Niedersachsen 

Hannover: Clan-Mitglied will sich zurück nach Deutschland klagen – Polizei hat schlimme Befürchtung

Igor K. wurde 2020 in einem Klinikum in Hannover behandelt – unter strenger Bewachung.
Igor K. wurde 2020 in einem Klinikum in Hannover behandelt – unter strenger Bewachung.
Foto: Juliane Stratenschulte/dpa

Hannover. Anfang 2020 war Igor K. aus Montenegro zwei Wochen lang in Hannover behandelt worden, nachdem in seiner Heimat ein Mordanschlag auf ihn verübt worden war.

Jetzt will er sich gerichtlich zurück nach Deutschland klagen, doch die Polizei hat eine schlimme Befürchtung. Jetzt hat das Landgericht Hannover über den Antrag von Igor K. entschieden.

Hannover: Igor K. will erneut einreisen – so hat das Landgericht entschieden

Igor K. wollte erreichen, dass das Eilverfahren noch einmal aufgenommen wird. Ohne Erfolg: Das Gericht lehnte dies am Dienstag ab, weil die vorgelegte Anklageschrift der montenegrinischen Behörden gegen zwei mutmaßliche Täter auf einen Bezug des Anschlages zur organisierten Kriminalität hindeute.

Dies entspreche dem bisherigen Erkenntnisstand und schließe gerade nicht aus, dass der Antragsteller als Angehöriger eines kriminellen Clans angegriffen worden sei.

Entgegen seines Vorbringens sei er nicht nur Opfer eines Anschlags, sondern das Ziel eines Mordversuchs mit szenetypischer Planung und Durchführung geworden, hieß es weiter. Für eine Verwechslung des Antragstellers mit einem gleichnamigen Dritten lägen keine Anhaltspunkte vor.

Hannover: Polizei hat schlimme Befürchtung

Der Mann weist von sich, Clanmitglied zu sein, er sieht sich als Opfer einer Verwechslung. Die deutsche Polizei befürchtete jedoch einen Anschlag in der Klinik.

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Andere Motive seien fernliegend. Die Beschwerde gegen diesen Beschluss vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht ist möglich. Das Hauptsacheverfahren ist noch anhängig.

Die aufwendige Bewachung des Mannes an der Uniklinik auf Kosten des Steuerzahlers hatte für viel Kritik gesorgt. Wegen des Falls entließ Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) einen Verantwortlichen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) - auch dies sorgte für viel Kritik. (vh mit dpa)