Braunschweig 

Braunschweig: Es hört nicht auf! Mann entdeckt Ungeheuerliches vor seinem Haus

Die Neonazi-Szene in Braunschweig ist nicht besonders groß, aber umso aktiver. (Symbolbild)
Die Neonazi-Szene in Braunschweig ist nicht besonders groß, aber umso aktiver. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Engelhardt

Braunschweig. Sie erinnern bundesweit an das grausamste Verbrechen der deutschen Geschichte – auch in Braunschweig. Stolpersteine erzählen von Schicksalen – „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ – lautet das Motto des Projekts Stolpersteine.

Umso schlimmer ist es dann, wenn eben jene Stolpersteine beschmiert, beklebt oder sonstwie geschändet werden. In Braunschweig passiert aber genau das immer wieder.

Braunschweig: Neonazis verschandeln Stolperstein

Und auch jetzt haben Neonazis wieder mindestens einen Stolperstein mit ihrer NPD-Propaganda überklebt. Erneut traf es den Stolperstein vor dem Wohnhaus von BIBS-Ratsmitglied Peter Rosenbaum, wie er twitterte. Demnach passiert das immer wieder.

Der Stein erinnert an Hedwig Aronheim. Sie war am 16. April 1878 in Braunschwieg geboren worden. Sie hatte drei Kinder. Um der drohenden Deportation zu entgehen, nahm sie sich am 19.2.1945 das Leben.

Die Polizei Braunschweig weiß von den Taten. Der Staatsschutz ermittle, hatte es unter anderem vor einem knappen Monat geheißen. Damals war ein nationalistischer Sticker auf einen Stolperstein an der Celler Straße geklebt worden.

Seit fast 25 Jahren erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig mit seinem Stolpersteine-Projekt in ganz Deutschland und in manchen Nachbarländern an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Stolpersteine sind kleine Messingplatten, die vor den letzten frei gewählten Wohnstätten im Bürgersteig verlegt werden. Seit 2005 gibt es in Braunschweig einen Stolpersteine-Verein. In der Löwenstadt lebten vor 1933 etwa 1.200 Juden – nach 1945 waren es nur noch einige wenige...

+++ Braunschweig: Diese Aufkleber sind einfach widerlich! +++

Braunschweig: Neue Stolpersteine im Juni

„Unser Anliegen ist es, mit dem Projekt Stolpersteine diese Menschen, ihre Namen, Schicksale und Lebensumstände, aus der Vergessenheit in die Mitte unserer Stadt zurückzuholen“, so der Verein „Stolpersteine für Braunschweig“. An gut 400 Schicksale wird in Braunschweig bereits erinnert. Es werden immer mehr. Im Juni möchte Initiator Demnig acht weitere Steine verlegen.

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Braunschweig: Erneuter Angriff gegen KZ Gedenkstätte

Die letzte Stein-Schändung reiht sich ein in mehrere ähnlich gelagerte Taten in Braunschweig. Erst am vergangenen Samstag war der Schaukasten an der KZ Gedenkstätte Schillstraße zerstört worden. Auch hier gibt es immer wieder Vorfälle dieser Art.

„Dieser erneute antisemitische Angriff ist ekelhaft und wir verurteilen ihn auf das Schärfste. Wir wollen, dass die Tat verfolgt und aufgeklärt wird“, so das Bündnis gegen Rechts Braunschweig. (ck)