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Corona in Niedersachsen: Kommunalverbände wollen, dass Discos und Shishabars schließen – „Virenschleudern“

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Hannover. Das Corona-Infektionsgeschehen spitzt sich auch in Niedersachsen immer mehr zu. Jetzt droht regional auch 2G plus!

Die aktuelle Corona-Entwicklung in Niedersachen – speziell in der Region38 – kannst du hier nachlesen.

Corona in Niedersachsen: Hier alle News im Überblick

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Samstag, 27. November

15.41 Uhr: Ärzte in Niedersachsen fordern allgemeine Impfpflicht

Die Ärztekammerversammlung Niedersachsen hat eine Corona-Impfpflicht für alle gefordert - es sei denn, medizinische Gründe sprechen im Einzelnen dagegen. Ziel sei, einen erneuten Lockdown und auch neue Belastungen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wegen geschlossener Kitas, Schulen und Universitäten zu verhindern, teilte die Kammer am Samstag zu einer Resolution von Mitgliedern des Ärzteparlaments mit. Mit einer stagnierenden Impfquote von rund 70 Prozent gelinge es nicht, die extrem infektiöse Delta-Variante des Coronavirus in Schach zu halten, warnten die Ärzte.

Obwohl der Winter noch nicht richtig begonnen habe, seien Neuinfektionen, Inzidenz und Todeszahlen „in erschreckende Höhen geschnellt“, hieß es. Die vierte Welle der Pandemie sei nicht mehr aufzuhalten, erste Kliniken in Deutschland hätten die Belastungsgrenze erreicht. Zusätzlich sei die Zahl der belegbaren Intensivbetten und auch der Beatmungsplätze im Vergleich zum ersten Corona-Winter 2020 deutlich gesunken. Jede vierte Intensivpflegekraft habe der Intensivstation den Rücken gekehrt.

Damit drohe erneut ein Lockdown mit immensen Belastungen für die Gesellschaft - allen voran für Kinder und Jugendliche, stellte die Ärztekammer fest. Bislang hätten die Menschen in der Pandemie zwar große Solidarität und Disziplin gezeigt, dies allein könne die vierte Welle aber nicht brechen.

Wichtig sei es vielmehr, mehr Menschen erstmals zu impfen und weiter den Schutz der Geimpften mit schnellen Booster-Impfungen und ausreichendem Impfstoff zu gewährleisten. In der Erklärung heißt es: „Die Impfungen sind unser Weg aus der Pandemie – eine andere, bessere Exit-Strategie ist nicht in Sicht.“ Die Zahl der Fälle mit Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung sei angesichts von mehr als 100 Millionen in Deutschland gespritzten Dosen „auf einem äußerst niedrigen Niveau“.

14.21 Uhr: Corona-Zahlen steigen weiter

Das Corona-Infektionsgeschehen verschärft sich auch in Niedersachsen weiter. Der Sieben-Tage-Wert bestätigter Neuinfektionen stieg nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Samstag im Landesdurchschnitt von 201,2 auf 209,8 pro 100 000 Einwohner. Binnen eines Tages kamen 3394 neue Ansteckungen und 20 Todesfälle hinzu. Im Nachbarland Bremen lag die Inzidenz am Samstag bei 223,3 nach 219,4 am Vortag. Bundesweit betrug sie bereits 444,3.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz wurde am Samstag für Niedersachsen mit 6,9 Prozent angegeben - ein weiterer Anstieg gegenüber 6,7 Prozent am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner neu in den Krankenhäusern aufgenommen wurden. Auf den niedersächsischen Intensivstationen waren am Samstag 8,6 Prozent der maximal zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-Erkrankten belegt (Vortag: 8,5 Prozent).

8.44 Uhr: Kommunalverbände wollen Aus für Discos und Weihnachtsmärkte

Kommunalverbänden in Niedersachsen gehen die aktuellen Corona-Regeln des Landes angesichts weiterhin steigender Infektionszahlen nicht weit genug. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass Virenschleudern wie Shisha-Bars und Diskotheken weiterhin geöffnet bleiben dürfen“, sagte Hubert Meyer, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Meyer fordert die rot-schwarze Landesregierung auf, zumindest eine konsequente Beschränkung der Besucherzahlen oder besser noch eine Schließung zu verfügen. Auch sei er „sehr skeptisch“, ob Großveranstaltungen noch in die Zeit passten.

