Niedersachsen 

Hannover: Sohn lässt Mutter (93) elendig verhungern – dieses Urteil kassiert er dafür

Ein Mann hat seine Mutter verhungern lassen. Dafür musste er sich jetzt vor dem Amtsgericht in Hannover verantworten. (Symbolbild)
Ein Mann hat seine Mutter verhungern lassen. Dafür musste er sich jetzt vor dem Amtsgericht in Hannover verantworten. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Olaf Döring

Hannover. Grausame Familientragödie in Hannover.

Ein Sohn (74) hat seine 93-jährige Mutter einsam und elendig in ihrer Wohnung verhungern lassen. Jetzt hat er sich für seine Tat vor dem Amtsgericht Hannover verantwortet.

Hannover: Sohn lässt seine Mutter (93) verhungern

Im Dezember 2016 hatte der 74-Jährige seine demenzkranke Mutter aus einer Seniorenresidenz in Hannover in ihre eigene Wohnung zurückgebracht, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Eine Versorgung durch einen Pflegedienst gab es nicht, der Sohn lebte in Hamburg und kam nur zeitweise nach Hannover.

Im Juni 2017 starb die Frau, stark ausgetrocknet. Die Seniorin wog zum Zeitpunkt ihres Todes nur noch 26 Kilogramm. Ein halbes Jahr zuvor hatte sie noch 38,2 Kilogramm gewogen.

Am Dienstag verurteilte das Amtsgericht Hannover den 74-Jährigen, der auch gerichtlich bestellter Betreuer der Frau war. Er erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung durch Unterlassen und Aussetzung in minder schweren Fällen.

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Die anstrengende Leistung der Betreuung könne zu Überforderung führen, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag.

Der Mann habe seine Mutter in einer hilflosen Lage im Stich gelassen, obwohl er ihre Lage eigentlich habe verbessern wollen. Der Verteidiger sprach sich für eine Bewährungsstrafe von nicht über einem Jahr aus. (vh mit dpa)