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VW-Mitarbeiter lassen ihrem Frust freien Lauf – „Sind richtig sauer und haben kein Verständnis dafür“

VW: Die Erfolgsgeschichte des Autobauers
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Um die Verhandlungen zwischen VW und der Gewerkschaft IG Metall steht es nicht gut. Beide Seiten konnten sich bislang nicht einigen.

Jetzt haben VW-Mitarbeiter ihrem Frust freien Lauf gelassen. „Sind richtig sauer und haben kein Verständnis dafür“, heißt es unteranderem in der Gewerkschaftszeitung „Metall Nachrichten“.

VW: Mitarbeiter enttäuscht über Verhandlung

Die Enttäuschung nach der zweiten Verhandlungsrunde zum neuen Haustarif ist groß. IG Metall fordert bessere Konditionen für die Mitarbeiter, VW lehnt strikt ab.

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„Statt den Forderungen mit einem wertschätzenden Angebot zu begegnen, redet Volkswagen um den heißen Brei herum“, schreiben die „Metall Nachrichten“.

Beide Seiten hätten sich lediglich darauf geeinigt, die Inhalte zu den Themen „Freistelllungsregelungen“ und „Ausbildung“ vor der nächsten Verhandlung in kleinen Expertengruppen zu vertiefen.

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Die Arbeitnehmer-Vertretung ist deshalb mehr als unzufrieden. IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger sagt: „Volkswagen hat wertvolle Zeit vertan.“ 120.000 Beschäftigte hätten seit Mai 2018 keine Tabellenerhöhung mehr bekommen, müssten aber die Transformation schultern und alle Folgen der Corona-Pandemie tragen.

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VW-Werke in Deutschland:

  • Braunschweig
  • Chemnitz
  • Dresden
  • Emden
  • Hannover
  • Kassel
  • Osnabrück
  • Salzgitter
  • Wolfsburg
  • Zwickau

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Der VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh zeigte nach der Verhandlung ebenfalls kein Verständnis. „Weil das Unternehmen heute wieder mit leeren Händen kam, war mehr Zeit, um noch einmal unsere Punkte zu verdeutlichen“, so Osterloh.

„Sind richtig sauer und haben kein Verständnis dafür“

Auke Tiekstra, Vertrauenskörperleiter in Salzgitter sagte, VW stehe in der Krise gut da dank seiner Mitarbeiter. „Jetzt erwarten wir auch ein super Angebot. Stattdessen bisher: Nichts! So mobilisiert der Arbeitgeber unsere Belegschaft. Denn die Kolleginnen und Kollegen sind richtig sauer, haben kein Verständnis dafür“, macht Tiekstra deutlich.

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Schließlich hatte VW trotz Corona im vergangenen Jahr „deutliche Gewinne“ verbucht, wie die „Metall Nachrichten“ schreiben. Die IG Metall fordert daher für die VW-Tarifbeschäftigten in Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Hannover, Emden und Kassel sowie bei der Finanztochter vier Prozent mehr Geld.

Volkswagen soll zudem mehr Umwandlung in freie Tage ermöglichen, der Kreis der Berechtigten soll auf alle Gewerkschaftsmitglieder ausgeweitet werden. Auch verlangt die IG Metall weiter mindestens 1400 Lehrstellen pro Jahr. Der nächste Verhandlungstermin ist am 23. Februar. (nk mit dpa)