Peine 

Peine: Todkranker Künstler muss Zwangspause einlegen – „Als ob dir jemand ein Messer in die Brust rammt“

Thomas Doneis aus dem Kreis Peine baut das Schloss Neuschwanstein nach. (Archivbild)
Thomas Doneis aus dem Kreis Peine baut das Schloss Neuschwanstein nach. (Archivbild)
Foto: Rudolf Karliczek; Privat (Montage: news38.de)

Wendeburg. 300.000 Euro und fast sechs Jahre seines Lebens hat Thomas Doneis aus Wendeburg im Landkreis Peine in sein Lebenswerk bereits investiert. Doch fertig ist er noch lange nicht. Sein großes Ziel: Eine Sandstein-Skulptur des Schlosses Neuschwanstein erschaffen, im Maßstab 1:62. Doch aktuell muss er eine Zwangspause einlegen – er ist todkrank.

Bekannt ist Thomas aus dem Kreis Peine auch als „Tattoo-Mann“. Denn sein komplettes Gesicht ist blau tätowiert. Er ist ein Künstler, der nicht nur Skulpturen erschafft, sondern auch sich selbst als Kunstwerk darstellt.

Peine: „Tattoo-Mann“ Thomas hat eine Staublunge

Seit über fünf Jahren arbeitet er aber an dem größten Projekt seines Lebens: Das Schloss Neuschwanstein. Zu Beginn wog der Sandsteinblock 21 Tonnen. Seitdem ist einiges davon abgearbeitet worden – bereits 19 Tonnen!

„Das Gröbste ist bereits geschafft. Die filigranen Arbeiten halten sehr auf.“ Eigentlich wollte der 52-Jährige im nächsten Jahr mit dem Projekt fertig sein. Doch das verschiebt sich auf unbestimmte Zeit... Aktuell muss der Künstler aus dem Kreis Peine nämlich eine Zwangspause einlegen.

Eine wichtige Absauganlage ist noch nicht da. Ohne die kann er nicht weiterarbeiten. Denn bei den derzeitigen Arbeiten ist er noch gefährdeter als bisher. Thomas leidet unter Silikose – auch als Quarzstaublunge bekannt.

Durch seine Arbeit atmet er immer wieder Staub ein. Sein Lungengewebe ist stark beschädigt. Thomas weiß: Er hat nur noch ein paar Jahre zu leben. Wie lange noch? Unklar.

Umso mehr ist jede Minute, die er mit seinem Projekt verbringen kann, kostbar. Da er bei seiner aktuellen Arbeit aber noch mehr Staub produziert, ist diese Anlage unglaublich wichtig. Schon jetzt hat er dauerhafte Schmerzen. „Es fühlt sich an, als ob jemand ein Messer in deine Brust rammt.“

+++ Tattoo-Mann mit großem Herz: Thomas ist todkrank – aber diesen Traum will er sich noch erfüllen +++

Warum er nicht einfach eine Maske bei der Arbeit trage, werde er von vielen gefragt. Damit könne er einfach nicht werkeln. Um alles genau zu sehen, trägt er eine Brille. Spätestens seit der Corona-Pandemie weiß nun auch wirklich jeder, dass sich Masken und Brillen nicht gut vertragen. Alles beschlägt.

Peine: Kommt das Kunstwerk nach China?

Wegen der eigenen Gesundheit aufzuhören kommt für Thomas aber nicht in Frage: „Wenn ich das einmal angefangen habe, höre ich damit nicht einfach auf.“ Zum Arzt gehe er nur bei Notfällen. Schmerzmittel halten ihn so lange aufrecht.

Verkaufen möchte der Künstler sein Werk, sobald es fertig ist. Am liebsten würde er es in München sehen, für die Öffentlichkeit zugänglich. Sein Projekt will er dort noch persönlich vorstellen. Aber auch ins Ausland könnte es gehen. „Es wird wahrscheinlich einen privaten Abnehmer in China sein, der es kauft. Noch steht aber nichts fest.“

300.000 Euro Schulden hat er für sein Lebenswerk bereits gemacht. Durch Corona fallen ihm weitere Einnahmen weg. Mehrere Millionen soll das Modell des Schlosses Neuschwanstein aber einbringen.

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„Einen Teil davon möchte ich spenden. Das ist mir sehr wichtig. Für Menschen, die krank sind und sich keine Therapie leisten können. Und für sozialschwache Familien.“

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Auf seiner Facebookseite „Kunst trifft Soziales“ hält er seine Follower immer auf den neuesten Stand zu seinem Projekt. Thomas Doneis aus Wendeburg im Kreis Peine macht trotz seiner Krankheit immer weiter. Denn irgendwann will er sagen können: „Endlich fertig!“ (ldi)