Salzgitter 

Salzgitter: Mann fährt 23.000 Kilometer mit dem Fahrrad – er hat ein klares Ziel

Recai Pak radelt
Recai Pak radelt
Foto: Schon 7000 Kilometer bewältigte Recai Pak mit seinem Fahrrad. Jetzt legt er in seiner Heimat Salzgitter einen Zwischenstopp ein. Seine Tour ist definitiv noch nicht beendet.

Salzgitter. Schon seit über vier Monaten ist Recai Pak mit seinem Fahrrad unterwegs und hat dabei bereits 7.000 Kilometer hinter sich gebracht. Jetzt ist er für einen Zwischenstopp in seiner Heimatstadt Salzgitter angekommen.

Von Salzgitter aus soll die Tour noch viele Kilometer weiter gehen. Der 46-Jährige will auf seiner Reise mit dem Rad die „orientalische, türkische und anatolische Kultur mit der Geschichte der Wanderwege vorstellen“ und somit Vorurteile und Missverständnisse abbauen.

Recai Pak ist stolz auf Salzgitter ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­– „Ich erzähle gerne von den Beziehungen hier.“

Zu Salzgitter hat Recai Pak eine ganz besonders tiefe Verbindung. Geboren und aufgewachsen ist der 46-Jährige in Salzgitter Lebenstedt. „Bis zu meinem 21. Lebensjahr war hier mein absoluter Lebensmittelpunkt“, verrät er im Interview. Zum Studium zog es ihn dann in die Welt hinaus.

Doch Salzgitter ist für ihn nicht nur deshalb ein besonderer Ort. Recai Pak, der nach eigenen Angaben schon fast überall in Deutschland gewohnt hat, findet, dass Salzgitter ein besonders positives Beispiel für ein interkulturelles Miteinander ist. „Salzgitter ist eine wunderschöne Mischung, in der sich die deutsche und die türkische Gesellschaft in der Arbeit, in Freundschaften, im Kindergarten, in der Familie, im Garten und am See treffen. Ich erzähle gerne von diesen Beziehungen hier.“

Der Ingenieur will bis Mitte Februar in Salzgitter bleiben, um sich und sein Fahrrad bereit für die nächsten Etappen zu machen. Für Recai Pak stehen medizinische Tests an, das Fahrrad hat ausgedient und wird ersetzt.

Auf den bereits 7.000 gefahrenen Kilometern hat Recai Pak schon Einiges erlebt

Seitdem er im August 2020 startete, hat der Fahrrad-Liebhaber schon so einige Länder durchquert. Unter anderem ging es für ihn dabei durch Slowenien, Serbien, Bulgarien und die Türkei.

„Ich habe die europäischen Menschen kennengelernt.“, berichtet er. Dabei gab es sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen. Wenn er nichts zum Essen und Trinken hatte, haben viele der Menschen es auf seinem Weg großzügig mit ihm geteilt.

Doch nicht jedes Zusammentreffen war angenehm. „Wir haben auch rassistische Begegnungen gehabt, das muss man schon ganz ehrlich sagen.“

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Die nächsten Etappen sind schon geplant

Mitte Februar soll es für Recai Pak wieder losgehen. Zunächst fliegt er nach Gaziantep in der südlichen Türkei. Von dort steuert er mit dem Fahrrad das Ziel Istanbul an.

Von Istanbul will der 47-Jährige wiederum nach Ulaanbaatar, die Hauptstadt der Mongolei, fliegen. Dort liegt der Ursprung der Turkvölker, zu denen auch die Türken zählen. Durch die Wüste Gobi soll sein Fahrrad Recai Pak in die Grenzregion nach Sibirien bringen. Insgesamt 17.000 weitere Kilometer sind geplant.

Seine Tour fährt Recai Pak zwar ohne Begleitung, aber alleine ist er deswegen noch lange nicht. Es Team von etwa 35 Leuten unterstützt den 46-Jährigen bei der Planung und Durchführung. Unter ihnen befinden sich Technik- und Wetterspezialisten, Historiker und viele weitere ehrenamtliche Helfer. Sie alle unterstützen das Anliegen der interkulturellen Verständigung.

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Mit Blick auf seine bevorstehende Reise hat Recai Pak einen ganz besonderen Wunsch. „Es wird Zeit, dass wir Kulturen Rücken an Rücken stehen. Die Herausforderungen werden in der Zukunft nicht weniger.“ (cm)