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Braunschweig: Heftiger Verlust! Gastronomen suchen dringend Personal: „Das rächt sich jetzt“

Das ist die Löwenstadt Braunschweig

Das ist die Löwenstadt Braunschweig

Braunschweig ist von der Einwohnerzahl her die zweitgrößte Stadt Niedersachsens. In der Großstadt im Südosten des Bundeslandes leben knapp 250.000 Menschen. Braunschweig kann auf eine große Historie zurückblicken.

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Braunschweig. Corona hat einiges verändert. Vor allem die Gastronomie in Braunschweig bekommt die Auswirkung der Pandemie zu spüren. Personal ist aktuell Mangelware.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schlägt Alarm. In Braunschweig haben die Hotels und Gaststätten eine dramatische Abwanderung von Fachkräften zu verzeichnen.

Braunschweig: Menschen wissen nicht, „wie sie über die Runden kommen“

Etwa 1100 Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte haben der Gastronomie den Rücken gekehrt. Laut Arbeitsagentur ist das jeder Fünfte aus der Branche.

„Viele Menschen schätzen es, nach langen Entbehrungen endlich wieder essen zu gehen oder zu reisen. Aber ausgerechnet in der Sommersaison fehlt einem Großteil der Betriebe schlicht das Personal, um die Gäste bewirten zu können“, sagt Katja Derer, Geschäftsführerin der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz.

Das läge vor allem an Einkommenseinbußen und Kurzarbeit. „Gastro- und Hotel-Beschäftigte arbeiten sowieso meist zu geringen Löhnen. Wenn es dann nur noch das deutlich niedrigere Kurzarbeitergeld gibt, wissen viele nicht, wie sie über die Runden kommen sollen.“

Braunschweig: Probleme gab es schon vor Corona

Laut der NGG dürfe es nicht überraschen, wenn Arbeitnehmer aus Braunschweig die Branche wechseln. Wenn Fachkräfte zum Beispiel als Bürohilfen oder in Supermärkten zwei Euro mehr pro Stunde verdienen, bleiben sie lieber dort.

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„Schon vor Corona stand das Gastgewerbe nicht gerade für rosige Arbeitsbedingungen. Unbezahlte Überstunden, ein rauer Umgangston und eine hohe Abbruchquote unter Azubis sind nur einige strukturelle Probleme. Die Unternehmen haben es über Jahre versäumt, die Arbeit attraktiver zu machen. Das rächt sich jetzt“, kritisiert Derer.

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Braunschweig: Verlust von 20 Prozent

Die Hotel- und Gastro-Branche müsse nun umdenken und bessere Löhne zahlen. Derer: „Viele Gäste sind durchaus bereit, ein paar Cent mehr für die Tasse Kaffee zu bezahlen – gerade jetzt, wo den Menschen bewusst geworden ist, dass der Besuch im Stammlokal ein entscheidendes Stück Lebensqualität ist.“

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In Braunschweig haben laut Bundesagentur für Arbeit vor Corona 5.605 Menschen im Hotel- und Gaststättengewerbe gearbeitet. Jetzt sind es nur noch 4.466 – ein Verlust von 20 Prozent. (ldi)