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Braunschweig: Friseur führt Vier-Tage-Woche ein! „Sie haben immer auf den Haken gewartet“

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Die „Haarwerk“-Chefs Sascha Vollmer (links) und Silvio Christall aus Braunschweig wollen es mal mit einer Vier-Tage-Woche ausprobieren. Foto: Haarwerk GmbH

Braunschweig. 

Ein Friseursalon aus Braunschweig gönnt seinen Mitarbeiterinnen mehr Freizeit.

Ab kommendem Jahr müssen die Friseurinnen beim „Haarwerk“ in Braunschweig nur noch vier Tage in der Woche arbeiten – zunächst kam die Idee allerdings gar nicht so gut an.

Braunschweig: Friseur „Haarwerk“ will mit Vier-Tage-Woche punkten

In der Tat ist eine Vier-Tage-Woche bei Dienstleistern eher ungewöhnlich. Die Idee reifte allerdings nicht aus der Corona-Krise heraus, sondern hat einen ganz anderen Hintergrund, wie Sascha Vollmer und Silvio Christall news38.de erzählen. Die beiden leiten den etwas versteckten Salon in der Nußbergstraße im Östlichen Ringgebiet.

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„Grundsätzlich ging es darum, Mitarbeiter zu gewinnen und Leute für den Beruf zu begeistern. Der heranwachsenden Generation geht es weniger um Geld, sondern mehr um Zeit“, sagt Silvio.

„Warum fahren wir mal nicht einen Tag runter?“

„Dann haben wir uns gedacht ‚Warum fahren wir mal nicht einen Tag runter?‘ und das mal durchgerechnet. Das war alles lösbar, daher führen wir das jetzt einfach mal ein.“ Dabei wird das „Haarwerk“ aber nicht an einem Tag geschlossen, vielmehr teilen sich die Mitarbeiterinnen ihre freien Tage in der Woche jeweils auf.

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Mehr Freizeit bedeute ja auch mehr Zufriedenheit. Und: Die Mitarbeiterinnen könnten an ihrem freien Tag Dinge erledigen, die sie bisher neben der Arbeit machen mussten. Insofern werde es für alle entspannter.

Nachteile sehen die Friseur-Chefs nicht. „Wir hoffen, dass wir durch den Schritt attraktiver werden und neue Mitarbeiter gewinnen können. Und, dass unsere Mitarbeiterinnen bei uns bleiben, weil sie merken, was sie an dem Laden haben. Diese Arbeitszeiten bekommen sie ja auch nirgendwo sonst geboten“, sagt Sascha.

Friseurinnen waren zunächst skeptisch

Er und Silvio glauben, dass ihre Rechnung aufgeht: Die Auslastung pro Tag werde etwas mehr werden. Zum Glück seien die meisten Kunden zeitlich auch flexibel. Die Mitarbeiterinnen hätten erstmal gestutzt, als sie von dem Plan gehört haben, erzählt Sascha.

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„Sie haben immer auf den Haken an der ganzen Geschichte gewartet, nach dem Motto ‚Und was müssen wir dafür tun?‘. Wir mussten es ihnen wirklich deutlich erklären: Ihr kriegt wirklich einen Tag in der Woche geschenkt! Ihr behaltet euren Urlaub, euer Gehalt bleibt gleich – und dann war die Freude groß!“ (ck)