Braunschweig 

Braunschweig: Familienstreit eskaliert in der Weststadt – „Dreh dich um und stirb wie ein Mann“

Prozessauftakt in Braunschweig! Mehrere Männer müssen sich vor dem Landgericht verantworten.
Prozessauftakt in Braunschweig! Mehrere Männer müssen sich vor dem Landgericht verantworten.
Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Braunschweig. Dieser Fall in Braunschweig hat für Aufsehen gesorgt!

Es war im April diesen Jahres, als an einem Samstagabend plötzlich Schüsse in der Luisenstraße in Braunschweig fielen. Nur wenige Monate später müssen sich fünf Angeklagte vor dem Landgericht Braunschweig verantworten.

Fünf Männer des versuchten Totschlags am Landgericht Braunschweig angeklagt

Vor dem Landgericht Braunschweig stehen am Donnerstagmorgen mehrere Streifenwagen der Polizei. Besucher müssen durch doppelte Sicherheitskontrollen. Im Gerichtssaal ist eine Plexiglaswand aufgebaut, die die Prozessbeteiligten und die Besucher voneinander trennt.

Nach und nach werden die fünf Angeklagten im Alter von 20 bis 32 Jahren in den Gerichtssaal geführt. Alle Angeklagten werfen Blicke Richtung Zuschauerbank. Dort sitzen offenbar Bekannte. Man nickt sich zu. Dann nehmen die Männer Platz neben ihren Strafverteidigern. Alle dürfen ihre Handschellen abnehmen. Nur bei einem muss nochmal nachgefragt werden. Als der 20-Jährige versichert, nicht über „Tische und Bänke“ zu gehen, fallen sie auch bei ihm.

Die Angeklagten sitzen seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft. Alle untergebracht in verschiedenen Justizvollzuganstalten. Wegen der Tätertrennung, wie die Richterin erklärt. Dann wird die Anklage verlesen. Die Angeklagten selbst hören stillschweigend zu, wirken ruhig. Und das, obwohl die Vorwürfe schwer wiegen.

Heftige Szenen in der Weststadt: „Dreh dich um und stirbt wie ein Mann“

Schon seit Jahren gebe es Streit zwischen zwei Familien. Der soll sich derart zugespitzt haben, dass die Angeklagten beschlossen hätten, mindestens ein Mitglied der anderen Familie zu töten. Dafür sollen sie sich an einem Samstagabend im April verabredet haben. Unter der Jokerbrücke soll sich die Gruppe getroffen haben. Die Beteiligten hätten Knüppel, Macheten und eine scharfe Schusswaffe dabei gehabt.

In der Braunschweiger Weststadt sei es dann zu einem Aufeinandertreffen der beiden Familien gekommen. Dort sollen dann mehrere Schüsse gefallen sein. Einer der Angeklagten soll kurz vor einem Schuss gesagt haben: „Dreh dich um und stirb wie ein Mann“. Die Schüsse seien auf vorbeifahrende Autos abgefeuert worden. Ein weiteres Geschoss habe eine Straßenbahn getroffen. Der Fahrer sei von den Splittern am Hals und Oberkörper getroffen worden. In der Bahn selbst hätten zur Tatzeit glücklicherweise nur wenige Fahrgäste gesessen.

Der Vorfall hatte seinerzeit für großes Aufsehen gesorgt. Handschellen klickten schnell. Schon wenige Tage danach konnte die Polizei gleich mehrere Haftbefehle erlassen. Nur wenige Monate später nun müssen sich die Angeklagten vor dem Landgericht Braunschweig verantworten – unter anderem wegen versuchten Totschlags. Wegen der mutmaßlichen Beteiligung eines 20-jährigen Angeklagten findet das Verfahren vor einer Jugendstrafkammer statt.

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Angaben möchte am ersten Prozesstag keiner der Angeklagten zu den Vorwürfen machen. Sie hüllen sich in Schweigen.

Für den Prozess sind 20 Verhandlungstage bis Anfang Februar 2022 geplant. (abr)