Niedersachsen 

Corona in Niedersachsen: Zwei Helmstedter Kneipen dicht ++ Masken-Verweigerin in Hannover beschäftigt Polizei

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Hannover. Das Corona-Virus breitet sich auch in Niedersachsen weiter aus. Während die Inzidenzen am Samstag und Sonntag leicht sanken, bleibt die Corona-Lage in den Kliniken in Niedersachsen angespannt.

Die aktuelle Corona-Entwicklung in Niedersachsen – speziell in der Region38 – kannst du hier nachlesen.

Corona in Niedersachsen: Hier alle News im Überblick

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Sonntag, 5. Dezember

14.00 Uhr: Mutter will Tochter befreien

In Hannover hat eine Masken-Verweigerin zwei Polizistinnen angegriffen. Die Beamtinnen wurden gestern Nachmittag in einen Laden im Stadtteil Sahlkamp gerufen worden, so die Polizei.

Bei der Kontrolle wurde die 27-Jährige immer aggressiver und warf mit Gegenständen aus der Auslage des Marktes auf die Polizistinnen. Letztere konnten die renitente Dame zu Boden bringen und fesseln, wobei sich sich auch dagegen heftig wehrte und die Beamtinnen so leicht verletzte. Auch ihre 51-jährige Mutter versuchte, ihre Tochter zu befreien. Aber das misslang.

Erst als noch weitere Streifenwagen am Ort des Geschehens ankamen, kehrte langsam Ruhe ein. Die Polizei ermittelt jetzt – wegen Beleidigung, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung, tätlichem Angriffs, Widerstand und versuchter Gefangenenbefreiung.

13.22 Uhr: Zwei Helmstedter Kneipen dicht

Die Polizei Helmstedt hat vergangene Nacht zwei Kneipen geschlossen. Sie hatten sich nach Polizei-Angaben nicht an die Corona-Regeln gehalten. Während eine betroffene Gaststätte in der Beguinenstraße sofort schloss, bedurfte es auf dem Papenberg etwas länger.

Erst gegen 6.40 Uhr war Schluss mit lustig. Die Polizei überwachte, dass alle Gäste raus waren – und machte dann die Tür zu. Die Betreiber müssen mit deutlichen Bußgeldern in vierstelliger Höhe rechnen.

12.20 Uhr: Zahlen gehen leicht zurück

Die Werte zur Einordnung der Corona-Lage in Niedersachsen sind erneut leicht zurückgegangen. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz, ein maßgeblicher Indikator, sank am Morgen auf 6,2 nach 6,7 gestern, wie die Landesregierung mitteilte. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet neu in eine Klinik aufgenommen wurden.

Auch der Indikator für die Belegung von Intensivbetten durch Corona-Patienten sank am Sonntag leicht auf 9,9 Prozent. Gestern hatte der Wert genau auf der Grenze von 10,0 Prozent gelegen, die ein Faktor bei der örtlichen Verhängung der Warnstufe zwei ist.

Allerdings stieg die Zahl der registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner leicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab für Niedersachsen am Morgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 203,5 an – nach 203,0 gestern.

Inzidenz-Werte in der Region:

  • Braunschweig: 253,5
  • Gifhorn: 307,5
  • Goslar: 146,3
  • Region Hannover: 218,8
  • Helmstedt: 207,6
  • Peine: 206,9
  • Salzgitter: 364,9
  • Wolfenbüttel: 232,9
  • Wolfsburg: 282,6

2.117 Neuinfektionen und ein neuer Covid-19-Todesfall wurden am Sonntag registriert. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten landesweit auf 6.431.

9.00 Uhr: Corona im Knast – so viele Fälle gab's

In den niedersächsischen Gefängnissen sind seit Ausbruch der Pandemie im März vergangenen Jahres 87 Corona-Infektionen registriert worden. Aktuell sind zehn Häftlinge infiziert. „Das Virus ist sehr häufig bei neuaufgenommenen Gefangenen festgestellt worden“, teilte ein Sprecher des Justizministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Um einen Eintrag des Virus in die Haftanstalten zu verhindern, würden neue Gefangene in den ersten 14 Tagen zunächst isoliert von Mithäftlingen in einem abgetrennten Bereich aufgenommen. Erst nach einem negativen Corona-Test folge die Aufnahme in andere Haftbereiche. Aktuell leben 4.539 Menschen in den Justizvollzugs- und Arrestanstalten des Landes.

Die Impfquote unter den Gefangenen liegt etwas unter dem niedersächsischen Landesschnitt. Wie das Justizministerium weiter mitteilte, sind aktuell 65 Prozent der Gefangenen vollständig gegen das Coronavirus geimpft - in ganz Niedersachsen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 70 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Auch die Booster-Impfungen in den Haftanstalten laufen schon. Rund 21 Prozent der Gefangenen sind laut Ministerium geboostert.

