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Wolfsburg: Patienten in der Stadt brauchen viel Geduld! Dabei könnte alles einfacher sein –„Halber Skandal“

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Seit der Corona-Pandemie ist der Arzt-Besuch in Wolfsburg zu einem kleinen Abenteuer geworden.

Doch es hat einen kleinen Umbruch im Gesundheits-Alltag gegeben: Die elektronische Patientenakte (ePA) wurde eingeführt. Allerdings hat sich die Situation in Wolfsburg damit nicht verbessert – ganz im Gegenteil.

Wolfsburg: Patienten sauer – „Halber Skandal“

Es hört sich so simpel an: In der ePA, die seit dem 1. Juli 2021 für Arztpraxen gesetzlich verpflichtet ist, sind alle gesundheitlichen Informationen des jeweiligen Patienten gespeichert. Vor allem im Falle eines plötzlichen Krankenhausaufenthalts könnte das essentiell werden – doch dreiviertel der Praxen führe die digitale Informationsspeicherung gar nicht aus.

Ein verzweifelter Patient hat sein Leid gegenüber der „Wolfsburger Allgemeine Zeitung“ (WAZ) beklagt. „Das ist ein halber Skandal“, ist sich der 70-Jährige sicher. Es habe einen Tag lang gedauert alle Informationen in das System zu hinterlegen. Sprich: Versicherungsnummer, Gesundheitskarte, PIN, E-Mail-Adresse und Personalausweis. Doch genutzt hat es ihn bisher wenig.


Das ist die Stadt Wolfsburg:

  • Wolfsburg ist eine vergleichsweise junge Stadt: 1938 wurde sie als Sitz von VW gegründet
  • Ursprünglich diente sie als Wohnort für die Volkswagen-Mitarbeiter
  • Bis Mai 1945 trug die Stadt den Namen „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“
  • Mit rund 125.000 Einwohnern ist Wolfsburg heute die fünftgrößte Stadt in Niedersachsen
  • Im Jahr 2010 war das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf das höchste aller deutschen Städte

Arzt zeigt auf elektronische Patientenakte
Die elektronische Patientenakte (ePA) wird auch in Wolfsburg nicht wirklich angenommen. (Symbolbild) Foto: dpa-Zentralbild | Jens Kalaene

Wolfsburg: SO wenig Ärzte arbeiten mit ePA

Denn wie die „WAZ“ auf Nachfrage bei der Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) erfahren hat, arbeiten gerade mal ein 24 Prozent der Ärzte mit der ePA. „Die ePA spielt aktuell im Praxisalltag so gut wie gar keine Rolle“, so der KVN-Sprecher Detlef Haffke. Außerdem würden auch nur wenige Patienten ihre Daten dort pflegen.


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Haffke nannte mehrere Gründe, warum das System nicht angenommen werden würde. Vor allem technische Probleme, wie eine neue Hardware, würden den Praxis-Alltag ausbremsen. Deswegen wird es vermutlich in Wolfsburg noch ein wenig dauern, bis diese Art der Digitalisierung im Gesundheitssystem angenommen wird. (mbe)