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Niedersachsen: Auch das noch! Diese Bedrohung raubt Ministerin den Schlaf – „Sorge ist riesengroß“

Niedersachsen: Auch das noch! Diese Bedrohung raubt Ministerin den Schlaf – „Sorge ist riesengroß“

So grausam und traurig ist die Geschichte von Hündin Hanna

Hündin Hanna aus dem Tierheim in Gelsenkirchen hat einen grausamen Leidensweg hinter sich. Ihre Vorbesitzer haben die Kangal-Hündin schwer misshandelt.

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast ist besorgt. Und zwar so sehr, dass die Sorge ihr den Schlaf raube. Denn eine tierische Seuche rückt bedrohlich nah an Niedersachsen heran.

„Die Sorge ist riesengroß, wir sind ständig auf halb acht“, sagt die Ministerin. Erste Schutzmaßnahmen habe Niedersachsen allerdings schon ergriffen. Einen Appell an Reisende inklusive.

Niedersachsen: Agrarministerin wegen dieser Tierseuche in Sorge

Die afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch. Für Niedersachsen wäre es eine Katastrophe, sollte die Seuche über die Landesgrenzen ins Bundesland kommen. „Es gilt, zehn Millionen Schweine in Niedersachsen zu schützen“, betont Barbara Otte-Kinast.

Doch wie kann das gelingen? Eine Antwort: Mit einem gut 150 Kilometer langen Zaun mit festem Knotengeflecht. Bei einem Ausbruch soll der Fundort mit diesem Zaun abgeriegelt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Der Zaun lagert erst einmal in einer Halle des Bundeswehrdienstleistungszentrums Bergen bei Bad Fallingbostel. Niedersachsens Ministerin ist angesichts der Tatsache zumindest etwas beruhigt.

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Das ist die afrikanische Schweinepest:

  • Tierseuche
  • Haus- und Wildschweine sind davon betroffen
  • Übertragung erfolgt beispielsweise durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Kadavern
  • ist ein Tier infiziert, zeigt es meist schwere aber unspezifische Symptome

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Bundeswehr könnte in Niedersachsen mithelfen

Das Zaun-Material entspricht etwa 700 Euro-Paletten oder rund 35 Lkw-Ladungen. Es kostet 1,1 Millionen Euro. Im Bedarfsfall ist es verfügbar und die betroffenen Gebiete können schnell umzäunt werden. Die Zone, die dann eingerichtet wird, dient dazu, dass das infizierte Wildschwein in Ruhe sterben kann. In einem weiteren Abstand von etwa fünf Kilometern soll ein weiterer Schutz errichtet werden, ein Eindringen von Schweinen sollen auch in den Boden getriebene Heringe verhindern.

Möglicherweise werde auch die Bundeswehr bei einem Ausbruch um Hilfe gebeten. „Die Bundeswehr hat ein hohes Eigeninteresse, unsere Truppenübungsplätze sind Schwarzwild-reich. Jeder Ausbruch würde unseren Übungsbetrieb massiv einschränken“, sagte Kommandeur Oberst Dirk Waldau.

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Erster Fall der Tierseuche nahe Niedersachsen aufgetreten

Hilfreich seien auch Hundestaffeln, die extra für die ASP ausgebildet wurden. Die Hunde erschnüffeln die Infizierten, berühren sie aber nicht und schlagen Alarm. Einen Impfstoff gibt es noch nicht. „Die Herstellung soll sehr schwierig sein, insofern ist eine Einzäunung das probate Mittel“, sagte Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers.

Die für Tiere hochgefährliche Schweinepest ist nicht mehr weit weg: Anfang Dezember wurde ein verendetes Wildschwein mit dem Erreger gut 50 Kilometer entfernt von der Grenze zu Niedersachsen in Mecklenburg-Vorpommern gefunden (mehr liest du hier).

Niedersachsen: DAS ist für die Landwirte ein Problem

Im Fall eines ASP-Ausbruchs wäre auch die Vermarktung von Schweinen erschwert. „Schon jetzt brauchen wir verbindliche Zusagen durch die Schlachtbranche und den Lebensmitteleinzelhandel, damit im Seuchenfall die Vermarktung von sicheren Lebensmitteln gewährleistet ist“, fordert Schweinemäster Jochen Oestmann.

Als problematisch bewerten die Landwirte, dass es bisher nur zwei Schlachthöfe (Kellinghusen und Perleberg) gibt, die sich deutschlandweit überhaupt bereit erklärt haben, aus den schon jetzt von ASP bei Wildschweinen betroffenen Gebieten Tiere zu schlachten. Folglich stauten sich Schweine, und es komme neben der ohnehin schon schlechten Lage der Mäster und Ferkelerzeuger zu weiteren Marktverwerfungen.

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Niedersachsens Ministerin wegen Reisenden alarmiert: „Das ist die größte Sorge“

„Im Ausbruchsfall bei Hausschweinen ist das Hauptproblem, dass das EU-Recht die Sperrzone III mit einem Mindestradius von zehn Kilometern um die betroffene Tierhaltung für wenigstens drei Monate aufrecht erhalten will», erklärte Ehlers. «Bisher gibt es deutschlandweit zudem keinen einzigen Schlachthof, der sich bereit erklärt hat, Tiere aus dieser Zone zu schlachten, weil es keinen Markt für diese zu Unrecht stigmatisierten Produkte gibt.“

Zwar sei der Erreger nicht auf den Menschen übertragbar, dennoch müssen lebende Schweine wie auch Schweineprodukte aus ASP-Gebieten genau untersucht werden, um die Tierseuche nicht zu verschleppen. Otte-Kinast appellierte an Reisende, kein Fleisch oder Wurst mitzubringen: „Das ist die größte Sorge, die ich habe, dass durch einen Fehler eines Menschen die ASB hereingebracht wird.“ (dpa)