Niedersachsen 

Niedersachsen: Erster Fall von Affenpocken nachgewiesen!

Kinderärzte warnen vor "Panikmache" wegen Affenpocken

Kinderärzte warnen vor "Panikmache" wegen Affenpocken

Kinderärzte warnen vor einer "Panikmache" bei den Affenpocken. Das Affenpocken-Virus sei "weit weniger ansteckend als Corona", heißt es. Für Kinder in Europa bestehe keine Gefahr.

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Northeim. Jetzt sind sie auch in Niedersachsen angekommen – Affenpocken.

Ein Mann aus Niedersachsen ist dabei von den Pocken betroffen.

Niedersachsen: Erster Affenpocken-Nachweis

Das Ergebnis sei im Labor des Landesgesundheitsamtes bestätigt worden, teilte die Behörde in Hannover am Dienstag mit. Die erkrankte Person sei ein Reiserückkehrer aus Spanien.

Der Landkreis Northeim, wo der Patient lebe, habe Schutzmaßnahmen für den Betroffenen ergriffen und führe nun eine Kontaktpersonennachverfolgung im Umfeld des Patienten durch. Auch die Gesundheitsbehörden der Stadt und des Landkreises Göttingen seien eingebunden. Eine dort ansässige Arztpraxis hatte die Untersuchung veranlasst.

Landesgesundheitsamt Niedersachsen versucht zu beruhigen

Bei dem Patienten gebe es möglicherweise einen Zusammenhang mit weiteren Affenpocken-Fällen, die im Mai 2022 in verschiedenen Ländern außerhalb Afrikas registriert worden sind, hieß es. „Es ist nicht zu befürchten, dass es zu einer stärkeren Ausbreitung der Krankheit in der Bevölkerung kommt, weil effektive Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können“, sagte der Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Fabian Feil. Der Patient und seine Kontaktpersonen müssen nun in Quarantäne.

Der erste nachgewiesene Fall in Deutschland überhaupt war Mitte Mai aus Bayern gemeldet worden. Affenpocken sind eine seltene, von Tieren auf Menschen übertragbare Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, aber bei sehr engem Kontakt möglich.

Niedersachsen: Affenpocken übertragen sich durch sexuelle Kontakte

Viele Übertragungen erfolgten offenbar bei sexuellen Aktivitäten, aktuell insbesondere bei Männern, die sexuellen Kontakt mit anderen Männern hatten, sagte Feil. Daher sei es wichtig, dass sich diese Personen beim Auftreten von Krankheitssymptomen sofort bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt vorstellen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, müsse gemeinsam mit dem Gesundheitsamt das weitere Vorgehen besprochen werden.

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Anfang Mai war ein Affenpocken-Fall in Großbritannien nachgewiesen worden – Experten zufolge kursierte der Erreger da aber wohl bereits in vielen Ländern. Das Virus verursacht nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Die Zeit vom Kontakt bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt zwischen 7 und 21 Tagen.

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Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Folgen einer überstandenen Infektion können Narbenbildung und selten auch Erblindung sein. (dpa/jko)