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VW ID.3 zu kalt? Dieser Eis-Test dürfte Volkswagen wurmen

Ein Elektroauto wie den VW ID.3 bei Minusgraden im Winter auf angenehme Innenraumtemperatur zu bringen kostet wertvolle Energie und schmälert die Reichweite.

© Volkswagen AG

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Heizen kostet Energie – auch in Elektroautos wie etwa dem VW ID.3.

Wie viel das ist, wie lange es dauert, bis der Innenraum warm ist, und wie schnell er wieder auskühlt, hat jetzt ein Test herausgefunden. Der ADAC hat mehrere E-Modelle bei eisigen minus zehn Grad in die Kältekammer geschickt.

VW mittendrin im ADAC-Test

Hintergrund des Tests: Im klassischen Alltagsbetrieb wird es im Inneren der E-Autos auch schon bei kurzen Stopps – Bäcker, Supermarkt & Co. – oft ordentlich kühl. Was wiederum schlecht für die Energie-Effizienz ist. Der ADAC hat stichprobenmäßig zehn Modelle getestet, darunter auch den VW ID.3 und den VW E-Up. Aber auch ganz bewusst Modelle wie der Tesla Model Y, wegen des großen Innenraums.

Das Ergebnis: Beeindruckend schnell blasen fast alle getesteten Elektroautos schon nach wenigen Minuten heiße Luft aus den Luftauslass-Düsen. Die Ziel-Temperatur von 20 Grad erreicht der BMW iX bereits nach 12 Minuten, alle anderen brauchen wesentlich länger – beziehungsweise erreichen sie auch nach einer halben Stunde noch nicht.

Fahren, ohne zu frieren: Wie gut heizen Elektroautos?
E-Autos Hybride im Winter / Klimakammer Fahren, ohne zu frieren: Wie gut heizen Elektroautos? Foto: ADAC

Auch bei der Wärme-Isolation gibt es Unterschiede: Bei manchen Fahrzeugen sinkt die Temperatur wesentlich langsamer ab als in anderen Fahrzeugen. Das ist wichtig bei kurzen Stopps, weil weniger Energie zum erneuten Aufheizen benötigt und damit auch die Reichweite stärker geschont wird.

Die ADAC-Ingenieure simulierten die Witterungsbedingungen einer kalten Winternacht und stellten die Fahrzeuge rund 16 Stunden bei minus 10 Grad Celsius in die Kältekammer. Danach wurde der Innenraum auf 20 Grad geheizt: VW ID.3 und Hyundai Kona Elektro benötigten dafür mehr als 20 Minuten, die restlichen Fiat 500e, Renault Zoe, Tesla Model Y und VW E-up sogar mehr als 30 Minuten.

Besonders auffällig: Einige Fahrzeuge schafften es nicht, den Fond auch nach 30 Minuten Dauerheizens warm zu bekommen. Die Hersteller sparen teilweise an den Luftdüsen oder verfolgen unzureichende Heizstrategien. Gezeigt hat sich außerdem, dass alle untersuchten Autos ca. 1,5 bis 2 kW Leistung benötigen, um bei frostigen minus 10 Grad Außentemperatur im Innenraum dauerhaft 20 Grad zu halten. Wer also im Extremfall 10 Stunden im Stau aushalten müsste, würde 15 bis 20 kWh Energie aus der Batterie verbrauchen, um es dauerhaft warm zu haben. Das schaffen die meisten aktuellen Elektroautos problemlos – vorausgesetzt, der Akku ist zu Staubeginn halbwegs geladen.


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Wegen des Wärme-Überschusses durch die Abwärme des Motors bei Verbrenner-Fahrzeugen war die Wärme-Isolierung bisher keine relevante Anforderung beim Fahrzeugbau. Elektroautos jedoch müssen für die Heizung auf die Energie aus der Antriebsbatterie zurückgreifen, die dann nicht mehr zum Fahren bereitsteht. Das geht auf Kosten eines erhöhten Verbrauchs und damit einer niedrigeren Reichweite. Deshalb ist es wichtig, dass E-Autos die einmal erreichte Wärme bei einem kurzen Stopp des Fahrzeugs nur langsam verlieren.

VW ID.3 noch mit am besten

In der ADAC-Untersuchung lösen das der BMW und der VW ID.3 am besten – mit immerhin noch 16 beziehungsweise 15 Grad Innenraumtemperatur nach 5 Minuten Motor-Stillstand sowie 10 beziehungsweise 9 Grad nach einer halben Stunde Pause. Die anderen Autos kühlen schneller und weiter ab.

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Aber auch der Fahrer kann den Energiebedarf steuern: Neben der Luftheizung wärmen auch Sitz- und Lenkradheizung, die mit weniger Verbrauch arbeiten. Manche Fahrzeuge bieten einen „Driver only“-Modus, bei dem gezielt der Fahrerbereich beheizt wird. Auch der Eco-Modus spart bei der Heizleistung, aber eben auch beim Verbrauch.

Tipps für E-Fahrer:

  • Neben der Luftheizung auch Sitz- und Lenkradheizung nutzen, um Energie zu sparen.
  • Türen und Fenster immer so kurz wie möglich öffnen.
  • Wo es geht, das Elektroauto in einer Garage abstellen, um den Wärmeverlust an die kalte Umgebung zu reduzieren.
  • Das Auto vorwärmen, während es noch an der Wallbox angeschlossen ist. Das verringert zwar nicht den grundsätzlichen Energiebedarf, erhöht aber die Reichweite.
  • Einstellmöglichkeiten der Heizung nutzen, um gezielt nur den Fahrersitz oder bewusst auch die Rückbank für mitfahrende Kinder zu beheizen.

Übrigens: Jedes E-Auto hat serienmäßig eine Standheizung und kann vorgeheizt werden, gesteuert beispielsweise über eine App. Ist das Fahrzeug zum Laden angeschlossen, wird der Strom fürs Vorheizen zudem aus dem Stromnetz anstelle der Batterie entnommen und kostet so keine Reichweite. (ck mit dpa)