Skepsis überwiegt auch beim Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund (NSGB) mit Blick auf die Weihnachtsmärkte, die das Land zwar unter strengen Auflagen, aber nach wie vor generell erlaubt. „Es finden momentan schon sehr viel kleinere Veranstaltungen nicht mehr statt. Vermutlich müssen auch Weihnachtsmärkte eher generell abgesagt werden“, sagte NSGB-Präsident Marco Trips der Zeitung und fügte hinzu: „Wir brauchen im Kampf gegen die vierte Corona-Welle noch deutlich striktere Vorgaben.“

Freitag, 26. November

20.31 Uhr: Braunschweig geht der Impfstoff aus – Impfungen vorzeitig eingestellt

In Braunschweig hat das Impfteam in den Schlossarkaden heute früher Feierabend machen müssen. Der Grund: Der Impfstoff ist ausgegangen! Nach Angaben der Stadt wurden weniger als die bestellten Dosen an Biontech geliefert. Nachschub gäbe es demnach erst am Montag, den 29. November – und auch nur mit dem Präparat von Moderna.

„Das ist eine unhaltbare Situation“, sagte Oberbürgermeister Thorsten Kornblum, „zu einer Zeit, in der uns die vierte Corona-Welle mit voller Wucht trifft, weil nicht ausreichend Menschen immunisiert sind, kürzt die Bunderegierung die Biontech-Lieferungen.“ Auf diese Weise würde man etwa einen halben Impf-Tag verlieren so Kornblum weiter.

Am Montag sollen die Impfungen wieder wie geplant um neun Uhr losgehen. Dann wird in der Stadthalle aber mit Moderna-Spritzen gepiekst.

17.23 Uhr: Weniger Impfstoff in der nächsten Woche – Impftermine können ausfallen

Impfteams und niedergelassene Ärzte in Niedersachsen erhalten in der kommenden Woche weniger Corona-Impfstoffe als bislang angenommen. Das Gesundheitsministerium erreichten seit dem Vormittag aus allen Landesteilen entsprechende Nachrichten, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung. Die Beschränkung der Liefermengen gehe dabei nach den Schilderungen der Praxen und der Gesundheitsämter weit über die in der vergangenen Woche vom Bundesgesundheitsministerium angekündigte Kontingentierung hinaus und betreffe offenbar auch den Impfstoff von Moderna, erläuterte die Ministerin.

„Wenn der Bund hier nicht sofort Abhilfe schafft, werden in den Praxen bereits vereinbarte Impftermine ausfallen und Impfaktionen in den Kommunen kleiner ausfallen müssen als geplant. Auch der Start der 180 Impfpraxen, die ab dem kommenden Montag im ganzen Land zusätzliche Impftermine anbieten wollten, ist vor diesem Hintergrund massiv in Gefahr.“

Um wie viele Impfdosen es dabei geht, konnte am Freitag zunächst nicht gesagt werden. Laut Ministerium endete am 30. September mit der Schließung der Impfzentren auch die Belieferung der Länder mit den Corona-Impfstoffen. Seitdem erfolge die Belieferung aller Impfstellen ausschließlich über den Arzneimittelgroßhandel und Apotheken.

„Ich erwarte, dass das Bundesgesundheitsministerium alle Hebel in Bewegung setzt, um die Auslieferung der fehlenden Impfstoffdosen noch in der kommenden Woche vollständig zu gewährleisten. Wenn dafür Sonderlieferungen an den Großhandel und die Apotheken notwendig sind, so müssen sie so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden“, sagte Behrens.

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin wies in einer Mitteilung daraufhin, dass etwa Arztpraxen und weitere Abnehmer bis Dienstagmittag Bestellungen aufgeben müssen - dies sei seit April dieses Jahres bekannt. Dennoch haben den Angaben zufolge einige Impfzentren und Praxen in dieser Woche verspätet bestellt.

16.15 Uhr: Krankenhäuser bereiten sich auf erste Verschiebungen von Operationen vor

In der zunehmend dramatischen Corona-Lage bereiten sich auch die Krankenhäuser in Niedersachsen darauf vor, geplante Eingriffe wieder verschieben zu müssen. Die Intensivkapazitäten seien begrenzt, teilte die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) am Freitag auf Anfrage mit.

