Braunschweig 

Braunschweig: Historisches Dokument erinnert an makabere Dienstleistung – kaum zu glauben, was hier einst möglich war

Dieses historische Dokument erinnert an eine makabere Dienstleistung, die noch vor einigen Jahrzehnten in Braunschweig möglich war. (Symbolbild/Montage)
Dieses historische Dokument erinnert an eine makabere Dienstleistung, die noch vor einigen Jahrzehnten in Braunschweig möglich war. (Symbolbild/Montage)
Foto: imago images/Susanne Hübner/privat

Braunschweig. Es gibt Dinge, die kann man sich heute kaum mehr vorstellen – und doch waren sie einst gang und gäbe. Es sind Aufzeichnungen oder historische Dokumente, die uns daran erinnern, was einst möglich war. Und die lassen uns oftmals auch verwundert oder sprachlos zurück.

Ein solches historisches Dokument ist nun in einer Facebook-Gruppe aufgetaucht – und hat gleichermaßen für Erstaunen und Entsetzen gesorgt. Denn die fotografierten Buchseiten erinnern an eine Dienstleistung, die vor mehreren Jahrzehnten in Braunschweig noch möglich war. Und die man sich heutzutage – zumindest in Deutschland – nur noch schwer vorstellen kann.

Braunschweig: Diese Dienstleistung war jahrelang möglich

Es ist Jahrzehnte her, da gab es an der Hamburger Straße in Braunschweig einen städtischen Schlacht- und Viehhof. Wer das Stadtarchiv Braunschweig durchforstet, wird zu diesem Thema auch noch fündig. Eröffnet wurde der Betrieb bereits im Jahre 1877. Seinerzeit wurde zur Verwaltung des Schlachthauses extra eine Deputation eingerichtet. Die wiederum war dem Stadtmagistrat unterstellt.

Für den Schlacht- und Viehhof gab es auch ein Verkehrsbuch, in dem unter anderem die Gebührenordnung vom 3. Februar 1928 aufgeführt war. Und wer einen genaueren Blick auf die Schlachthofgebühren wirft, der wird sicherlich bei dem ein oder anderen Aspekt stutzen, vor allem aber bei dem zuletzt aufgeführten Tier, das offenbar auf dem Hof geschlachtet werden konnte.

Hunde schlachten? Auf diesem Hof war es möglich

Aufgelistet sind beispielsweise die Schlachtgebühren für Ochsen, Rinder, Schweine, Schafe... und Hunde. Ein Tier, das man heutzutage sicherlich nicht mehr in solchen Gebührenordnungen finden würde. Denn das Schlachten von Hunden ist in Deutschland verboten. Allerdings erst seit 1986. Geregelt ist das in der Tierischen Lebensmittel-Hygieneverordnung.

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In Paragraph §22 heißt es:

  • (1) Es ist verboten, 1. Fleisch von als Haustiere gehaltenen Huftieren, Geflügel, Hasentieren oder Zuchtlaufvögeln, die nicht durch Schlachten getötet worden sind, 2. Fleisch von Groß- oder Kleinwild, das nicht durch Erlegen getötet worden ist, in den Verkehr zu bringen.
  • (1a) Es ist verboten, Fleisch von unden (Canidae), Katzen (Felidae) sowie von Affen zum Zwecke des menschlichen Verzehrs zu gewinnen oder in den Verkehr zu bringen.

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Doch vor 1986 galt das eben noch nicht. Und so kommt es, dass auch Hunde in der Gebührenordnung für den Schlacht- und Viehhof in Braunschweig aufgeführt waren. Die Angaben sind übrigens noch in Reichsmark (RM). Demnach betrugen die Schlachthofgebühren damals für einen Hund 1.70 RM. Tatsächlich soll Hundefleisch seinerzeit für so manch einen eine Delikatesse gewesen sein. Heute ist das zumindest für uns in Deutschland kaum mehr vorstellbar.

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Andere Länder, andere Sitten – hier gilt Hund als Delikatesse

In anderen Ländern sieht das hingegen noch anders aus. Vor allem im asiatischen Raum stehen in vielen Restaurants noch Hunde auf der Speisekarte, berichtet „Stern“. In der chinesischen Stadt Yulin findet außerdem seit 2009 jährlich das „Yulin Dog Meat Festival“ statt. Vom 21. bis zum 30. Juni werden dort Tausende Hunde geschlachtet. Auch in diesem Jahr fand es wieder statt, berichtet die „Welt“. Und das, obwohl die Proteste immer lauter werden.

In Deutschland indes ist das Schlachten von Hunden kein Thema mehr. Der Schlacht- und Viehhof in Braunschweig hatte 1977 seine Pforten an der Hamburger Straße geschlossen. Danach gab es noch einige Jahre einen Schlacht- und Viehhof an der Hansestraße in Braunschweig. Doch der musste 1996 dicht machen, weil die Ausstattung veraltet war und EU-Standards nicht eingehalten werden konnten.