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VW: Halbleitermangel legt Stammwerk Wolfsburg fast ganz lahm – Mitarbeiter immer besorgter

VW kündigt weitere Kurzarbeit an.
VW kündigt weitere Kurzarbeit an.
Foto: picture alliance/dpa/dpa/Pool | Swen Pförtner

Wolfsburg. Bei VW gibt es aktuell gleich zwei richtig schlechte Nachrichten: Die Kurzarbeit bei VW wird verlängert. Und dann kommt es noch dicker für die Mitarbeiter!

Der Corona-bedingte weltweite Halbleitermangel beschäftigt den Konzern VW und andere Autobauer schon eine ganze Weile. Jetzt sorgt er zudem für etliche Tage, an denen die Produktion in Wolfsburg komplett ausfällt. Darüber berichtet unter anderem die „Braunschweiger Zeitung“.

VW streicht etliche Schichten in Wolfsburger Werk – doch es kommt noch dicker

Laut dem Bericht stehen die Bänder zwischen dem 2. und dem 13. Oktober komplett still! Schon am 1. Oktober soll es deutlich ruhiger werden. An diesem Tag arbeiten nur die Spät- und Nachtschicht am Golf, dann ist Feierabend.

Erst am 14. Oktober laufe die Produktion an allen Linien und Schichten weiter, jedoch nur für kurze Zeit. Denn schon einen Tag später heißt es laut „Braunschweiger Zeitung“ erneut: Arbeitsruhe und Kurzarbeit.

Zuletzt war unklar, wie es nach dem 1. Oktober im Werk weitergeht. Schon in der letzten Woche hatte die Arbeit nur stark eingeschränkt stattfinden können. Am Freitag hieß es noch, dass ab dem neuen Monat womöglich ein neuer Produktionsplan umgesetzt werden könne.

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VW: Sorgen in der Belegschaft wachsen

Für die Betroffenen hat VW Kurzarbeit beantragt. Volkswagen stockt das Geld zwar fast komplett auf, daher fallen für die Mitarbeiter eigentlich nur die Schichtzulagen weg. Aber nach Informationen der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ wächst innerhalb der Belegschaft die Sorge, denn die meisten Beschäftigten haben einen so langen Zeitraum mit Kurzarbeit bisher noch nicht mitgemacht.

VW-Chefkontrolleur Pötsch mit dramatischer Ansage

Wie lange das so weitergeht, ist bislang unklar. VW-Chefkontrolleur Hans Dieter Pötsch sagte der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Automesse IAA Mobility: „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass wir bis ins erste Halbjahr 2022, vielleicht noch weitergehender mit Auswirkungen zu rechnen haben.“

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Konzernchef Herbert Diess deutete an, die Vertragsstrukturen mit der Chipindustrie zu überprüfen: „Dann müssen wir uns wahrscheinlich direkter mit Halbleiterherstellern abstimmen und auch dort längerfristige Volumenzusagen eingehen.“

Die Dimensionen des Halbleitermangels sind in der Branche inzwischen enorm. Der gesamten Autoindustrie könnten 2021 laut einer Schätzung der Beratungsfirma Alix Partners Einnahmen von gut 210 Milliarden US-Dollar (179 Mrd Euro) entgehen. (vh mit dpa)