Das Gesundheitsministerium des Landes arbeite bereits an einer Verordnung zur Freihaltung von Kapazitäten, sagte ein NKG-Sprecher. Problematisch für die Krankenhäuser sei dabei, dass es aktuell keine Regelung zur Finanzierung von Ausgleichszahlungen für das Freihalten von Behandlungskapazitäten gebe.

In den vorherigen Corona-Wellen habe es dafür sogenannte Freihaltepauschalen gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr werden derzeit insgesamt weniger Covid-Patienten in den niedersächsischen Krankenhäusern behandelt. Der Rückgang zeige sich allerdings nur bei Patienten, die auf den Normalstationen behandelt werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag. Auf den Intensivstationen ist die Zahl demnach mit derzeit 196 Patienten fast genau so hoch wie vor einem Jahr (198).

Weil andere Bundesländer deutlich höhere Corona-Infektionszahlen haben als Niedersachsen, nimmt das Land jetzt zudem Intensivpatienten beispielsweise aus Thüringen auf. Die NKG erklärte, diese Verlegungen nach dem sogenannten Kleeblatt-Konzept seien wichtig, um die Versorgungskapazitäten in Deutschland optimal zu nutzen. Die Verlegung von Patienten könne jedoch keine dauerhafte Lösung sein.

14.03 Uhr: Luftwaffe startet Corona-Hilfsflüge

Die Luftwaffe der Bundeswehr beteiligt sich erstmals an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie. Ein Airbus A310 MedEvac startete nach Bundeswehr-Angaben am Freitag kurz nach 13 Uhr Richtung Memmingen in Bayern.

Von dort soll er Schwerkranke zum Flughafen Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen bringen. Die Ankunft der Maschine war für den frühen Abend geplant.

Die Bundeswehr hilft damit erstmals dabei, Krankenhäuser in Regionen mit besonders vielen Corona-Patienten zu entlasten. Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Dazu gehört der Airbus A310 MedEvac, eine „fliegende Intensivstation“ mit sechs Behandlungsplätzen, sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH. In dieses waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden. In Wunstorf (Niedersachsen) ist zudem noch ein A400M MedEvac stationiert.

13.30 Uhr: Zahl der Corona-Erstimpfungen deutlich gestiegen

Die Zahl der Corona-Erstimpfungen ist in Niedersachsen deutlich gestiegen. Derzeit seien es 9.000 bis 10.000 Erstimpfungen pro Tag, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag in Hannover. Dieser Wert sei fast fünfmal so hoch wie die Zahlen, die in den vergangenen Wochen pro Tag erreicht wurden.

Seit vergangener Woche Donnerstag hätten etwa 300 000 Menschen in Niedersachsen eine Auffrischungsimpfung erhalten. Diese Impfung bekamen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bislang 9,4 Prozent aller Menschen in dem Bundesland - darunter 20,6 Prozent der Menschen, die älter als 60 Jahre sind.

13.16 Uhr: Ärzte klagen über zu wenig Corona-Impfstoff

Die Kassenärzte in Niedersachsen zeigen sich empört über Probleme bei der Versorgung mit Corona-Impfstoff. Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) am Freitag mitteilte, haben die Praxen, die sich an den Impfungen beteiligen, nicht die von ihnen bestellten Biontech-Impfstoffmengen erhalten, obwohl sie ihre Terminvergabe darauf aufgebaut hätten. Die Ärzte müssten daher viele Impfzusagen jetzt wieder zurückziehen, während die Praxen von Impfwilligen geradezu überrannt würden.

„Die Praxen haben jetzt keine Möglichkeit mehr, kurzfristig auf den Alternativimpfstoff auszuweichen“, sagte KVN-Vize Jörg Berling, der selbst als Hausarzt in Lüneburg an den Impfungen beteiligt ist. Er kritisierte, dass die Praxen nun den Zorn der Bevölkerung aushalten müssten, weil die Politik ihre Zusagen nicht einhalte.

11.50 Uhr: Weitere Covid-19-Patientin aus Thüringen in Niedersachsen gelandet

Eine weitere Intensivpatientin mit Covid-19 ist am Freitag von Thüringen nach Niedersachsen verlegt worden. Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort landete die Frau am Mittag mit einem Hubschrauber auf dem Gelände des St. Bernward Krankenhauses in Hildesheim. Eine Kliniksprecherin bestätigte die Verlegung.

