Wolfsburg 

Wolfsburg: 47 Corona-Tote im Pflegeheim – jetzt kommt raus, wie es zu der Katastrophe kommen konnte

Das Hanns-Lilje-Pflegeheim musste im März 2020 einen erbitterten Kampf gegen das Coronavirus führen. 47 Menschen starben. Jetzt ist offenbar klar, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. (Archivbild)
Das Hanns-Lilje-Pflegeheim musste im März 2020 einen erbitterten Kampf gegen das Coronavirus führen. 47 Menschen starben. Jetzt ist offenbar klar, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. (Archivbild)
Foto: dpa/Ole Spata

Wolfsburg. Das Coronavirus hat das Hanns-Lilje-Pflegeheim in Wolfsburg im März 2020 auf brutalste Weise getroffen und erschüttert. Die Geschehnisse aus dem Pflegeheim sorgten deutschlandweit für Aufsehen, Sorge und große Anteilnahme.

Denn das Hanns-Lilje-Heim in Wolfsburg musste wochelang gegen Corona ankämpfen. Im Pflegeheim war das Virus ausgebrochen und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Zeitweise waren 111 Bewohner erkrankt, auch 43 Mitarbeiter infizierten sich. Insgesamt verloren 47 Menschen ihr Leben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Doch wie konnte es damals zu der Katastrophe kommen?

Wolfsburg: Drama im Pflegeheim bewegt ganz Deutschland

Wie ist das Coronavirus in das Hanns-Lilje-Pflegeheim in Wolfsburg gekommen? Wie konnte es sich so rasend schnell verbreiten? Fragen, die nicht nur die Heimleitung, sondern auch die Stadt seinerzeit quälten.

Im März wurde das Virus erstmals in der Einrichtung entdeckt. Von da an nahm alles seinen grausamen Lauf. Eine NDR-Dokumentation hat im Oktober die Ereignisse rekonstruiert und gezeigt, auf wie vielen Ebenen das eine absolute Katastrophe war. Die NDR-Doku erzählt von einem harten Kampf, menschlichen Tragödien und sucht nach Lehren, die sich aus den Erfahrungen in Wolfsburg ziehen lassen. Mehr dazu liest du hier >>>.

+++Die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen+++

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Die Geschehnisse im Hanns-Lilje-Heim zogen sogar derartige Kreise, dass bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige eingeging. In der Anzeige wurden angebliche Pflegemissstände im Heim angeprangert. Wie Ende Dezember allerdings rauskam, sollten die Ermittlungen eingestellt werden. Der Grund: Die Ermittler hätten keinerlei Hinweise für eine fahrlässige Tötung durch den Heimbetreiber finden können.

Das bestätigt nun auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber der „Braunschweiger Zeitung“. Die Vorwürfe gegen die Heimleitung und die Mitarbeiter seien schlichtweg haltlos. Außerdem gebe es bereits einen Verdacht, wie das Virus tatsächlich in das Pflegeheim eingeschleppt werden konnte.

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So kam Corona ins Hanns-Lilje-Heim

Demnach sei Patient null ein 91 Jahre alter Rentner gewesen, der am 13. März 2020 aus dem Krankenhaus ins Hanns-Lilje-Pflegeheim kam. Nach nur einem Tag wurde er jedoch wieder zurück ins Klinikum gebracht. Dort wiederum habe man eine Corona-Infektion bei dem 91-Jährigen festgestellt. Der kurze Aufenthalt des Mannes im Pflegeheim habe offenbar ausgereicht, um die Katastrophe anzustoßen. Und das zeigt wiederum, wie gefährlich Corona ist – und wie schnell das Virus seinen Weg findet.

Detaillierte Hintergründe zu den Ermittlungen, Kontrollen und Entwicklungen im Hanns-Lilje-Pflegeheim liest du auf www.braunschweiger-zeitung.de. (abr mit dpa)