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VW-Boss Diess gibt offen zu: „Unzufrieden, auch mit der eigenen Leistung“

VW-Chef Herbert Diess gibt unumwunden zu, auch mal frustriert gewesen zu sein.
VW-Chef Herbert Diess gibt unumwunden zu, auch mal frustriert gewesen zu sein.
Foto: picture alliance/dpa | Carsten Koall

Wolfsburg. VW-Chef Herbert Diess gibt ungewohnte Einblicke in sein Gefühlsleben.

In einem internen Gespräch, zu dem VW-Beschäftigte Fragen einreichen konnten, äußert sich Diess sehr offen.

VW-Chef: „War auch mal frustriert“

Mit seinem Ziel des Aufbrechens „verkrusteter Strukturen“ war VW-Konzernchef Herbert Diess auf erheblichen Widerstand im Betriebsrat gestoßen - inzwischen sieht er mehr Tempo in der Transformation.

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Er sei „auch an der einen oder anderen Stelle sicherlich zwischendrin mal frustriert“ gewesen, so Diess in dem internen Gespräch, zu dem Beschäftigte Fragen einreichen konnten. Doch nun fühle er sich „sehr positiv angetan von dem, was jetzt hier an Bewegung kommt - was mich dann auch wieder zufriedener werden lässt“.

VW will neues Werk für Trinity bauen

Diess bekommt in der Autobranche viel Anerkennung als Treiber des Umbruchs in Richtung E-Mobilität und Digitalisierung. So plant VW etwa ein neues Werk für das E-Modell Trinity.

Vor allem in der VW-Belegschaftsvertretung eckte Diess zuletzt aber wieder stark mit Überlegungen zu möglichen weiteren Sparplänen an. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte ihn scharf dafür, Unsicherheit zu verbreiten.

Sie sowie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), IG-Metall-Chef Jörg Hofmann und VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch beraten zurzeit in einem Vermittlungsausschuss darüber, wie es weitergeht. Ein Ergebnis gibt es noch nicht.

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Auf die Frage, ob er manchmal auch resigniere, meinte Diess: „Resignieren nicht, aber doch schon unzufrieden sein, auch mit der eigenen Leistung.“ Mittlerweile jedoch sei VW „in der Transformation gut unterwegs“ - in Europa als Marktführer bei E-Autos, in den USA als Nummer zwei hinter Tesla.

VW vs. Tesla – „anders hätte man auch keine Chance“

„Es ist jetzt viel angestoßen und unterwegs. Ich glaube, anders hätte man auch keine Chance im Wettbewerb mit Tesla“, so Diess. Mit Cavallo mache er nach der jüngsten Betriebsversammlung gern weitere Veranstaltungen, „weil wir den Wandel hier - gerade am Standort Wolfsburg - sicherlich nur gemeinsam vernünftig gestalten können“.

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Das ist Herbert Diess:

  • am 24.10.1958 in München geboren
  • arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität München und promovierte auf dem Gebiet der Montageautomatisierung
  • ab 1990 war er Leiter Planung und Instandhaltung des Robert Bosch Werks Treto in Spanien
  • 1996 wechselte er zur BMW AG nach München und übernahm dort wieder eine Leitungsposition
  • 2007 wurde er in den Vorstand der BMW AG berufen
  • 2012 wurde er Entwicklungsvorstand der BMW AG
  • 1. Juli 2015: Aufsichtsrat der Volkswagen AG bestellte Diess zum Mitglied des Konzernvorstands
  • seit 13. April 2018 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft

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Zunächst hatte er die Teilnahme an dem Belegschaftstreffen abgesagt. (dpa)