Am Donnerstagabend waren die ersten Intensivpatienten mit Covid-19 auf Grundlage des sogenannten Kleeblatt-Konzepts von Thüringen nach Niedersachsen gebracht worden. Mit Stand vom Donnerstag wurde in mehreren niedersächsischen Ministerien mit der Verlegung von acht Covid-Patienten gerechnet. Niedersachsen bildet gemeinsam mit Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern das Kleeblatt Nord, um sich bei Engpässen unter den Bundesländern gegenseitig zu helfen.

11.26 Uhr: Staatskanzlei lehnt Katastrophenfall in Niedersachsen ab

Niedersachsens Landesregierung ist uneins in der Frage, ob das Land in der vierten Corona-Welle den Katastrophenfall ausrufen sollte. Ein entsprechender Vorschlag von Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) stieß in der Staatskanzlei von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf Unverständnis. „Was jetzt der Katastrophenfall tatsächlich zur Verbesserung der Corona-Lage oder zur akuten Bekämpfung der Infektionssteigerung auswirken kann, erschließt sich uns nicht“, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Freitag in Hannover.

Wirtschaftsminister Althusmann, der Weil im kommenden Jahr bei der Landtagswahl herausfordern könnte, hatte zuvor der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ gesagt: „Da absehbar ist, dass sich die Lage zuspitzt, sollte der Landtag früher als geplant zusammenkommen und möglicherweise den Katastrophenfall ausrufen, wie es in Bayern geschehen ist.“ In Katastrophenfällen könnten die Behörden schneller handeln und müssen parlamentarische Verfahren nicht abwarten. Weils Sprecherin entgegnete, Bayern sei „nicht das Land, das für uns in der Bekämpfung der Corona-Pandemie beispielgebend ist“.

11.00 Uhr: Zahlen steigen weiter

Das Corona-Infektionsgeschehen spitzt sich auch in Niedersachsen immer mehr zu. Der Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen stieg nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Morgen im Landesdurchschnitt von 195,1 auf 201,2 pro 100.000 Einwohner.

Inzidenz-Werte in der Region:

  • Braunschweig: 208.8
  • Gifhorn: 266.9
  • Goslar: 196,8
  • Region Hannover: 188,8
  • Helmstedt: 202,1
  • Peine: 217,9
  • Salzgitter: 406,3
  • Wolfenbüttel: 216,2
  • Wolfsburg: 245,5

Binnen eines Tages kamen 3.415 neue Ansteckungen und elf Todesfälle hinzu. Bundesweit betrug die Inzidenz am Morgen bereits 438,2.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz wurde heute für Niedersachsen mit 6,7 Prozent angegeben, was einem leichten Anstieg im Vergleich zu gestern (6,6 Prozent) entspricht. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in den Krankenhäusern aufgenommen wurden.

Auf den niedersächsischen Intensivstationen waren am Morgen 8,5 Prozent der maximal zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-Erkrankten belegt (Vortag: 8,6 Prozent).

In Niedersachsen greifen die Corona-Warnstufen, wenn der Hospitalisierungswert sowie mindestens einer der anderen beiden Indikatoren (Neuinfizierte, Intensivbettenbelegung) bestimmte Schwellen überschreiten.

Seit Mittwoch gilt landesweit die Warnstufe 1 mit einer flächendeckenden 2G-Regelung. Diese bedeutet, dass Ungeimpfte von Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen sind. Bei einer weiteren Verschlechterung könnte bald mit der Warnstufe 2 regional die 2G-plus-Regelung verhängt werden, die für Geimpfte und Genesene zusätzlich eine Testpflicht vorsieht.

10.49 Uhr: Wohl kein CDU-Parteitag in Hannover

Die CDU muss ihren neuen Vorsitzenden wegen der dramatischen Corona-Lage im Januar erneut bei einem Online-Parteitag wählen.

Der Bundesvorstand der Partei entschied nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer digitalen Sitzung, das am 21./22. Januar in Hannover in Präsenz geplante Treffen der 1001 Delegierten abzusagen.

Stattdessen soll es am 22. Januar einen digitalen Parteitag geben.

8.08 Uhr: Althusmann: Möglicherweise Katastrophenfall ausrufen

Im Kampf gegen die sich weiter verschärfende Corona-Pandemie hat der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann schnelleres Handeln gefordert.

