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VW: Geister-Fahrzeuge auf dem Werksgelände unterwegs – das steckt dahinter

VW lässt Drohne fliegen: Hier entsteht das Trinity-Werk

Drohnenaufnahme des Baugebietes für die geplante Trinity-Fabrik

Wolfsburg. 

Über das Werksgelände von VW fahren schon bald Geister-Fahrzeuge – und das könnte ein dickes Ding für Volkswagen werden.

In den kommenden Wochen testet VW etwas, was es im Konzern so noch nie gegeben hat. Ein bisschen unheimlich ist es allemal. Aber es könnte ein großes Problem einer gesamten Branche lösen.

VW in Wolfsburg: Ist DAS die Revolution?

Das „Handelsblatt“ spricht sogar von einer „Revolution“, die sich da bei VW anbahnt. In den kommenden zehn Wochen fahren bei VW in Wolfsburg Geister-Fahrzeuge übers Werksgelände. Sie werden komplett ferngesteuert.

Zwei Lkw-Fahrer haben zusammen mit dem Münchner Start-up Fernride lange für den Ritt übers Werksgelände geübt. Jetzt wollen sie es wagen: Mit so genannten Tele-Operatoren soll ihr Truck fertige VW-Teile und leere Behälter von A nach B bringen.

„Ziel ist es, zu prüfen, ob ein Tele-Operator die Aufgabe genauso gut erfüllen kann wie ein Fahrer, der physisch im Fahrzeug sitzt“, sagte eine Konzernsprecherin.

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Mit an Bord ist zwar auch ein Sicherheitsfahrer – für den Fall der Fälle. Aber der echte „Fahrer“ sitzt ganz woanders, im Leitstand. Weit weg vom VW-Werk.

Er sieht ein 180 Grad-Panorama vor sich. Der Truck hat acht Kameras, der Fahrer sieht auch die Vogelperspektive, außerdem gibt es Spiegelkameras – wegen des toten Winkels.

Ein Bild wird in 60 Millisekunden übertragen. Wenn du blinzelst, dauert das gut fünf Mal so lange. Kein Scherz.

VW hat hohe Ansprüche – Fernride will’s wissen

Volkswagen legt die Messlatte in Sachen Sicherheit und Datenschutz hoch. Das weiß auch Fernride: „Wenn wir die Ansprüche von VW erfüllen, werden wir auch mit jedem anderen Kunden kompatibel sein“, hieß es aus München.

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Für die Logistikbranche könnte das Pilotprojekt bei VW in Wolfsburg wegweisend sein, weil im Erfolgsfall Arbeitszeiten von Lkw-Fahrern viel effizienter genutzt werden könnten.

Allein in Deutschland fehlen Zehntausende Lkw-Fahrer – Tendenz steigend. Ein Branchensprecher hatte zuletzt sogar vor einem drohenden „Versorgungskollaps“ gewarnt. Andererseits blickt die Branche logischerweise kritisch auf autonom fahrende Lkw, wie du beim „Handelsblatt“ liest. (ck)

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