Wolfsburg 

Wolfsburg: Kult-Laden droht das Aus – deswegen trifft das vor allem VW-Mitarbeiter hart: „Kotzt mich nur noch an“

Einem Kult-Laden aus Wolfsburg droht das Aus.
Einem Kult-Laden aus Wolfsburg droht das Aus.
Foto: regios24/Helge Landmann

Wolfsburg. Ganz sicher ist es noch nicht, doch womöglich verliert Wolfsburg einen Kult-Laden.

Vor allem VW-Mitarbeiter trifft es hart. Denn für sie wird damit eine beliebte Anlaufstelle wegfallen.

Wolfsburg: Kult-Laden vor dem Aus

Die Tunnelschänke und der dazugehörige Kiosk an der Heinrich-Nordhoff-Straße in Wolfsburg werden voraussichtlich im Oktober für immer dicht machen. Grund ist der auslaufende Vertrag des Kult-Ladens von Wirt Bruno Corigliano, wie die „WAZ“ berichtet.

Und die Schließung werden gerade die VW-Mitarbeiter zu spüren bekommen. Ob der Kauf von Zigaretten, eines Feierabendbiers oder einfach zum Austausch mit Gleichgesinnten: Die Tunnelschänke, direkt in der Nähe des Tor 17, ist seit Jahrzehnten beliebte Anlaufstelle der VW-Arbeiter.

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Die Stadt Wolfsburg:

  • Wolfsburg ist eine vergleichsweise junge Stadt: 1938 wurde sie als Sitz von VW gegründet
  • Ursprünglich diente sie als Wohnort für die Volkswagen-Mitarbeiter
  • Bis Mai 1945 trug die Stadt den Namen „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“
  • Mit rund 125.000 Einwohnern ist Wolfsburg heute die fünftgrößte Stadt in Niedersachsen
  • Im Jahr 2010 war das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf das höchste aller deutschen Städte

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Wolfsburg: Kunden sauer über Laden-Aus

Entsprechend groß ist auch die Enttäuschung und Wut über die bevorstehende Schließung. „Bruno und seine Tunnelschänke gehören einfach dazu, es war schon normal, dort nach der Arbeit einzukehren, sich mit den Kollegen und Bruno zu unterhalten und natürlich auch was zu trinken“, sagt ein enttäuschter Stammkunde.

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Andere Stimmen klingen hingegen noch verärgerter: „Wolfsburg schafft es immer wieder, sich noch ärmer und unattraktiver zu machen, alles was etwas Tradition hat, wird kaputt gemacht, siehe VfL Kiosk oder die Pavillons in der Fuzo“, so ein Mann. „Kult zählt in Wolfsburg nicht“, heißt es von einem anderen. „Die Stadt kotzt mich nur noch an. Alles, was mit dieser Stadt verwachsen ist, wird ausgelöscht“, schimpft ein Dritter.

Laden soll Großprojekt weichen

Kritik wird schließlich auch an dem Masterplan Nordhoffachse laut. Vom Nordkopf entlang des Kanals soll bis Höhe Sandkamp das „neue“ Wolfsburg entstehen. In Planung ist dort ein modernes Hochglanzquartier mit Wohnungen und Gastronomie, aber auch Büros und Hotels. Die Tunnelschänke wird bei dem Vorhaben aber offenbar nicht berücksichtigt. Bruno Corigliano hat zumindest noch nie etwas vom Investor gehört.

Indes hatte die Idee eines möglichen Standortes an der Heinrich-Nordhoff-Achse ebenso wenig Erfolg wie die einer Ladenfortsetzung in einem Container. Bruno Corigliano wisse laut „WAZ“ nämlich nicht, welche und wessen Genehmigungen er dafür benötigt. Die Tage seines Kult-Ladens sind damit wohl gezählt. (nk)