Braunschweig 

Braunschweig: Schwarzbuch prangert Mooswände an – SO reagiert die Stadt

In Braunschweig sorgen Mooswände für heftige Diskussionen beim Bund der Steuerzahler.
In Braunschweig sorgen Mooswände für heftige Diskussionen beim Bund der Steuerzahler.
Foto: Christopher Kulling

Braunschweig. Ohne Moos nichts los? Das Sprichwort trifft derzeit leider nicht auf die Stadt Braunschweig zu.

Denn: Aufgestellte Mooswände in Braunschweig sorgen für heftige Diskussionen. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) meldet sich jetzt in seinem diesjährigen Ausgabe „Schwarzbuch“ kritisch zu Wort.

Braunschweig: Klimaprojekt sorgt für Aufregung

Es geht um die so genannten „CityTrees“ – freistehende Gitterwände am Rudolfplatz und der Hans-Sommer-Straße. Die Wände sind 24 Quadratmeter groß und wurden mit Moos bepflanzt.

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Der Grund für das Projekt: Durch das Moos sollten Feinstaub und Rußpartikel gefiltert werden – die Wände sollten einen positiven Effekt auf die Treibhausgase haben. Kostenpunkt: Rund 112.500 Euro, wie der BdSt mitteilte.

Die „City-Trees“ folgten dabei dem „Förderaufruf für investive Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte“ des Umweltministeriums. Die Stadt Braunschweig hatte daraufhin den Antrag „Klimaschutz mit urbanem Grün – makroklimatische Regulierung durch Pflanzen“ gestellt.

Mit rund 1,9 Millionen Euro förderte der Bund die Mooswände – der Bund der Steuerzahler kritisiert das Braunschweiger Klimaprojekt jetzt scharf.

Mooswände in Braunschweig haben kaum Effekt

Wie sich nun rausstellte, konnten die Mooswände das Versprechen nicht umsetzen: Bei den „City-Trees“ ist kein wirklicher Effekt nachgewiesen worden.

Im „Schwarzbuch“ prangert der BdSt jetzt die Stadt Braunschweig an: Die Stadt soll durch die Wände ungerechtfertigt Fördergelder kassiert haben – und von dem fehlenden Effekt gewusst haben.

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Die Stadt wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Es ging bei der Förderung der City Trees von Beginn an darum, Erkenntnisse über die Effektivität und Klimawirkung zu gewinnen. Deshalb wurde das Projekt in Abstimmung mit dem Bund auch wissenschaftlich begleitet.“

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Das Sammeln von Erkenntnissen stand dabei im Vordergrund: „80 Prozent der Kosten werden vom Bund gefördert. Der kommunale Anteil war also sehr gering“, teilte die Stadt weiter mit.