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VW-Prozess in Braunschweig: Vier Ex-Manager auf der Anklagebank – die Vorwürfe wiegen schwer

Prozessauftakt in Braunschweig! Vier (Ex)-Manager von VW müssen sich wegen des Dieselskandals verantworten.
Prozessauftakt in Braunschweig! Vier (Ex)-Manager von VW müssen sich wegen des Dieselskandals verantworten.
Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Braunschweig. VW-Prozessauftakt in Braunschweig!

Von Donnerstag an müssen sich vier Ex-Manager von VW vor Gericht verantworten. Die Vorwürfe wiegen schwer.

VW-Prozess in Braunschweig: Ex-Manager auf der Anklagebank

Der Dieselskandal war wohl einer der größten deutschen Wirtschaftsskandale überhaupt. Sechs Jahre nach Auffliegen des Betrugs startet der Betrugsprozess nun in der Stadthalle in Braunschweig. Allerdings ohne Martin Winterkorn, der als Ex-Chef eigentlich im Mittelpunkt der Affäre steht.

Im Kern dreht sich alles um die Frage: Wer wusste wann was? Das will nun auch das Landgericht Braunschweig herausfinden. Konkret geht es am Donnerstag in der Stadthalle um die strafrechtliche Verantwortung von VW-Führungskräften. Den vier Ex-Managern wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit manipulierter Software in Millionen Autos und weitere Straftagen vorgeworfen. Der mutmaßliche Tatzeitraum reicht bis ins Jahr 2006.

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Anklage erhebt schwere Vorwürfe

Die Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft dafür verantwortlich gewesen sein, dass Behörden und Kunden mit der unzulässigen Software getäuscht wurden. Demnach wussten die vier, dass in Dieselmotoren illegale Abschalteinrichtungen – „defeat devices“ – zur gezielten Senkung von Stickoxid-Emissionen nur bei Tests eingesetzt wurden.

Nach Überzeugung der Strafverfolger haben die Angeklagten dieses Vorgehen für über 9 Millionen Autos der Marken VW, Audi, Seat und Skoda auch gewollt. Die Führungsriege soll das Programm mitentwickelt beziehungsweise die Weiterentwicklung nicht verhindert haben.

Mit einem schnellen Verfahren rechnet in Braunschweig übrigens niemand. 133 Verhandlungstage sind bis in das Jahr 2023 hinein geplant.

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Prozessaufakt ohne Winterkorn – das ist der Grund

Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn wird nicht zum Prozessauftakt vor Gericht erscheinen. Der Grund: Sein Verfahren wurde aus gesundheitlichen Gründen vor dem Auftakt abgetrennt und „auf einen späteren Zeitpunkt“ verschoben. Die Staatsanwaltschaft hat gegen diese Abtrennung Beschwerde eingereicht. (abr/dpa)

Einer, der bereits für seine Beteiligung am Dieselskandal in Haft gesessen hat, hat jetzt in einer NDR-Doku ausgepackt: Oliver Schmidt. Zum ersten Mal spricht er über seine Verstrickungen. Die ganze Geschichte liest du hier >>>.