Braunschweig 

Braunschweig: New Yorker-Chef mit mahnenden Worten zur Corona-Politik – „Dann wird es noch ernster“

New Yorker in Braunschweig ist wie alle anderen Läden auch im Lockdown. Doch der Chef des Unternehmens drängt auf Öffnungen. (Archivbild)
New Yorker in Braunschweig ist wie alle anderen Läden auch im Lockdown. Doch der Chef des Unternehmens drängt auf Öffnungen. (Archivbild)
Foto: news38

Braunschweig. Deutschland ist im Lockdown, um das Coronavirus einzudämmen. Und das seit Wochen. Doch die Stimmen aus Kultur, Einzelhandel und Gastronomie werden immer lauter – alle wollen wieder öffnen. So auch Friedrich Knapp. Er ist der Chef von New Yorker. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Braunschweig.

Der New Yorker-Chef drängt auf alternative Pläne der Bundesregierung und auf Öffnungen. Denn ansonsten sehe er für den Einzelhandel schwarz. „Die Lage ist noch ernster als all das, was Sie sich im Moment vorstellen könnten“, sagt er im „Bild“-Interview.

New Yorker-Chef Knapp pocht auf Öffnungen

Am Mittwochnachmittag steht der nächste Bund-Länder-Gipfel an – und alle blicken gespannt auf die Entscheidungen, die dort getroffen werden. Der Wunsch nach Lockerungen scheint bei vielen groß. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann wirbt für Corona-Lockerungen.

„Wir sollten Lockerungen ermöglichen, wo immer dies verantwortbar ist, also überall dort, wo wir das Infektionsgeschehen im Griff behalten und die Infektionswege nachverfolgen können“, sagt der CDU-Politiker.

Im Fokus der Wirtschaft sollten seiner Auffassung nach Öffnungen für Einzelhandel, Tourismus und Gastronomie stehen. Denkbar seien in diesem Zusammenhang auch Öffnungen auf regionaler Ebene. Hauptsache, es gehe weiter.

>>> Alles zur aktuellen Corona-Lage in Niedersachsen.

Massive Umsatz-Einbußen im Einzelhandel

Ein Ansatz, der wohl auch bei New Yorker-Chef Friedrich Knapp auf Zuspruch stoßen könnte. Im „Bild“-Interview stellt er eine klare Forderung an die Bundesregierung: „Die Bundesregierung muss sofort die Läden aufmachen lassen, bewährte Hygienekonzepte gab es schon in der ersten Welle. Wir das nicht passieren, haben wir eine Handelslandschaft in Deutschland, die nie wieder auf die Beine kommt“, mahnt er.

New Yorker habe knapp 50 bis 60 Prozent vom Umsatz verloren. Ein verlorenes Geschäft, dass das Unternehmen nicht wieder aufholen könne. Eine Situation, in der sich wohl auch zahlreiche andere Einzelhändler wiederfinden würden. Deshalb gebe es wohl auch vor Gericht immer häufiger Klagen von Warenhäusern, die eine Öffnung erzwingen wollen.

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Knapp mahnt: Lage ernster als all das, was man sich vorstellen kann

Friedrich Knapp mahnt, dass die Lage noch ernster sei als all das, was man sich vorstellen könne. „Wenn hier von über 50 Prozent Pleiten gesprochen wird, ist demnächst plastisch gesehen die Hälfte der Innenstadt dunkel. Wenn das keine ernste Lage ist, dann können wir nur noch über den Krieg sprechen. Dann wird es noch ernster“, sagt er der „Bild“.

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Bleibt abzuwarten, worauf sich Bund und Länder am Mittwoch einigen. Denn noch immer bereitet vor allem die Mutation Sorge. Alles zu möglichen Öffnungen und einer möglichen Lockdown-Verlängerung liest du hier.

Braunschweig indes hat ein Konzept für einen eigenen Weg auf dem Dauer-Lockdown erarbeitet. Alles dazu erfährst du hier >>>. (abr mit dpa)