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Harz wappnet sich – und auch Urlauber müssen sich DARAUF einstellen: „Könnte abschrecken“

Harz wappnet sich – und auch Urlauber müssen sich DARAUF einstellen: „Könnte abschrecken“

© IMAGO / Fotostand

Das ist der Harz

Der Countdown läuft! Nur noch wenige Tage, dann gilt das 9-Euro-Ticket. Und das bedeutet, dass Menschen in ganz Deutschland mit dem ÖPNV und den Regionalbahnen unterwegs sein können – für nur neun Euro. Im Harz rechnet man – bei gutem Wetter – mit einem regelrechten Ansturm.

Doch so schön das auch ist, für einige Menschen im Harz und an anderen Orten in Niedersachsen könnte das auch negative Folgen haben, sagt der Niedersächsische Tourismusverband.

Harz: Mehr Tagestourismus durch das 9-Euro-Ticket?

Nordsee, Ostsee oder doch Harz? In nahezu alle Regionen kommst du ab dem 1. Juni mit dem 9-Euro-Ticket. Zwar kann die Fahrt einiges an Zeit beanspruchen, doch wenn am Ende das Meer oder unendliche Weiten im Harz stehen, nimmt man das vielleicht gerne in Kauf. Der Niedersächsische Tourismusverband vermutet, dass vor allem der Tagestourismus zwischen Küste und Harz im Sommer zu nimmt: „Bei schönem Wetter kann ich mir gut vorstellen, dass der Binnenlandtourismus massiv forciert wird“, sagt der Vorsitzende Holger Heymann.

Dagegen sei es aus seiner Sicht eher unwahrscheinlich, dass Urlauber mit Bussen und Bahnen spontan längere Aufenthalte in diesem Sommer etwa an der Nordsee und auf den Inseln ansteuern könnten – denn die meisten Ferienunterkünfte gerade an der Küste seien zur Hochsaison meist schon ein Jahr im Voraus gebucht.

Zwischen Harz und Küste: HIER sieht Heymann ein Dilemma

Heymann, der auch Landrat des Landkreises Wittmund ist, sieht in der Ausgestaltung des Angebots auch ein Dilemma. „Das 9-Euro-Ticket ist sicherlich ein guter Anreiz dafür, dass Menschen, die sonst nicht den ÖPNV und SPNV nutzen, mehr darauf zurückgreifen.“ Bereits jetzt sei an dem Buchungsverhalten abzuleiten, dass die Nachfrage nach dem ab Juni geltenden Angebot „extrem hoch“ sei. Gleichzeitig liege darin aber auch ein Problem. „Wenn man so eine hohe Nachfrage erzeugt, haben wir natürlich überfüllte Busse und Bahnen, was gerade die Menschen, die diese Verkehrsmittel ohnehin nutzen, abschrecken könnte.“ Auch neue Gäste könnten wegen fehlender Kapazitäten dann womöglich fern bleiben.

„Vor diesem Hintergrund hätte ich mir gewünscht, dass die Bundesregierung den Mut hat, dies dauerhaft durchzuziehen oder nach drei Monaten dieser Probephase zu der Erkenntnis kommt, das hat sich gelohnt, das ist die Zukunft der Mobilität“, sagt der SPD-Politiker.

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9-Euro-Ticket allein reicht nicht – auch DARAUF komme es an

Der TVN-Vorsitzende betonte zudem, dass es neben dem attraktiven Preisangebot mit dem 9-Euro-Ticket bei der Tourismusmobilität auch auf das Angebot und die Taktung der Reisemöglichkeiten ankomme. Im ländlichen Raum fehle oft ein ausgebauter Nahverkehr. „Wenn wir ein geniales Busangebot vor Ort bieten könnten, wäre auch die Chance groß, dass die Spontanreisenden mit diesen Verkehrsmitteln anreisen.“

Auch Urlauber mit längeren Aufenthalten könnten ihre Unterkünfte dann eher nach den Anreisemöglichkeiten mit dem ÖPNV-Anbindung auswählen. Heymann sieht beim Ausbau des klimafreundlichen Nahverkehrs neben den Kommunen auch die Bundesregierung in der Pflicht. (dpa/abr)

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