„Da absehbar ist, dass sich die Lage zuspitzt, sollte der Landtag früher als geplant zusammenkommen und möglicherweise den Katastrophenfall ausrufen, wie es in Bayern geschehen ist“, sagte der Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. In Katastrophenfällen könnten die Behörden schneller handeln und müssen parlamentarische Verfahren nicht abwarten. Die nächste reguläre Landtagssitzung sei erst am 13. Dezember geplant.

„Wir müssen etwas tun, auch um den Kommunen Rechtssicherheit zu geben“, sagte Althusmann. Auch sollten Impfzentren wieder eröffnet werden, um lange Schlangen vor den Impfpraxen zu vermeiden.

Auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) sagte der Zeitung: „Die Corona-Lage ist ausgesprochen ernst. Das gilt für Niedersachsen und es gilt umso mehr für viele Bundesländer im Süden und Osten der Bundesrepublik.“ Die Tatsache, dass aus diesen Ländern Covid-Patientinnen und -Patienten in den Norden verlegt würden, spreche eine deutliche Sprache.

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Auch in Niedersachsen werde man nicht vermeiden können, einen Teil der medizinisch nicht zwingend notwendigen Operationen zu verschieben, um Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten zu schaffen, sagte Behrens. Die entsprechenden Vorbereitungen liefen bereits. Nach Angaben des Sozialexperten der SPD-Landtagsfraktion, Uwe Schwarz, kommen die Gesundheitsämter mit den Nachverfolgungen derweil nicht mehr nach. „Wir laufen in die Katastrophe hinein, die wir in den ersten Corona-Wellen noch verhindert haben“, sagte er der Zeitung.

7.14 Uhr: Nachfrage nach Corona-Tests stark angestiegen

Die Nachfrage nach Corona-Tests ist in Niedersachsen seit der Verschärfung der Testvorgaben stark gestiegen. Im Augenblick sei das Land mit Tests noch gut ausgerüstet, Bestellungen würden allerdings länger dauern und auch die Preise für die Tests stiegen deutlich, sagte Frank Germeshausen, Vizechef des Landesapothekerverbandes (LAV)

Um Warteschlangen zu vermeiden, arbeite seine eigene Apotheke mit Terminen. „Wenn wir Termine zur Verfügung stellen, sind die immer sehr, sehr schnell ausgebucht“, sagte er. In zwei bis drei Stunden könne man 40 bis 50 Menschen in einer Apotheke testen.

Die Apotheken hätten momentan eine Mehrfachbelastung: Neben dem generellen Betriebsablauf führten sie Tests durch, stellten die Testzertifikate aus und besorgten den Corona-Impfstoff für die Arztpraxen und mobilen Impfteams. Germeshausen fordert deshalb von der Politik weniger Anforderungen an die Apotheken. „Die Bürokratie steht im Augenblick schon manchmal vor der Lösung des Problems.“

In Niedersachsen gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums derzeit 1.977 Teststellen. Darunter sind 479 Apotheken, die Corona-Tests durchführen. Im Juli hatte es landesweit noch 2.184 Teststellen gegeben.

6.22 Uhr: Schulleiter schlagen Alarm

In der angespannten Corona-Lage in Niedersachsen mit zahlreichen Maßnahmen sehen Schulleiter für sich und ihre Kollegen die Belastungsgrenze erreicht. Lehrkräfte sowie Rektoren hätten die Grenze der Strapazierfähigkeit überschritten, teilte der Schulleitungsverband Niedersachsen (SLVN) mit Sitz in Hannover mit. „Immer nur on top – Das geht nicht mehr! Wenn die Schulleitungen wegen Überlastungen ausfallen, wäre das ein großer Schaden!“

Schulen bräuchten Planungssicherheit, Maßnahmen müssten künftig rechtzeitig angekündigt werden, so die Forderung des Verbands an die Regierung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Zudem sollten Einstellungsverfahren für Lehrer beschleunigt und Mittel für den Vertretungsunterricht ausgeweitet werden.

Über ihre eigene Arbeitsbelastung schrieben die Schulleitungen: „Auch wenn die Dringlichkeit und Relevanz außer Frage steht, erzeugen die jüngsten (Corona)-Maßnahmen zusätzliche Arbeitspakete und Belastungen“. Der SLVN fordere daher, dass die Schulleiter sich aus dem Unterrichten ausplanen können, um die Umsetzung der Corona-Maßnahmen sicherzustellen. „Der dadurch entstehende Unterrichtsausfall kann nicht weiter auf "andere Schultern" verteilt werden, da diese auch hoch belastet sind – oder es diese noch immer gar nicht gibt“, hieß es weiter.

