Braunschweig 

Braunschweig: Nach dreistem Diebstahl – Inhaber will sich nicht unterkriegen lassen! „Jetzt erst recht“

Gewahrsam? Festnahme? Was diese Polizei-Begriffe wirklich bedeuten

Gewahrsam? Festnahme? Was diese Polizei-Begriffe wirklich bedeuten

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Braunschweig. Wenn Erdinc Selcuk am Tresen in seinem Laden in Braunschweig steht, guckt er auf eine Wand aus dünnen Platten. Das war nicht immer so. Bis Samstag hat er dort noch auf sein Schaufenster geschaut und einen direkten Blick auf den Steinweg gehabt. Doch von dem Schaufenster ist nicht mehr viel übrig. Das Glas ist zerbrochen, es klafft ein riesiges Loch in der Scheibe, das nun durch die Platten provisorisch bedeckt wird.

Innerhalb von Sekunden wurde die Scheibe in der Nacht von Samstag auf Sonntag zerstört. Eingeschmissen mit einem Gullideckel. Dafür verantwortlich sind drei Diebe, von denen bis jetzt jede Spur fehlt. Sie haben nicht nur die Scheibe zerstört, sondern auch noch Schmuck geklaut. Erdinc und seine Frau Arzu können nicht begreifen, wie jemand so etwas tun kann. Doch unterkriegen lassen wollen sie sich nicht – im Gegenteil!

Braunschweig: Überwachungsvideo zeigt heftige Szenen

Gegen halb 4 schlugen die Diebe in Braunschweig zu. Ein Überwachungsvideo zeigt, in welcher Geschwindigkeit alles vor sich ging! Nicht einmal eine Minute hat es gedauert, bis die Männer die Scheibe mit einem Gullideckel eingeworfen, mit einer Eisenstange weiter zerstört, den Schmuck in ein Tuch gewickelt haben und davongerast sind. Mit einem Audi RS. Doch weit kamen sie nicht.

An der Ecke Wilhelmstraße/Fallersleber Straße krachten sie mit einem Audi A3 zusammen, rammten einen geparkten Golf und zogen so noch zwei weitere Autos in Mitleidenschaft. Sie hinterließen Chaos, den Audi RS mit geklautem Kennzeichen und offenbar einiges an Diebesgut im Auto – doch von ihnen fehlt bis jetzt jede Spur (mehr zu der Tatnacht liest du in diesem Artikel).

Nach Einbruch in Braunschweig: „Das war wie ein Krimi“

Als all das passierte, ahnten Erdinc und Arzu noch nichts davon. Sie verbrachten einen gemütlichen Sonntag, tranken gerade Kaffee, als plötzlich das Telefon klingelte. „Das war wie ein Krimi. Ein Nachbar hatte unsere Scheibe gesehen und angerufen und gefragt: Was ist bei euch passiert?“, erinnert sich Arzu. Wenig später stand das Paar vor dem Scherbenhaufen in ihrem Laden, den sie erst vor zwei Monaten am Steinweg neu eröffnet hatten. „Wir sind vom Glauben abgefallen“, sagt Arzu im Gespräch mit News38.

Auf dem Boden des Geschäfts sind noch die Einschlagspuren des Gullideckels zu sehen. Das Schaufenster ist zerstört. Die Auslage leer. Die Diebe haben einiges an Schmuck mitgenommen. Andere Stücke seien durch die Attacke beschädigt worden. Neben der Tür stehen noch der Gullideckel und die Eisenstange. Als „Andenken“, witzelt Erdinc, dem eigentlich so gar nicht zum Lachen zumute ist. „Wenn ich mir das angucke, dann kriege ich die Krise“, sagt er ehrlich, „ich sitze da und bin voll durch.“

Braunschweig: Paar will sich nicht unterkriegen lassen und setzt deutliches Statement

Doch unterkriegen lassen wollten er und seine Frau sich nicht. Sie haben den Laden direkt wieder geöffnet und gehen offen damit um, was ihnen passiert ist. Das wird spätestens dann deutlich, wenn man vom Steinweg aus auf das kaputte Schaufenster guckt. Denn dort sind nicht nur einfach die sandfarbenen Platten zu sehen – sie sind auch beschriftet. Darauf zu lesen ist: „Wir wurden dreist ausgeraubt!!! Weiter geöffnet, Danke. Corona überlebt. Das packen wir auch!“

„Wir haben gesagt, jetzt erst recht“, erzählt Arzu, die die Platten beschriftet hat. Ganz nach dem Motto: „Einmal mehr aufstehen als man hingefallen ist“. Auch, wenn das Erlebnis für sie „traumatisierend“ gewesen sei und das Bangen darüber groß ist, wie viel Schmuck am Ende tatsächlich weg ist, wollen sie weitermachen. Für sich und für ihre Kunden. Schließlich sind sie vor gut zwei Monaten erst vom Bohlweg in den Steinweg gezogen.

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Frau beobachtet Diebstahl in Braunschweig und verhindert noch Schlimmeres

Besonders dankbar sind die beiden einer Frau, die direkt in der Nacht die Polizei gerufen und den Diebstahl gemeldet hat. „Sie war mutig und hat Courage gezeigt“, sagt Arzu. „Sie kann gerne zu uns in den Laden kommen, damit wir uns persönlich bedanken können.“ Beide sind sich sicher, dass die Frau verhindert hat, dass vielleicht noch mehr hätte geklaut werden können. So konnte die Schaufensterscheibe schnell versiegelt werden, zumindest provisorisch, und niemand konnte einfach so in die Auslage greifen.

Zwei bis drei Wochen dauere es wohl, bis die neue Scheibe kommt. Erdinc hofft, dass es schnell geht. Damit er nicht mehr jeden Tag buchstäblich vor Augen hat, was dort passiert ist.