Braunschweig 

Braunschweig: Nach Behörden-Wirrwarr – so kommt ein Rentner doch an sein E-Bike

Kehrtwende in Braunschweig. Der Rentner bekommt ein E-Bike, aber nicht geschenkt. (Symbolbild)
Kehrtwende in Braunschweig. Der Rentner bekommt ein E-Bike, aber nicht geschenkt. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Patrick Scheiber

Braunschweig. Ist das ungerecht oder nicht? Ein Rentner aus Braunschweig und seine Freunde können es nicht fassen.

Der Braunschweiger hatte zu seinem 70. Geburtstag von seinen Freunden 1.600 Euro geschenkt bekommen. Behalten darf er das Geld aber nicht, berichtet, die „Braunschweiger Zeitung“.

Braunschweig: Sachbearbeiterin grätscht dazwischen

Viel Geld zum Leben hat der 70-Jährige nicht; er bezieht vom Staat eine sogenannte Grundsicherung. Er zahlt die 1.600 Euro auf sein Konto ein, um sich dann ein E-Bike davon zu kaufen.

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Eine Sachbearbeiterin der Stadt Braunschweig sieht den Betrag und fordert von dem Rentner bereits geleistete Hilfen zurück. Begründung: Die Grundsicherung sehe solch hohe Geschenksummen als „Einkommen“ an. 50 Euro seien normal, aber nicht 1.600 Euro.

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Die Beamten ziehen die 1.600 Euro also ab – seitdem hat der Rentner nur noch gut 72 Euro im Monat zum Leben. Ein Freund fühlt sich als „Lügner“ diffamiert, sagt er der „Braunschweiger Zeitung“. Das Amt habe ihn „bestohlen“, weil es sein Geld eingezogen habe.

Braunschweig: Stadt und Gericht bleiben hart

Die Stadt Braunschweig bleibt hart. Gesetzlich seien alle Geld-Einnahmen bei der Grundsicherung als Einkommen zu berücksichtigen, hieß es aus dem Rathaus. Zwar gebe es Ausnahmen – derartige Geschenke gehörten aber nicht dazu.

Das Sozialgericht Braunschweig gibt der Stadt Recht. Wie die Richter die Sachlage sehen und begründen, kannst du in der „Braunschweiger Zeitung“ lesen.

Eine Woche später die Wende: Menschen aus Braunschweig hatten sich bei der BZ gemeldet. Sie wollten Kontakt zu dem Rentner aufnehmen. Das Tolle: In der Facebookgruppe „BS hilft BS“ wurde ein „Money-Pool“ eingerichtet. Per Paypal haben die Braunschweiger Geld gesammelt.

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Mit dem Geld wollen die Helfer ein E-Bike kaufen, dass sie ihm dauerhaft leihen. Das war der Vorschlag einer Rechtsanwältin. So hat das Amt keinen Zugriff auf das Bike. (red)