Wolfsburg 

Wolfsburg: Hunderte Tiere sind dem Tod nahe – „Wir sind etwas in Sorge“

In Wolfsburg und Umgebung droht etlichen Hühnern der Tod. (Symbolbild)
In Wolfsburg und Umgebung droht etlichen Hühnern der Tod. (Symbolbild)
Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Wolfsburg. Hunderten Tiere aus Wolfsburg und Hannover droht der Tod. Du kannst sie jetzt retten!

Der Verein „Rettet das Huhn“ sucht noch tierliebe Menschen, die bereit sind, ausgediente Legehühner bei sich zu Hause aufzunehmen. Am 19. September übernimmt der Verein 800 Legehennen aus einem Freilandbetrieb im Landkreis Gifhorn. Die Tiere sind dann 18 Monate alt und würden normalerweise geschlachtet werden, so der Verein.

Wolfsburg: Verein sucht „Adoptiveltern“ für Hühner

Für etwa 500 werden Plätze gesucht. Pro Person werden mindestens drei und maximal 15 Tiere abgegeben. „Wir haben bei einer Aktion im Juli in Schleswig-Holstein fast 4000 Tiere gerettet und dabei alle unsere Kontakte im Norden genutzt“, sagte die Sprecherin des Vereins, Stefanie Laab. „Deswegen sind wir etwas in Sorge vor der September-Rettung.“

Bei der Aktion Mitte September werden die Hühner an Übergabeorte wie Hamburg, Osterholz-Scharmbeck, Wolfsburg und Hannover gebracht. Wer Tiere aufnehmen möchte, findet Hinweise auf www.rettetdashuhn.de.

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Der Verein finanziert sich über Spenden. Die Betreiber müssen bereit sein, die Tiere kostenlos abzugeben und auch die Abnahme ist unentgeltlich. Mehr als 100.000 Ex-Legehennen wurden nach Angaben von Laab seit 2008 vor der Schlachtung gerettet.

Auch in Freilandhaltung lebten die Tiere den Angaben nach mit neun Hennen pro Quadratmeter dicht gedrängt in engen Ställen und in zu großen Gruppen. „Durch diese Haltung kann keinerlei Rangordnung unter den eigentlich hoch sozialen Tieren gebildet werden und sie leben dauerhaft in psychischen und physischem Stress. Es kommt zu Mobbing, Stress, Angst, Resignation, Aggressivität und Kannibalismus aus Verzweiflung“, so die Tierschützer.

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In neuer Umgebung mit Auslauf und einer kleinen Gruppe, in der sie sich sozial verhalten können, entwickelten sie sich in kürzester Zeit zu zutraulichen Tieren.

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Ziel der Vereinsarbeit ist auch die Aufklärung über die Zustände in der Legehennenindustrie. Jährlich würden 45 Millionen Legehennen nach einem Jahr wie Abfall entsorgt, hieß es. „Die Tiere stehen ihr Leben lang auf Gittern, Betonboden und eckigen Metallstangen und können keines ihrer angeborenen Bedürfnisse ausleben.“ (dpa)