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Braunschweig: Trauriger Trend bahnt sich an – Tierheim hat Angst vor Kollaps

Bahnt sich ein trauriger Trend in Braunschweig an? Das Tierheim ist in Sorge! (Symbolbild)
Bahnt sich ein trauriger Trend in Braunschweig an? Das Tierheim ist in Sorge! (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Lagencia

Braunschweig. Es ist ein trauriger Trend, der sich anzubahnen scheint! Das Tierheim in Braunschweig sorgt sich – und ist damit nicht alleine.

Denn das Tierheim Braunschweig rechnet in den kommenden Wochen und Monaten mit vielen traurigen Hunde- und Katzen-Schicksalen. Droht jetzt eine Abgabewelle?

Tierheim Braunschweig befürchtet Abgabewelle

Hintergrund ist dabei tatsächlich die Corona-Pandemie. In Zeiten von Lockdown, Kurzarbeit und Home Office haben sich auffällig viele Menschen ein Haustier angeschafft. „Wir hatten noch nie so viele Interessenten für unsere Tiere wie seit dem Beginn der Pandemie“, sagt Verena Geißler vom Tierschutz Braunschweig zu news38.de.

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Die beliebtesten Hunde in Deutschland:

  1. Mischlingshunde
  2. Labrador Retriever
  3. Golden Retriever
  4. Deutscher Schäferhund
  5. Jack Russel Terrier
  6. Yorkshire Terrier
  7. Berner Sennenhund
  8. Beagle
  9. West Highland White Terrier
  10. Chihuahua

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Und jetzt, wo wir langsam zurück in die Normalität finden? Finden diese Menschen dann noch genügend Zeit für ihre Tiere? Dürfen die Vierbeiner mit ins Büro, wenn der Mensch dorthin zurückkehrt? Und dann stehen im Juli auch noch die Sommerferien vor der Tür...

Braunschweig: Wie viele Hunde landen im Tierheim?

Das Tierheim Braunschweig befürchtet, dass vor allem neu erworbene Hunde wieder abgegeben werden. „Es ist fraglich, ob die Hunde dann acht Stunden am Tag allein bleiben können und ob es manchen Leuten nicht zu viel Arbeit wird“, sagt Geißler.

Dabei sind es vor allem privat vermittelte oder übers Internet verkaufte Tiere, die den Tierheimen in der Region Sorgen machen. In Tierheimen sind Fehlvermittlungen seltener, weil die Mitarbeiter sich hier jeden Interessenten sehr genau ansehen und kein Tier abgeben, wenn sie ein schlechtes Gefühl haben.

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Braunschweig: Erste Online-Katzen schon im Tierheim gelandet

Leider deutet sich der befürchtete Trend auch in Braunschweig schon an: „Wir haben tatsächlich auch schon die ersten unüberlegten, bei Ebay gekauften Katzen ins Tierheim bekommen“, erzählt Geißler.

Eigentlich solle man erst gar nicht ins Grübeln kommen, ob man sich ein Tier anschaffen möchte – „dann wäre das Kind ja schon in den Brunnen gefallen“. Das müsse man sich schon vorher überlegen, alles andere sei extrem unverantwortlich, so Geißler weiter.

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„Wer aber feststellt, dass es doch ein Fehler war, ein Tier bei sich aufzunehmen, sollte versuchen, privat ein neues Zuhause für sein Tier zu finden“, empfiehlt die Braunschweiger Tier-Expertin. Die Tierheime seien – insbesondere mit Hunden – überfüllt und hätten häufig nur wenig Kapazitäten frei.

Auch das Tierheim in Gifhorn befürchtet Schlimmes: „Ich bin auch der Überzeugung, dass es sich meist um Tiere handeln wird, die über das Internet gekauft wurden. Tierheime haben in der Regel ein festes Vermittlungsprozedere und schauen schon sehr genau hin.“

Weiter: „Ich bin der Auffassung, dass es dem betroffenen Tier vermutlich schon nicht mehr so toll geht in seinem Zuhause, wenn die Besitzer anfangen über eine Abgabe nachzudenken. Wie wir als Tierheim mit der drohenden Abgabewelle letztlich umgehen, hängt dann in erster Linie auch mit den vorhandenen Kapazitäten zusammen.“ (ck)