Braunschweig 

Braunschweig: Gegenwind für Bordell-Pläne – „moralisch verwerflich“

Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold

Braunschweig. Die Pläne der Stadt Braunschweig für die fünf Toleranzzonen, in denen bald Bordelle erlaubt sein könnten, stoßen auf viel Gegenwind.

Jetzt hat sich der zuständige Bezirksbürgermeister Carsten Degering-Hilscher (parteilos) in die Diskussion eingeschaltet. Er findet deutliche Worten für die Pläne in Braunschweig.

Braunschweig: Bordell-Pläne kämpfen mit Gegenwind

Die fünf Zonen liegen alle in Gewerbe- und Industriegebieten, in denen es bislang keine Bordelle gebe. Die Stadt rechne nicht damit, dass es an diesen Orten künftig eine Konzentration dieser Etablissements gebe.

Bezirksbürgermeister Degering-Hilscher sieht das anders. „Mit der Ausweisung von großflächigen Toleranzzonen wird künstlich die Neuansiedlung von Bordellen forciert und förmlich eine Einladung zur Prostitution im Stadtgebiet ausgesprochen“, sagte er laut der „Braunschweiger Zeitung“. „Für mich ist das etwas moralisch Verwerfliches.“

Seiner Auffassung nach würden die Toleranzzonen dazu führen, dass Menschen aus ganz Europa nach Braunschweig reisen würden, um die Bordelle zu besuchen.

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Problematisch sei außerdem, dass in den geplanten Zonen zugleich auch betriebsbedingtes Wohnen erlaubt sei. Dort könnten auch Kinder leben, die geschützt werden müssen, mahnt Degering-Hilscher laut „Braunschweiger Zeitung“.

So reagierte der Polizeipräsident in Braunschweig auf die Toleranzzonen

Dass eine Diskussion um die Gebiete und die Sperrbezirksverordnung, die die neuen Zonen regeln soll, nötig und wichtig sei, meinte der Braunschweiger Polizeipräsident Michael Pientka bereits im März. Die Stadtverordnung zu diesem Thema befinde sich derzeit noch im Zeitgeist der 1970er Jahre.

„Sie verbietet im Stadtgebiet vornehmlich die Straßenprostitution“, sagte Pientka. „Daher war es erforderlich und aufgrund der aktuellen Diskussion rund um die Errichtung eines bordellartigen Betriebes in Gliesmarode richtig, sich grundlegend mit der komplexen Sach- und Rechtslage auseinander zu setzen.“

Im aktuellen Entwurf habe man die Emotionalität der Bürger aufgenommen. Weitere Details zur Planung erfährst du hier bei uns >>>