Niedersachsen 

Niedersachsen: Abbau von Atomkraftwerk dauert mindestens 15 Jahre – „jedes einzelne Dübelloch muss freigegeben werden“

Das vorletzte Atomkraftwerk in Niedersachsen wird abgebaut. Doch das dauert Jahre.
Das vorletzte Atomkraftwerk in Niedersachsen wird abgebaut. Doch das dauert Jahre.
Foto: dpa

Das vorletzte aktive Atomkraftwerk in Niedersachsen bereitet sich auf sein Ende vor: Die Vorbereitungen für den Rückbau des Kraftwerks Grohnde bei Hameln laufen auf Hochtouren. Noch wartet der Betreiber Preussenelektra aber auf die Rückbaugenehmigung - bereits seit 2017 läuft das sehr aufwendige Genehmigungsverfahren.

Das Kraftwerk soll Ende des Jahres nach 36 Jahren Leistungsbetrieb vom Netz gehen, dann produziert in Niedersachsen als einziges Atomkraftwerk nur noch Lingen Strom.

Abbau von Atomkraftwerk in Niedersachsen dauert mindestens 15 Jahre

Auch die Öffentlichkeitsbeteiligung geht in die nächste Phase, es wird mit der Erörterung der Einwendungen begonnen. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt für das weitere Verfahren“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). „Wegen Corona müssen wir dabei einen eher ungewöhnlichen Weg über das Internet wählen.“ Die Erörterung der Bedenken wird online in mehreren Schritten abgehalten, berechtigte Einwender wurden bereits darüber informiert, wie das Verfahren abläuft.

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Der Betreiber Preussenelektra rechnet damit, dass allein der anschließende nukleare Rückbau rund 15 Jahre dauern wird. Dann schließen sich noch rund zwei Jahre für den konventionellen Abbruch der Gebäude an. Für Betreiber und Mitarbeiter bedeutet das ein logistischer Kraftakt, der seit fünf Jahren geplant wird. Die Stilllegung ist Teil des 2011 beschlossenen Atomausstiegs in Deutschland.

Rückbau von Atomkraftwerken deutlich aufwendiger als bei normalen Gebäuden

„Der Rückbau eines Kernkraftwerks unterscheidet sich stark von dem Abriss anderer Industrieanlagen, weil wir es mit Gebäudeteilen zu tun haben, die im Austausch mit radioaktiven Stoffen stehen“, erklärt der künftige Rückbauleiter Dominik van Meegen, der seit fünf Jahren in den Planungen involviert ist.

„Jedes einzelne Dübelloch, jede einzelne Fuge im Beton muss beim nuklearen Rückbau hinsichtlich einer möglichen Kontamination freigegeben werden.“ (fb/dpa)