Samstag, 4. Dezember

14.37 Uhr: Hunderte Demonstranten auf der Straße

Wegen der Corona-Politik sind heute mehrere hundert Demonstranten zu Kundgebungen in der Innenstadt von Hannover auf die Straße gegangen. Zu einer Versammlung des AfD-Landesverbandes Niedersachsen am Mittag vor dem Landtag kamen rund 500 Menschen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte.

Eine weitere Kundgebung des Linken-Kreisverbandes Hannover zog bis zum Mittag rund 100 Demonstranten an. Beide Versammlungen verliefen bis zum Mittag laut der Sprecherin „friedlich und störungsfrei“.

Die AfD-Demonstration war unter dem Titel „Schluss mit dem 2G-Diktat – Freiheit und Selbstbestimmung für die Bürger in unserem Land“ angemeldet worden.

Das Motto der Demonstration der Linken lautete „Maske auf und Spritze rein. Solidarisch durch die Krise!“ Die Polizei erwartete wegen der Demonstrationen in der hannoverschen Altstadt Verkehrsbehinderungen.

11.15 Uhr: Inzidenzen sinken leicht – aber weiter angespannte Lage in Kliniken

Die Werte zur Beschreibung der Corona-Lage in Niedersachsen haben sich am Morgen leicht verbessert. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz, ein maßgeblicher Indikator für die Corona-Lage, ging weiter zurück. Am Morgen lag der Wert bei 6,7 – nach 7,0 gestern, wie die Landesregierung mitteilte. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet neu in eine Klinik aufgenommen werden mussten.

Auch die Zahl der registrierten Neu-Infizierungen pro 100.000 Einwohnern sank etwas. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab für Niedersachsen eine Sieben-Tages-Inzidenz von 203,0 an - nach 205,9 am Freitag. 2.798 Neuinfektionen und 18 neue Covid-19-Todesfälle wurden registriert. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten landesweit auf 6.430.

Inzidenz-Werte in der Region:

  • Braunschweig: 266,7
  • Gifhorn: 300,2
  • Goslar: 160,4
  • Region Hannover: 211,8
  • Helmstedt: 184,7
  • Peine: 203,2
  • Salzgitter: 364,9
  • Wolfenbüttel: 234,6
  • Wolfsburg: 249,5

Nach wie vor ist jeder zehnte Patient auf einer Intensivstation im Land inzwischen ein Erkrankter mit Covid-19. Der Indikator für die Intensivbettenbelegung sank am Samstag im Vergleich zum Freitag ebenfalls geringfügig von 10,3 auf 10,0 Prozent.

9.44 Uhr: Handel hofft auf guten Shopping-Samstag vor verschärften Regeln

Geplante Verschärfungen im Kampf gegen das Coronavirus sind für den Handel mitten im so wichtigen Weihnachtsgeschäft ein schwerer Schlag. „Schlimmer wäre eigentlich nur ein neuer totaler Lockdown“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen Mark, Alexander Krack, der Deutschen Presse-Agentur. Die Landesregierung arbeitet derzeit an einer neuen niedersächsischen Corona-Verordnung, die Mitte nächster Woche in Kraft treten soll.

Unter anderen könnten nicht geimpfte Menschen künftig in vielen Geschäften nicht mehr einkaufen. Das sieht eine bundesweite 2G-Regel vor, nach der nur Geimpfte oder Genesene Zutritt zu Läden haben. Geschäfte des sogenannten täglichen Bedarfs sind davon nicht betroffen, dort können nicht geimpfte Menschen auch weiterhin einkaufen. „Bei den klassischen Geschenken wie Textilen, Büchern, Schmuck und Technik merken die Händler aber sofort, wenn Verbraucher fehlen“, sagte Krack.

Angesichts der Pläne müssten viele Händler nun auf diesen Samstag setzen und hoffen, dass es noch einmal mehr Zuspruch als am vergangenen Wochenende gebe, sagte der Handelsverbandssprecher. In der Branche seien weiterhin viele der Meinung, dass es derartige verschärfte Regeln nicht bräuchte. Ein großes Problem seien auch die mangelnden Kapazitäten für Tests.

Freitag, 3. Dezember

15:12 Uhr: Jetzt ist es bestätigt! Omikron-Variante ist in Wolfenbüttel nachgewiesen

In Niedersachsen ist der erste Fall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus durch das Landesgesundheitsamt (NLGA) nachgewiesen worden. Eine Sequenzierung nach einem Verdachtsfall habe ergeben, dass es sich um eine Infektion mit der Omikron-Variante handele, teilte die Behörde am Freitag in Hannover mit.

