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Braunschweig: Energiepreise explodieren! Jetzt geht ein Traditions-Bäcker einen drastischen Schritt

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Braunschweig. 

Das Handwerk in Braunschweig leidet unter den explodierenden Energiepreisen. Denn: Hier läuft noch sehr viel über Gas.

Deshalb ist eine beliebte Traditions-Bäckerei aus Braunschweig jetzt zu einem drastischen Schritt gezwungen. Grund: Der Backofen frisst enorm viel Energie. Doch die Mehrkosten sollen sich nicht auf die Brötchenpreise auswirken.

Braunschweiger Bäcker steht vor schwieriger Situation – „Zwingt zum Umdenken“

An den Scheiben der Braunschweiger Traditions-Bäckerei „Peter Priemer“ hängen mehrere Zettel, die auf die schwierige Lage aufmerksam machen: „Mit dem Beginn der Ferien möchten auch wir unseren Beitrag leisten und unseren Wirtschaftsminister bei seinen Sparplänen unterstützen“, heißt es. Daher hat sich der Familienbetrieb dazu entschlossen, nur noch fünf Tage die Woche zu öffnen.

„Bis vor zwei bis drei Jahren war noch alles entspannt“, erzählt Peter Priemer im Gespräch mit News38. „Die jetzige Situation in der Weltwirtschaft zwingt uns aber zum Umdenken.“ Schon während der Corona-Krise war der Bäckermeister gezwungen, „den Kopf und nicht nur die Hände anzustrengen“. Allerdings schaffte es der Traditionsbetrieb, der seit 1997 an der Kastanienallee zu finden ist, die Pandemie zu überleben und das Preisniveau der Backware zu halten – bis der Krieg in der Ukraine ausbrach.

„Um jetzt zu Überleben und den Laden offen zu halten, müssen wir unsere Kunden quälen. Wir können die Folgen nicht mehr auffangen wie in der Corona-Krise“, so Priemer weiter.

SO viel teurer werden die Brötchen bei Priemer in Braunschweig

Denn: Die Rohstoff- und Einkaufspreise der benötigten Lebensmittel hätten sich damals nicht viel verändert. Doch jetzt schieße alles in die Höhe. Ein Kilo Mehl koste mittlerweile um die 80 Cent, vor wenigen Monaten habe der Preis noch bei 30 Cent gelegen. Der Bäcker sei gezwungen, Maßnahmen zu entwickeln, um die 100 bis sogar teilweise 500 Prozent Mehrkosten auszugleichen. Viele Betriebe würden deshalb die Preise anziehen. Doch das versuche Priemer so weit es geht zu vermeiden.

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„Ich muss mein Sortiment auch teurer machen, allerdings reden wir von einem Preisanstieg zwischen 20 und 40 Prozent. So wird ein Brötchen bei uns bald nicht mehr nur 45 Cent, sondern wahrscheinlich 50 oder 55 Cent kosten. Doch mit dieser moderaten Erhöhung, die uns auch schon schmerzt, lassen sich nicht alle Kosten abfedern.“

Daher hat sich der Familienbetrieb entschlossen, einen Tag weniger in der Woche zu öffnen. „Im Moment zahle ich einen Gasabschlag von 1.500 Euro im Monat. Das soll jetzt auf 5.000 Euro angehoben werden“, erklärt Priemer gegenüber News38. Das teuerste daran ist der Brötchenofen, der rein mit Gas geheizt wird. Am meisten Energie frisst er beim Aufheizen. Wenn er die 240 Grad erst einmal erreicht hat, wird nur noch wenig Gas benötigt. „Je weniger ich den Ofen hochheizen muss, desto weniger Gas verbraucht er. Deshalb kann ich mit einer fünf-Tage-Woche den Preisanstieg für die Kunden moderat halten“, ist sich der Backmeister sicher.

Noch ein Tag weniger Priemer-Brötchen in Braunschweig?

Seine Kundschaft verstehe den drastischen Schritt des Bäckers. Bisher habe er keine negativen Reaktionen bekommen, im Gegenteil! Viele hätten ihm versprochen, auch mit höheren Preisen noch weiter zu kommen.

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Das passiert noch in Braunschweig:

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Allerdings denkt Peter Priemer nicht, dass weitere Bäckereien aus Braunschweig den gleichen Weg einschlagen werden. Sein Vorteil: Er hat keine Angestellten, seit zehn Jahren arbeiten nur seine Frau und er in dem Betrieb. Andere Bäckerei-Besitzer sind in ganz anderen Situationen, haben mehrere Filialen und bis zu 200 Mitarbeiter. „Diese sind gezwungen, montags bis sonntags die Bude zu öffnen“, so Priemer. Daher schätzt er, dass sich dort die Mehrkosten auf die Brötchen-Preise auswirken könnten.

Doch der Bäcker denkt noch weiter voraus. Denn: Sein Gasvertrag geht nur noch bis Ende des Jahres. Wenn sich die Situation bis dahin nicht verbessert, muss nochmal neu kalkuliert werden. Eine mögliche Lösung: Die vier-Tage-Woche.

„Ich möchte ja auch noch leben und wenn ich sage ich mache jeden Tag auf, lasse aber die Brötchenpreise unten, muss ich arbeiten wie vor 20 Jahren“, so der Braunschweiger Bäcker. „Da möchte ich nie wieder hin. Deshalb nehmen wir uns mehr Zeit für uns und können die Preissteigerung relativ gut abfedern.“ (mbe)

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