Gifhorn 

Gifhorn: Frau macht schockierenden Fund in Pappkarton – „Hätten die nächste Nacht nicht überlebt!“

Eine Spaziergängerin hat im Kreis Gifhorn einen auffälligen Karton in einem Busch entdeckt. Ihr Gefühl sollte ihr Recht geben...
Eine Spaziergängerin hat im Kreis Gifhorn einen auffälligen Karton in einem Busch entdeckt. Ihr Gefühl sollte ihr Recht geben...
Foto: picture alliance / blickwinkel/B. Trapp | B. Trapp

Gifhorn. Tierschützer aus dem Kreis Gifhorn sind einmal mehr fassungslos. Zu Recht.

Hintergrund sind zwei völlig wehrlose und todgeweihte Tiere, die ihr Überleben nur einem Zufall, einer aufmerksamen Spaziergängerin sowie dem Team des NABU-Artenschutzzentrums in Leiferde zu verdanken haben.

Gifhorn: Schock bei Gassirunde – was ist das?

Eine Frau war am Freitag mit ihrem Hund auf einer Gassirunde am Elbe-Seitenkanal im Kreis Gifhorn unterwegs, so der NABU. Gegenüber des Bernsteinsees entdeckte sie einen durchweichten Pappkarton im Gebüsch.

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Der Karton kam der Frau verdächtig vor, weshalb sie mal nachsah, was sich darin befindet... Traurig, aber wahr: In dem nasskalten Karton befanden sich zwei Wasserschildkröten!

Zu Hause angekommen, alarmierte die Finderin direkt das NABU-Team. Sie war sich nicht sicher, wie sie am besten vorgehen sollte. Außerdem glaubte sie, dass eine der Schildkröten leider schon tot war.

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Die Tierschützer aus Leiferde stellten dann fest, dass es sich um ein Pärchen Chinesische Dreikielschildkröten handelt. Das männliche Tier lebte zwar noch, war aber in äußerst schlechter Verfassung. Auch das Weibchen war sehr unterkühlt.

Die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums sind alle fassungslos. „Wie kann man Tiere bei diesen Temperaturen aussetzen? Das ist absolute Tierquälerei, man nimmt billigend den Tod der Tiere in Kauf. Wäre der Karton nicht gefunden worden, hätten die Tiere die nächste Nacht nicht überlebt“, schreiben sie.

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NABU-Leiterin Bärbel Rogoschik erzählt, dass das Artenschutzzentrum im Dezember eine ausgesetzte 60 Gramm „schwere“ Landschildkröte aus Lehrte bekommen hatte. Ein normales Entkommen sei zu dieser Jahreszeit für Reptilien unmöglich.

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Im Januar sei dann ein in Neubrück aufgefundener Glanzsittich nach Leiferde gekommen. Rogoschik hat eine üble Vorahnung: „Ich hoffe mal nicht, dass es sich hier um den Beginn einer größeren Welle an ausgesetzten Tieren handelt, die zu Corona-Zeiten angeschafft wurden, um die Langeweile zu vertreiben. Mal sehen, wie es kommen wird, wenn wir wieder normale Verhältnisse haben und reisen dürfen. Ich sehe dem mit großer Skepsis entgegen“. (ck)