Nach einem Aufenthalt in Südafrika bestand laut Gesundheitsministerium bei einem Mann aus dem Landkreis Wolfenbüttel der Verdacht, dass er mit dieser Variante infiziert sein könnte. Nach der Afrika-Reise traten demnach in der vergangenen Woche bei dem Mann Erkältungssymptome auf. Sowohl ein Schnelltest als auch ein PCR-Test hatte den Angaben zufolge zuvor eine Infektion mit SarsCov 2 bestätigt.

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Variante wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, steht aber noch nicht fest.

Seit Mittwoch gibt es in Niedersachsen zudem einen weiteren Omikron-Verdachtsfall. Bei einer Frau - ebenfalls aus dem Landkreis Wolfenbüttel - bestehe der Verdacht, dass sie mit dieser Variante infiziert sein könnte, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums dazu mit. Zuvor hatte sich die Frau demnach auch in Südafrika aufgehalten. Die Probe des zweiten Verdachtsfalls werde ebenfalls am NLGA sequenziert. Anfang der kommenden Woche rechne man mit einem Ergebnis.

14.43 Uhr: Niedersachsen kippt Testpflicht nach Auffrischungsimpfungen

Wer in Niedersachsen eine Auffrischungsimpfung erhalten hat, braucht trotz der 2G-plus-Regel keinen aktuellen Coronatest mehr vorzulegen. Diese Erleichterung trete schon ab morgen in Kraft, teilte das Gesundheitsministerium soeben in Hannover mit.

Niedersachsen reagiere mit der neuen Regelung auf wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen die Gefahr einer Infektion und einer Übertragung des Coronavirus „nach dem Erhalt der Auffrischungsimpfung ausgesprochen gering ist“, hieß es. Auch sollten die stark beanspruchten Testkapazitäten entlastet werden.

In Niedersachsen gilt seit Mittwoch in vielen Regionen die Warnstufe zwei: Danach haben in Gastronomie, Sport und Veranstaltungen auch Geimpfte und Genesene nur mit einem zusätzlichen Test Zugang. Daran gibt es massive Kritik von Veranstaltern wie von Bürgern.

Die Auffrischungsimpfungen seien im digitalen Impfzertifikat in der Regel als dritte Impfung hinterlegt, hieß es. Die Befreiung von der Testpflicht gelte ab der Impfung. Für Personen mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson sei die zweite Impfung maßgeblich und gelte als Auffrischung im Sinne der neuen Regelung.

10.50 Uhr: Straßenbahn zum Impfzentrum Salzgitter nimmt Fahrt wieder auf

Aufgrund der Wiederaufnahme des Betriebes im Impfzentrum Salzgitter wird vorerst bis zum 23. Dezember auch die Sonderlinie 641 ab Montag, den 6. Dezember wieder eingesetzt. Es handelt sich um ein Fahrangebot mit Kleinbussen. Die Linie verkehrt SZ-Lebenstedt Bahnhof - Impfzentrum - SZ-Lebenstedt Bahnhof.

Die Nutzung der Sonderlinie ist kostenlos. Es ist kein Fahrschein nötig. Der Zustieg ist nur mit medizinischer Mund-Nasen-Bedeckung und zulässigem 3G Nachweis möglich.

7.58 Uhr: Piraten fordern sofortige Zulassung für Kinder-Impfungen

Die Piraten-Partei Niedersachsen fordert die sofortige Zulassung von Impfungen für 5- bis 12-jährige Kinder gegen eine Corona-Infektion durch die Landesregierung.

„Wenn Rheinland-Pfalz jetzt auch Impftermine für 5 bis 11-jährige Kinder vergibt, gibt es keinen Grund mehr, den impfenden Ärztinnen und Ärzten in Niedersachsen diese Möglichkeit zu verweigern. Denn offensichtlich ist es nicht notwendig, sich sklavisch hinter einer für den 13.Dezember angekündigten Stiko-Empfehlung zu verstecken. Schließlich sollte mittlerweile selbst bei der Landesregierung bekannt sein, dass das Virus insbesondere in dieser Altersgruppe grassiert, selbst leichte Infektionen Langzeitfolgen haben können und eine Infektion auch an noch vulnerabelere Personen weitergegeben werden kann“, fordert Janine Vcelich, examinierte Altenpflegerin und Basispiratin.

„Unser Kultusminister spricht wieder mal mit gespaltener Zunge, wenn er lediglich die schnelle Entscheidung der Stiko anmahnt .“

(red mit dpa)