Niedersachsen 

Niedersachsen: Rummel bald auf Rezept? Das steckt hinter der skurrilen Idee

Gibt es Rummel-Besuche bald auf Rezept? (Symbolbild)
Gibt es Rummel-Besuche bald auf Rezept? (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Björn Trotzki

Hannover. Es klingt fast wie ein Wunschtraum – gibt es Rummelbesuche und Volksfeste bald auf Rezept? Untersuchungen aus Niedersachsen zeigen, dass gar nicht abwegig ist.

Mit der Freizeitaktivitäten konnte Forscher aus Niedersachsen positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit nachweisen.

Niedersachsen: MHH-Forscher mit eindeutiger Botschaft

Wie „Bild“ berichtet, untersuchen die Medizinische Hochschule Hannover und die Niedersächsische Akademie für Gesundheit gemeinsam die Heilaktoren von Volksfesten. Dazu greifen sie auf diverse Studien und Untersuchungen zurück.

Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass Volksfeste gut geeignet sind, um für schon länger bekannte positive Gesundheitsfaktoren wie Lachen und Spaß zu sorgen. Akademie-Dozent Andreas Feyerabend erklärt dazu: „Wenn wir lachen, arbeiten 80 Muskeln im Körper. Das Immunsystem wird aktiviert. Patienten aus psychiatrischen Einrichtungen brauchten nach dem Kirmes-Besuch bis zu 30 Prozent weniger Medikamente.“

Niedersachsen: Fahrgeschäfte stimulieren den Körper

Der Besuch von Volksfesten, aber auch von anderen kulturellen Veranstaltungen sorgt für positive Emotionen. Aber auch die Eigenschaften von Fahrgeschäften spielen eine Rolle. „Beschleunigung wie in Achterbahnen stimuliert den Körper, Drehbewegung beruhigt“, heißt es von MHH-Prof. Dr. Tillmann Krüger.

Auszugehen und Veranstaltungen zu besuchen, blieb uns wegen lang anhaltender und wiederkehrender Lockdowns lange verwehrt. Es ist kein Geheimnis, dass Corona-Zeit auch psychisch ihre Spuren bei den Menschen hinterlassen hat.

„Weltweite Studien zeigen, dass im Lockdown 30 bis 40 Prozent der Menschen psychische Krankheiten entwickelt haben: Angst-Störungen, Panik-Attacken, Depressionen.“ Die positiven Auswirkungen von Volksfesten könnten da helfen.

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Niedersachsen: Geht die Politik auf die Erkenntnisse der Forscher ein?

Die Forscher aus Niedersachsen wollen mit ihren Erkenntnissen nun an die Politik herantreten. Kevin Kratzsch, Vize-Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, freut das Engagement der Mediziner. Gegenüber „Bild“ erklärt er: „Nicht nur gefühlt, sondern mit Fakten wird belegt, dass wir wichtig sind, einen gesellschaftlichen Auftrag haben. Wir bringen den Menschen Lebensfreude!“

Auch wenn nicht alle Menschen so besonders große Fans von wilden Fahrgeschäften sind, Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und Autoscooter zaubern vielen ein Lächeln ins Gesicht. (cm)