An niedersächsischen Schulen gelten seit Mittwoch wieder strengere Regeln. Dazu gehören etwa regelmäßige und anlassbezogene Tests, Maskenpflicht im Unterricht, 3G am Arbeitsplatz sowie das Aussetzen von Klassenfahrten und Ausflügen.

6.00 Uhr: CDU-Generalsekretär will eigene epidemische Notlage

Nach Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite auf Bundesebene pocht der niedersächsische CDU-Generalsekretär Sebastian Lechner auf einen Alleingang Niedersachsens. „Ich fordere eine Sondersitzung des Landtags, damit das Land ganz schnell eine eigene epidemische Notlage für Niedersachsen erklärt“, sagte er dem Politikjournal „Rundblick“ .

Damit „die Ausnahmebestimmungen unabhängig von der veränderten Rechtslage auf Bundesebene wieder angewandt werden können“, sei nun Schnelligkeit geboten. Auslöser war dem Bericht zufolge, dass etwa Sitzungen von Kommunalvertretungen zunächst nicht mehr hybrid, also in Präsenz und per Video, abgehalten werden konnten.

Donnerstag, 25. November

19.17 Uhr: Erste Corona-Intensivpatienten aus Thüringen erreichen Hannover

Die ersten Intensivpatienten mit Covid-19 sind auf Grundlage des sogenannten Kleeblatt-Konzepts von Thüringen nach Niedersachsen verlegt worden. Ein Rettungshubschrauber sei mit einem Patienten aus dem südthüringischen Suhl am frühen Donnerstagabend am Klinikum Siloah in Hannover gelandet, bestätigte Steffen Ellerhoff, Pressesprecher des Klinikums Region Hannover, der Deutschen Presse-Agentur.

Ein zweiter Patient wurde nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort kurze Zeit später mit einem sogenannten Intensivtransportwagen, aus Suhl zu dem Klinikum gefahren. Drei Rettungskräfte in Schutzanzügen brachten den Mann aus dem Wagen in die Notaufnahme. Nach Angaben des Zentralklinikums Suhl handelt es sich bei beiden Kranken um beatmete Covid-19-Patienten.

Am Freitag sollen weitere Verlegungen nach Niedersachsen folgen so der Thüringer Intensiv-Koordinator Michael Bauer. Unter anderem sollen Patienten aus Eisenach und Bad Langensalza nach Hildesheim kommen. Außerdem ist eine Verlegung von Saalfeld nach Hannover geplant. Laut einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums sind derzeit acht Thüringer Patienten für eine Verlegung vorgesehen.

Am Dienstagabend hatten Bayern und mehrere Ost-Bundesländer erstmals in der vierten Welle das sogenannte Kleeblatt-Prinzip aktiviert. Darüber sollen bundesweite Verlegungen möglich sein. Neben Thüringen bereitet auch Sachsen Verlegungen vor - am Donnerstag war hier aber noch nichts konkret geplant. Außerdem hatte Bayern mehrere Dutzend Patienten vorgemerkt, die in den kommenden Tagen verlegt werden sollen. Der genaue Zeitpunkt war auch hier unklar.

10.54 Uhr: Infektionsgeschehen „immer angespannter“

Das Corona-Infektionsgeschehen wird auch in Niedersachsen immer angespannter. Der Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen stieg nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Donnerstag im Landesdurchschnitt von 184,0 auf 195,1 pro 100 000 Einwohner. Es kamen innerhalb eines Tages 3687 neue Ansteckungen und 15 Todesfälle hinzu. Deutschland hat bereits einen Wert von 419,7.

Der sogenannte Hospitalisierungswert in Niedersachsen kletterte nach Landesangaben von 6,3 auf 6,6. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner neu ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Auf den niedersächsischen Intensivstationen waren am Donnerstag 8,6 Prozent (Vortag: 8,0 Prozent) der maximal zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-Erkrankten belegt.

