Harz 

Harz: Schlummert hier ein Schatz im Teich? Für VW könnte er besonders wertvoll sein

Schlummert hier im Harz etwa ein wertvoller Schatz?
Schlummert hier im Harz etwa ein wertvoller Schatz?
Foto: picture alliance / dpa | Swen Pförtner

Goslar. Schlummert da etwa ein Schatz in einem Teich im Harz?

Irgendwie schon! Denn im Bergeteich in Goslar im Harz haben Wissenschaftler etwas Wertvolles entdeckt. Es handelt sich dabei zwar nicht um Diamanten, Gold oder Silber – aber um einen anderen Rohstoff, von dem Autobauer wie VW profitieren könnten.

Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe haben jetzt diese besondere Entdeckung gemacht – und im Labor schon erste Erfolge gefeiert!

Harz: Dieser Teich-Schatz könnte auch eine gute Nachricht für VW sein

Die Elektromobilität ist weltweit und auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Der Wolfsburger Autobauer VW hat im vergangenen Jahr trotz Corona-Krise den Startschuss für die eigene E-Offensive gegeben. Seither bringt Volkswagen ein Elektromodell nach dem anderen auf den Markt. Die Pläne sind groß, die Ziele hoch gesteckt.

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Das sind VW's Elektro-Pläne:

  • Volkswagen investiert rund 35 Milliarden Euro
  • 2025 will VW weltweit mehr als eine Million E-Autos pro Jahr verkaufen
  • bis 2030 will der Autobauer konzernweit rund 70 reine E-Modelle planen

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Vor allem eine Sache ist für die E-Offensive von VW elementar: Batterien. Im März kündigten die Wolfsburger an, selbst ein eigenes, umfassendes Netz an Fabriken zur Batteriezellen-Produktion für E-Autos aufbauen zu wollen. Der Plan: Allein in Europa sollen bis Ende des Jahrzehnts sechs Gigafabriken entstehen. Klar ist aber auch, für die Herstellung von Batterien braucht es Rohstoffe.

In der Batterie für den ID.3 von VW stecken beispielsweise verschiedenste Elemente wie Lithium, Graphit, Mangan, Kupfer, Nickel und eben Kobalt. Letzteres wird primär in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen.

Über die Hälfte des abgebauten Kobalts stammt von dort – der überwiegende Teil aus dem industriellen Tagebau. VW kritisiert die Bedingungen des dortigen Abbaus, vor allem unter Umwelt-, Sozial- und Sicherheitsaspekten. Doch benötigt wird der Rohstoff zur Zeit dennoch für die Batterie-Produktion.

Kobalt für Batterien bald aus dem Harz?

Und genau deshalb könnte die Nachricht aus dem Harz eine gute für Volkswagen sein. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass sich Kobalt aus Bergbaurückständen im Harz gewinnen lässt. Möglich macht das das so genannte Biolaugung-Verfahren.

Wissenschaftler der TU Clausthal gehen davon aus, dass in den Rückständen im Bergeteich Bollerich rund 1.221 Tonnen Kobalt enthalten sein sollen. Es werde derzeit an einem Gesamtkonzept für das Gebiet gearbeitet, um mögliche Rohstoffe zu gewinnen.

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Das wäre auch eine gute Nachricht für Volkswagen und andere Autobauer, die auf Elektro setzen. Nichtsdestotrotz hat sich VW nach eigenen Angaben aber auf die Fahne geschrieben, die kritischen Rohstoffe in den kommenden Jahren zu reduzieren. Allein die benötigte Menge Kobalt will VW nach eigenen Angaben in den nächsten drei bis vier Jahren deutlich runterfahren.

Möglich machen sollen das Batterietechnologien der Zukunft, an denen die Wolfsburger gerade forschen. Auch eine Idee: Den Anteil an Altbatterien steigern, entweder durch Weiternutzung oder durch Recyceln der enthaltenen Rohstoffe. Mehr zum Thema Ressourcen und Rohstoffabbau bei VW findest du HIER. (abr mit dpa)

Ein Auto, für das Volkswagen den Rohstoff aus dem Bergeteich im Harz gebrauchen könnte, ist der ID.8, der schon in den Startlöchern stehen soll. Wie das Modell aussehen könnte, siehst du HIER.