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VW: Nach geplatzten Türkei-Plänen – jetzt kommt Erdogan DAMIT um die Ecke

Türkei-Präsident Erdogan soll immer noch sauer auf VW sein – jetzt holt er zum Gegenschlag aus! (Archivbild)
Türkei-Präsident Erdogan soll immer noch sauer auf VW sein – jetzt holt er zum Gegenschlag aus! (Archivbild)
Foto: picture alliance / AA | Serhat Cagdas

Wolfsburg/Ankara. Ist das die späte Rache an VW?

Der Groll des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan (67) war groß, als VW bekanntgegeben hatte, ein geplantes Werk in der westtürkischen Metropole Izmir doch nicht mehr bauen zu wollen. 4.000 geplante und gut bezahlte Arbeitsplätze sind weggefallen. VW hatte diesen Schritt im Sommer 2020 mit der Corona-Krise und ihren Auswirkungen begründet.

Hinter vorgehaltener Hand spricht man aber davon, dass dieser Schritt der Kritik an der türkischen Politik in Sachen Menschenrechtslage und der damaligen Militär-Intervention in Nordsyrien geschuldet war. Jetzt zieht Erdogan alle Register.

VW: Nach geplatzten Türkei-Plänen – jetzt kommt Erdogan DAMIT um die Ecke

Das für die Türkei bestimmte Geld hat VW letztlich in das bestehende Werk Bratislava in der Slowakei investiert. Erdogan habe seinerzeit damit gekontert, dass die türkische Regierung ihre VW-Flotte ausmustern würde. Dazu soll das Präsidialamt unter Führung Erdogans die Behörden in einem Rundschreiben aufgefordert haben. >> HIER mehr dazu!

Das wäre eine komplette Rolle rückwärts: Denn vor anderthalb Jahren hatte Präsident Erdogan sich noch als Volkswagen-Fan geoutet. Damals forderte er die Führungsriege seiner Partei auf, auf den VW Passat als neuen Dienstwagen umzusteigen. >> Erdogan fährt auf VW ab!

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Das ist Recep Tayyip Erdogan:

  • am 26. Februar 1954 in Istanbul geboren
  • Vorsitzender der islamisch-konservativen AKP
  • seit 2014 Staatspräsident der Türkei, seit 2018 mit erheblich mehr Macht ausgestattet
  • unterdrückt türkische Opposition, unabhängige Medien und öffentliche Kritik
  • verfolgt Abbau des Laizismus in der Türkei (Trennung von Staat und Religion)
  • verfolgt aggressive Außenpolitik auf: die Türkei ist bzw. war am Syrien-, Libyen- und Bergkarabach-Konflikt beteiligt, streitet um Mittelmeer-Gasfelder mit Griechenland und Frankreich, Streit um Flüchtlinge mit der EU

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Doch nicht nur das: Jetzt will Erdogan mit dem Togg VW richtig weh tun. Es ist das erste türkische Elektroauto – und es soll schon Ende 2022 vom Band rollen. Rechtzeitig zum 100. Geburtstag der Türkischen Republik im Jahr 2023 soll der Togg vollelektrisch und vergleichsweise günstig sein.

Die Batterie soll mehr als 500 Kilometer Reichweite garantieren und innerhalb einer halben Stunde schon zu 80 Prozent vollgeladen sein.

VW: Erdogan lässt seinen „Traum“ wahr werden

Das Fahrzeug ist als Prototyp Ende 2019 von Erdogan persönlich vorgestellt worden. Damals sagte er: „Heute erleben wir einen historischen Tag für unser Land, erleben, wie ein Traum von 60 Jahren wahr wird.“ Hersteller ist die Firma Togg (Türkiye’nin Otomobili Girişim Grubu, zu Deutsch: Türkische Automobil-Unternehmensgruppe). Bei diesem Vorhaben haben sich fünf Firmen und eine Interessenvertretung für Industrieunternehmen aus der Türkei zusammengetan.

Über drei Milliarden Euro will die Türkei in den Bau des E-Autos investieren. In einer Fabrik in Bursa sollen 175.000 Autos hergestellt werden. Die Regierung wird das Projekt finanziell unterstützen. Außerdem soll es Garantien für die Abnahme von 30.000 E-Autos bis Ende 2035 geben.

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Ob diese Pläne alle so aufgehen wie von Erdogan gewünscht? Und ob er wirklich damit VW weh tut? Man darf gespannt sein... (mg)

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