In Niedersachsen greifen die Corona-Warnstufen, wenn der Hospitalisierungswert sowie mindestens einer der anderen beiden Indikatoren (Neuinfizierte, Intensivbettenbelegung) bestimmte Schwellen überschreiten. Seit Mittwoch gilt landesweit die Warnstufe 1 mit einer flächendeckenden 2G-Regelung. Diese bedeutet, dass Ungeimpfte von Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen sind. Bei einer weiteren Verschlechterung könnte bereits kommende Woche mit der Warnstufe 2 regional die 2G-plus-Regelung verhängt werden, die für Geimpfte und Genesene zusätzlich eine Testpflicht vorsieht.

9.18 Uhr: Wichtiger Schlag gegen Impfpassfälscher!

Erfolgreicher Schlag gegen organisierte Impfpassfälscher! Die Polizeiinspektion Hildesheim hat am Mitwoch einen breiten Schlag gegen eine überregional agierende Bande von Kriminellen durchgeführt. Die fünf Beschuldigten sollen bandenmäßig im großen Stil Impfzertifikate gefälscht und veräußert haben.

300 Polizeibeamte waren im Einsatz und haben 24 Objekte in Niedersachsen und Hessen durchsucht. Dabei haben sie „in großem Umfang Beweismittel beschlagnahmt“. Sie deuten außerdem auf weitere Straftaten wie Waffen- und Drogendelikte hin.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Dieser Sachverhalt zeigt, dass kriminelle Gruppen viel Geld damit verdienen wollen, das Leben und den Gesundheitsschutz anderer aufs Spiel zu setzen. Es ist außerdem völlig inakzeptabel, dass sich Impfunwillige über illegalen Online-Handel mit falschen Impfpässen versorgen und damit Infektionsschutzmaßnahmen unterlaufen. Die Fälschenden wie die Abnehmenden sollten wissen, dass das strafrechtliche Folgen nach sich zieht."

Pistorius weiter: „Niemand soll glauben, dass sich der digitale Absatzmarkt für Fälschungen dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden entzieht. Die Einrichtung der Ständigen Ermittlungsgruppen für komplexe kriminelle Strukturen innerhalb der Flächenbehörden der Polizei in Niedersachsen, kurz SEG KKS, war die richtige Weichenstellung. Zugleich macht mich die Dreistigkeit dieser Täter fassungslos. Gerade vor dem Hintergrund täglich steigender Infektionszahlen und immer mehr Toter im Zusammenhang mit Corona."

06.53 Uhr: Deine Corona-Impfung bekommst du bald vielleicht HIER

Die Menschen in Niedersachsen haben verschiedene Möglichkeiten für eine Corona-Schutzimpfung. Es gebe ausreichend Angebote, sich zeitnah impfen zu lassen, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium auf Nachfrage mit. Der Sprecher verwies darauf, dass es in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt mobile Impfteams gibt. Die Zahl soll demnach stark erhöht werden. Künftig soll es ein Impfteam pro 40 000 Einwohnerinnen und Einwohner geben - statt wie bisher für 70 000, hieß es. Zudem könnten Landkreise und kreisfreie Städte stationäre Impfstellen einrichten. Viele Menschen lassen sich zudem bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten impfen - derzeit bieten mehr als 4500 Praxen in Niedersachsen die Schutzimpfung an, wie der Sprecher schrieb.

Geplant sind zudem ausgewiesene Impfpraxen mit zusätzlichen Impfsprechstunden. Ziel sei auch, dass weitere Fachärzte Impfungen anbieten, so der Sprecher, bei denen du dir deine Impfung auch abholen kannst. „Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen und die ärztlichen Berufsverbände in Niedersachsen haben alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Land dazu aufgerufen, sich an den Impfungen gegen Corona aktiv zu beteiligen.“ Dem Ministerium zufolge können die mobilen Impfteams voraussichtlich bis Jahresende rund 770 000 Impfungen verabreichen, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte rund 2 Millionen. „Insgesamt sind also bis zu 2,8 Millionen Impfungen in Niedersachsen möglich.“

Da die Nachfrage vor allem nach Drittimpfungen stark steigt, müssen die Menschen mitunter Wartezeit in Kauf nehmen. „Aus Sicht des Ministeriums ist es wichtig, dass zunächst die vulnerablen Gruppen geboostert werden sowie alle Personen, deren letzte Impfung bereits sechs Monate her ist“, hieß es. Die Ausweitung der Angebote soll lange Wartezeiten vermeiden. Bei den mobilen Impfteams brauchen die Menschen in der Regel keinen Termin.

(red mit dpa)