Niedersachsen 

Flughafen Hannover: Airline streicht Flüge – diese Flieger wirst du erstmal nicht mehr sehen

Am Flughafen Hannover werden bis mindestens Oktober keine Belavia-Maschinen mehr landen. (Symbolbild)
Am Flughafen Hannover werden bis mindestens Oktober keine Belavia-Maschinen mehr landen. (Symbolbild)
Foto: dpa

Hannover. Flugzeuge einer bestimmten Airline wirst du am Flughafen Hannover erstmal nicht mehr sehen.

Die staatliche belarussische Fluggesellschaft Belavia stellt ihre Flüge von und nach Hannover zunächst ein.

Flughafen Hannover: Belavia stellt Flüge ein

Hintergrund ist der Konflikt um die erzwungene Landung einer Ryanair-Passagiermaschine in Minsk. Belavia hat alle Flüge nach Deutschland eingestellt – auch Hannover wird ab sofort nicht mehr angeflogen.

Die Flüge wurden vorerst bis Ende Oktober ausgesetzt. Die Tickets könnten zurückgegeben oder umgetauscht werden, hieß es von Belavia.

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Logische Reaktion eigentlich. Denn die EU hatte zuvor entschieden, künftig keine Starts und Landungen von belarussischen Fluggesellschaften und keine Überflüge mehr zu erlauben. Mehrere europäische Länder hatten seit Anfang der Woche bereits Verbote ausgesprochen. Nun legte Belavia selbst nach.

Die Flugverbote sind eine Reaktion auf die Zwangslandung einer Ryanair-Maschine am Sonntag in Minsk, die von einem Kampfjet des Typs MiG-29 auf den Boden gebracht wurde. Belarus zwang das Flugzeug zur Landung, um Gegner von Machthaber Alexander Lukaschenko festzunehmen. An Bord der Maschine waren der Blogger und politische Aktivist Roman Protassewitsch und seine Freundin Sofia Sapega. Beide wurden festgenommen.

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Vier Tage nach der Festnahme durfte Protassewitsch seine Anwältin sehen. „Alles ist gut, er ist guter Dinge, positiv und fröhlich“, sagte sie der unabhängigen Nachrichtenagentur Belapan am Donnerstagabend. Aus Verschwiegenheitsgründen könne sie nicht mehr sagen.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz äußerte die Erwartung, dass Putin sich für die Freilassung von Roman Protassewitsch einsetze. „Meine Erwartung an den Kreml vor dem Treffen mit dem belarussischen Diktator Alexander Lukaschenko ist klar: Moskau darf diesen ungeheuerlichen Akt der Luftpiraterie nicht ignorieren“, sagte Scholz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte den Westen unterdessen vor einer „Dämonisierung“ von Belarus. (ck/dpa)