leid, irgendwie bist du nicht ganz klar im Kopf“, sagt Heinrich in Richtung des Täters. „Was soll man da machen? Ich kann ihm ja nicht die Beine abhacken...“ Es sei einfach ärgerlich, sagt Heinrich. Zumal er immer so gut auf seine Autos aufpasse – keine Kratzer, keine Macken.

Der 83-jährige Leasingnehmer will den Kleber-Schaden aber gar nicht reparieren lassen. „Ich weiß ja nicht, ob der in einer Woche oder 14 Tagen wieder kommt“, so Heinrich.

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Wolfsburg: „Das ist aber komischer Schnee“

Auch Hannelore und Wolfgang sind wütend. Zunächst habe sie gedacht, dass sie Schnee am Auto habe, der dann schon von allein runterfällt, sagt Hannelore. „Dann saß ich im Auto und habe gesagt: Das ist aber komischer Schnee“, erinnert sie sich. Klar sei es nur ein Sachschaden, aber innerlich ärgere sie sich doch. „Ich weiß nicht, wer so etwas macht. Keine Ahnung, warum es solche Menschen gibt.“

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Ihr Mann Wolfgang spricht von einer Sauerei. „Dass man sich da an toten Gegenständen auslässt, das ist eine Sache.Wofür und weswegen, das ist die zweite Frage. Wozu das gut sein soll? Es muss irgendeinen Hintergrund geben. Was soll man sich ärgern, man ist ja versichert in den Sachen, aber ich weiß nicht, was sich die Leute dabei denken..."

Wolfsburg: Rätsel ums Motiv: VW-Hasser? Ex-Mitarbeiter?

Vermutungen zum Täter und dessen Motiv gibt es viele. Renate Werkelmann, die ebenfalls in der Straße wohnt, formuliert es deutlich: „Dass er vielleicht irgendwie asozial ist“. Die Ermittler der Polizei vermuten, dass es sich um einen VW-Hasser oder einen ehemaligen Volkswagen-Mitarbeiter handeln könnte. Aber klar ist das nicht.

Klar ist nur, dass das Kleber-Phantom seit vier Jahren unbehelligt in Wolfsburg und Umgebung sein Unwesen treibt – und die VW-Fahrer wohl weiterhin mit einem mulmigen Gefühl leben müssen. Warum es so schwer ist, dem Täter auf die Schliche zu kommen, kannst du HIER nachlesen! (ck)