Braunschweig 

Braunschweiger Top-Virologin schlägt bei Markus Lanz (ZDF) Alarm – „Wir haben nicht mehr viel Zeit“

Virologin Melanie Brinkmann stellt schlechte Zukunftsprognose in Aussicht.
Virologin Melanie Brinkmann stellt schlechte Zukunftsprognose in Aussicht.
Foto: IMAGO / photothek

Braunschweig/Hamburg. Die Braunschweiger Top-Virologin Melanie Brinkmann hat im Talk bei Markus Lanz (ZDF) kein Blatt vor den Mund genommen.

Die Braunschweigerin diskutierte am Mittwochabend mit Markus Lanz über mögliche Maßnahmen gegen die rasant ansteigenden Corona-Zahlen.

Braunschweig: Melanie Brinkmann zu Gast bei Markus Lanz

Ihre Prognose: „Die Lage ist dramatisch, es wird schlimmer als letzten Winter“. Ihrer Ansicht nach fehlt es derzeit an einer Stimme, die sagt, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist.

Die so rasant ansteigenden Corona-Zahlen erklärt die Virologin aus Braunschweig so: „Wir haben wieder sehr viele Kontakte und keine großen Einschränkungen. Auch die Maskenpflicht wurde stellenweise gelockert.“

Und das alles, obwohl seit Anfang des Jahres die Delta-Variante auf dem Vormarsch sei. Dazu komme der Winter. Dass diese Jahreszeit dem Virus in die Karten spiele, wisse man ja noch aus dem letzten Jahr.

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Problematisch sei auch, dass ältere Menschen keinen so guten Immunschutz aufbauen, wie es die jüngeren Menschen tun. Bei denen lasse der Impfschutz so langsam wieder nach.

Deshalb wirbt Melanie Brinkmann weiter für das Impfen: „Delta stellt uns vor neue Aufgaben. Eine Impfquote von 70 Prozent reicht in diesem Fall nicht mehr aus. Das Gesundheitssystem wird überlastet, sollte die Impfkampagne nicht langsam deutlich fahrt aufnehmen.“

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Markus Lanz – das waren die Gäste:

  • Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
  • Virologin Melanie Brinkmann
  • Journalist Michael Bröcker
  • Klimaforscher Mojib Latif

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Corona-Tests seien zwar gut und wichtig. „Doch wir sollten unser Augenmerk dennoch auf die Impfungen setzen. Wir haben nicht mehr viel Zeit. Wir müssen schnell agieren und die Impfung zu den Leuten bringen. Da muss sich die Politik jetzt überlegen, wie sie das wuppen kann“, so Brinkmann weiter.

„Ich vermisse das Proaktive schon die ganze Zeit in der Pandemie. Wir müssen klare Kante zeigen. Und den Impfstoff mit mobilen Impfteams zu den Menschen bringen. 3G reicht nicht. Wir brauchen 2G-Regelungen für den Freizeitbereich.“ Zusätzlich so viel möglich zu testen sei laut Brinkmann ratsam.

Besonders jungen Menschen rät sie, einen großen Beitrag zu leisten und sich und andere mit einer Impfung zu schützen. Denn: „Es wird sowieso schon fürchterlich, aber durch eine Impfung können junge Menschen viel beitragen.“ (mw)