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VW bringt Werk zum Beben! Mitarbeiter rasten aus: „Unverzüglich zurücknehmen!“

Ein VW-Werk will sich von der dritten Schicht verabschieden. Es wäre eine Zäsur. Bei den Mitarbeitern kommt der Plan überhaupt nicht gut an.

Der Drei-Schicht-Betrieb bei VW in Zwickau steht in Frage.
© Oliver Killig

VW - das sind die Standorte in Deutschland

VW ist einer der größten Autobauer der Welt. Wir stellen die Standorte in Deutschland vor.

Schlechte Nachrichten für Tausende VW-Werker. Wieder mal, muss man sagen.

Es ist definitiv eine harte Zeit für die Mitarbeiter in dem betroffenen VW-Werk. Die Stimmung am einst so gelobten Band droht offenbar zu kippen.

VW-Werk will Schicht abschaffen

Im Zwickauer Volkswagen-Werk drohen weitere Einschnitte. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und News38 soll die Geschäftsführung die Betriebsvereinbarung zum Drei-Schicht-Betrieb aus dem Jahr 1991 gekündigt haben. Sie läuft damit Ende des Jahres aus. Das wäre also eine echte Zäsur! Ein Teil des Dokuments vom 22. September liegt unserer Redaktion vor.

„Ziel ist es, eine von Unternehmen und Arbeitnehmerseite gemeinsame getragene, neue Betriebsvereinbarung zu treffen, die der aktuellen Marktsituation Rechnung trägt und die Wirtschaftlichkeit des Standorts sicherstellt“, erklärte ein VW-Sprecher am Mittwoch (27. September) auf Anfrage. Demnach wird auch am Stammwerk Wolfsburg sowie in Emden nicht mehr in drei Schichten produziert. Der Sprecher sagte zu „Radio Zwickau“, dass die Kündigung nicht ausschließe, dass weiter in drei Schichten gearbeitet werden kann.

VW drosselt Produktion

Erst einen Tag vorher war durchgesickert, dass VW Anfang Oktober wegen der schwächelnden Nachfrage die Produktion in seiner Zwickauer E-Auto-Fabrik für zwei Wochen drosseln wird. Eine Fertigungslinie soll komplett stillstehen. Für das weitere Vorgehen ab dem 16. Oktober will die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat Gespräche führen.

Auch die damalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) feierte 2019 bei VW in Zwickau den ID.3-Produktionsstart.
Auch die damalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) feierte 2019 bei VW in Zwickau den ID.3-Produktionsstart. Foto: Volkswagen AG

Die Kündigung der Betriebsvereinbarung ist laut Unternehmen ein „notwendiger formaler Schritt“, um eine neue, zukunftsfähige Betriebsvereinbarung zu verhandeln. Die Gespräche dazu sollen schon bald starten.


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Laut IG Metall fallen eine halbstündige, bezahlte Pause sowie der bei vielen VW-Werkern beliebte Nachtschichtzuschlag weg. Die Gewerkschaft verurteilte die Kündigung in einer Mitteilung an ihre Mitglieder „aufs Schärfste“ – und forderte VW dazu auf, sie „unverzüglich zurückzunehmen.“

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Das Werk in Zwickau gilt als Vorreiter des Volkswagen Konzerns in der Elektromobilität. Dort arbeiten rund 10.700 Menschen. Sie bauen Elektromodelle der Marken Volkswagen, Audi und Cupra. (dpa/ck)