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VW: Betriebsrats-Chefin Cavallo alarmiert wegen Mega-Sparkurs – „Keine Bereitschaft“

VW: Die Erfolgsgeschichte des Autobauers

Wolfsburg. 

Die zwei großen C’s fordern viel Opferbereitschaft der Mitarbeiter von VW: Durch Corona und die weltweite Chipkrise konnten zahlreiche Schichten nicht wahrgenommen werden. Besonders hart traf es das VW-Werk in Wolfsburg.

Doch Betriebsrats-Chefin Daniela Cavallo zweifelt an der Beständigkeit des Sparplans von VW und fordert, vereinbarte Ziele im Fokus zu halten.

VW schwächelt weiterhin unter Chipkrise

Klare Worte vom Betriebsrat des Konzerns! Trotz der schwierigen Situation auf dem Automarkt dürfen keine weiteren Sparrunden die Lösung sein. „Von unserer Seite bestünde derzeit keine Bereitschaft über die bestehenden Programme zur Kostensenkung hinaus“, äußerte sich die Vorsitzende Daniela Cavallo gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

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Das VW-Werk in Wolfsburg:

  • Fläche: 6.500.000 Quadratmeter
  • Produktion: rund 1,2 Millionen Fahrzeuge (2020)
  • Modelle: Volkswagen Golf, Golf Variant, e-Golf, Golf GTE, Golf GTI, Golf R, Tiguan, Touran, SEAT Tarraco
  • Komponenten: Fahrwerk
  • Beschäftigte: rund 60.500 (Dezember 2020)

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Im Herbst war eine erneute heftige Debatte über Spar-Überlegungen von Konzernchef Herbert Diess entbrannt. Die Wogen haben sich mittlerweile geglättet – der Produktions-Stau wegen der Halbleiter-Engpässe belastet VW jedoch weiterhin, in Wolfsburg soll deshalb bald der Großteil der Nachtschichten gestrichen werden. (Alle Einzelheiten hier)

„Wir haben unsere Pläne, wir besprechen unser Vorgehen gemeinsam“, so die Betriebsratschefin. „Daran werden wir weiter arbeiten. Das Bestehende reicht aus, jetzt entscheidet die konsequente Umsetzung.“ Dass Effizienz und Produktivität nur im Rahmen vorhandener Absprachen verbessert werden sollen, sehe auch Finanzchef Arno Antlitz so.

Eine Beschäftigungsgarantie gilt im Kern bis 2029. Verglichen mit etlichen Konkurrenten hatte die VW-Hauptmarke viele Jahre eine mäßige Rendite.

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VW: „Belegschaft muss Verständnis haben“

Im Aufsichtsrat wurde verhandelt, dass die festen Kosten bis 2023 um fünf Prozent sinken. Personalvorstand Gunnar Kilian sagte, auch dieses Ziel werde weiter verfolgt – dafür müsse die Belegschaft Verständnis haben.

Betriebsräte hatten von der Konzernleitung gefordert, insbesondere die Zukunft des Heimatsitzes im Wettkampf mit dem US-Rivalen Tesla strategisch abzusichern. Und dies scheint zu passieren! Denn ab 2023 wird die Vollproduktion des E-Autos ID.3 nach Wolfsburg verlagert.

2026 folgt dann das künftig zentrale Modell Trinity in einer angegliederten Fabrik. In das neue Entwicklungszentrum „Campus Sandkamp“ investiert Volkswagen rund 800 Millionen Euro.

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Allerdings hinge Wolfsburg auf dem Weg zur E-Mobilität immer noch deutlich hinter den Werken in Zwickau, Emden und Hannover her. Das Stammwerk von VW glänze dafür aber mit seiner breiten Aufstellung von Benzinern, Dieseln und Hybriden. (dpa/red)

Bittere Auswirkungen hat nun auch der Ukraine-Krieg auf VW! Welche Konsequenzen der Autobauer jetzt schon ziehen musste, liest du hier.