Harz 

Harz: Wissenschaftler machen Sensationsfund – mit diesem Tierchen haben sie nicht gerechnet

Im Harz machten Forscher einen Sensationsfund: Sie entdeckten den kleinsten Käfer Europas. (Symbolbild)
Im Harz machten Forscher einen Sensationsfund: Sie entdeckten den kleinsten Käfer Europas. (Symbolbild)
Foto: imago images / blickwinkel

Sensationsfund in Harz: Wissenschaftler haben dort den kleinsten Käfer Europas entdeckt!

Dass der Nationalpark Harz in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen artenreich ist, ist für viele kein großes Geheimnis. Schließlich ist die Region ein beliebtes Ausflugsziel und Touristenmagnet. Nun steht zudem fest: Auch Europas kleinster bekannter Käfer lebt in dem 25.000 Hektar großen Großschutzgebiet.

Harz: Wissenschaftler mit irrer Entdeckung

Um ihn im Harz zu entdecken, braucht man aber sehr gute Augen: Er ist einen halben Millimeter lang und so dünn wie ein menschliches Haar.

Wissenschaftler hätten zum ersten Mal den Zwergkäfer „Baranowskiella ehnstromi“ in dem Großschutzgebiet nachgewiesen, sagte der Sprecher der Wernigeröder Nationalparkverwaltung, Friedhart Knolle, der Deutschen Presse-Agentur. „Der Fund war im Sommer, danach folgten Monate der Bestimmung durch Entomologen. Man wollte Gewissheit“, sagte Knolle.

Der zur Familie der Federflügler gehörende Käfer lebt ein sehr zurückgezogenes Leben. „Er ist vor allem in den Fruchtkörpern des Muschelförmigen Feuerschwamms zu finden“, sagte Knolle. Das ist ein parasitischer Pilz, der hauptsächlich auf der Unterseite von Ästen und Stämmen von Bäumen wächst und Standorte mit hoher Luft- und Bodenfeuchtigkeit bevorzugt.

Deutschlandweit nur sehr wenige Nachweise

Die Pilzexperten des Nationalparks waren beim Monitoring aufgerufen, gezielt nach dem Muschelförmigen Feuerschwamm Ausschau zu halten. „Auch er war bisher nicht für unser Nationalparkgebiet belegt“, so Knolle. Der Erstfund sei im Eckertal am Rande einer bewaldeten Halde in Bachnähe gelungen.

Für den erstmals 1997 entdeckten Käfer „Baranowskiella ehnstromi“ gebe es bisher deutschlandweit nur wenige Nachweise. Der winzige Käfer muss den Angaben zufolge direkt auf den Fruchtkörpern des Pilzes gesucht werden - unter dem Mikroskop. Auf der Probe des im Nationalpark entdeckten Fruchtkörpers des Muschelförmigen Feuerschwamms habe es gleich mehrere Treffer gegeben.

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„Insgesamt vier Käfer wurden gefunden, wobei einer gerade frisch aus der Puppe geschlüpft sein muss“, sagte Knolle. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Käfer wohl sein ganzes Leben in den Poren des Pilzfruchtkörpers verbringt und sich von den Sporen ernährt. Denn: Im Gegensatz zu vielen anderen Feuerschwämmen bildet der Muschelförmige Feuerschwamm nahezu ganzjährig Sporen aus. (dpa)