Wolfsburg 

Klier Wolfsburg: Zweite Chance für Friseur-Kette! Doch Rettungsplan trifft Tausende Mitarbeiter hart

Die Friseurkette Klier kann gerettet werden, viele Mitarbeiter müssen aber ihre Jobs aufgeben.
Die Friseurkette Klier kann gerettet werden, viele Mitarbeiter müssen aber ihre Jobs aufgeben.
Foto: dpa

Deutschlands größte Friseurkette Klier aus Wolfsburg will mit weniger Mitarbeitern und einem ausgedünnten Filialnetz das Überleben in der Corona-Krise sichern.

Das bedeutet für Tausende Mitarbeiter vor allem eines: den Jobverlust. Doch für Klier aus Wolfsburg scheint es keine andere Möglichkeit zu geben, die auch die Gläubiger überzeugt.

Klier aus Wolfsburg rettet die Kette, muss aber 500 Filialen dicht machen

Es sei gelungen, insgesamt 850 Salons und Shops mit etwa 6.400 Mitarbeitern zu erhalten, sagte Geschäftsführer Michael Klier.

Zum Start des Insolvenzverfahrens im Dezember hatte der Konzern nach eigenen Angaben in Deutschland rund 1.350 Salons und Shops mit etwa 8.500 Beschäftigten. Das bedeutet, der Insolvenzplan sieht Folgendes vor: 500 Filialen in Deutschland werden geschlossen, 2.100 Mitarbeiter verlieren ihren Job. In Wolfsburg selbst bleiben alle Salons erhalten.

+++Die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen+++

Allerdings hatte ein Sprecher von Klier betont, dass nicht alle Jobverluste aus betriebsbedingten Kündigungen resultieren. Viele Mitarbeiter hätten aufgrund der Insolvenz selbst gekündigt, um sich neue Jobs suchen zu können. Die Gläubigerversammlung habe dem Insolvenzplan mit großer Mehrheit zugestimmt, teilte das Unternehmen mit.

Corona-Pandemie hatte Kette in Insolvenz gedrückt

Der Umsatzeinbruch in der Pandemie hatte das Unternehmen Ende 2020 in die Insolvenz gedrückt.

In den vergangenen Monaten seien alle Strukturen, Prozesse und Standorte überprüft worden, teilte Klier mit. Ein Ergebnis dieser Prüfung: „Dauerhaft unprofitable Filialen mussten geschlossen werden.“ Angesichts des spürbaren Besucherrückgangs seien hohe Mieten in teuren Innenstadtlagen schon lange nicht mehr gerechtfertigt gewesen. Mit einem Großteil der Vermieter gab es laut Klier Lösungen, durch die weitere Schließungen verhindert wurden.

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Klier hat große Bedeutung im Friseurhandwerk

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hatte zu Beginn des Insolvenzverfahrens die Bedeutung der Kette als das mit Abstand größte Einzelunternehmen in einer sonst eher kleinteilig strukturierten Branche betont. „Das ist ein Schwergewicht in diesem Marktsegment“, hatte der Hauptgeschäftsführer Jörg Müller gesagt.

Jetzt gibt es den Hoffnungsschimmer. „Die Klier Hair Group ist jetzt robust aufgestellt und hat eine überzeugende Zukunftsstrategie“, sagte Rechtsanwalt Detlef Specovius, der das Sanierungsverfahren begleitete. (fb/dpa)