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VW: Bei diesem Thema wird ein Vorstand ganz deutlich – „Nein, das reicht nicht“

VW: Im Interview findet Thomas Schmall deutliche Worte. (Archivbild)
VW: Im Interview findet Thomas Schmall deutliche Worte. (Archivbild)
Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau

Salzgitter. Seit Anfang 2021 ist Thomas Schmall Technikvorstand bei VW. Er soll den deutschen Autobauer erfolgreich ins rein elektrische Zeitalter führen.

Einer der Punkte auf seiner Agenda ist der Bau einer Zellfabrik in Salzgitter für mehrere Hunderttausend E-Autos von VW pro Jahr. Im Interview mit der „WirtschaftsWoche“ spricht er über Produktionen und Kapazitäten für die nächsten Jahre. Bei einem Thema wird er besonders deutlich.

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VW: Milliardeninvestition in Fabrik in Salzgitter

2025 soll in Salzgitter die neue Gigafactory in Serienproduktion gehen. Wann dafür der erste Spatenstich für den Bau des milliardenschweren Vorhabens erfolgt, ist jedoch noch nicht klar. Der Bau der Fabrik ist ein weiterer Schritt von VW in die Zukunft, in der der Autobauer nur noch auf Elektroautos statt auf Verbrennungsmotoren setzen will.

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Die VW-Marken:

  • Audi
  • Bentley
  • Ducati
  • Lamborghini
  • MAN
  • Porsche
  • Scania
  • Volkswagen
  • Volkswagen Nutzfahrzeuge

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Wie Thomas Schmall im Interview verrät, will VW sich mit dem Schritt, den Bau der Elektrozellen selbst zu übernehmen, ein Stück weit unabhängig von Zulieferern und Fremdfirmen manchen. „Unser Hauptantrieb ist, dass wir den technologischen Kern unserer künftigen Produkte selbst beherrschen wollen.“

VW: Andere Hersteller haben einen Vorsprung

Ein nobler Ansatz, doch um technisch mit der Konkurrenz aus Asien gleichzuziehen, braucht es noch seine Zeit. „Die heutigen Marktführer aus Asien haben vor 15 bis 20 Jahren angefangen, Lithium-Ionen-Zellen im großen Stil für mobile Anwendungen wie das Elektroauto herzustellen. Natürlich ist der Vorsprung groß. Aber er ist nicht uneinholbar. 20 Jahre klingt viel, aber wir müssen nicht alle Erfahrungen und Fehler selbst machen, die andere gemacht haben. An der einen oder anderen Stelle können wir hoffentlich weiter oben an der Lernkurve einsteigen“, zeigt sich Schmall jedoch zuversichtlich.

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In einer ersten Ausbaustufe plant VW, Zellen im Umfang von 20 Gigawattstunden in der neuen Fabrik in Salzgitter zu fertigen. Doch das ist noch nicht alles: „Wir halten Kapazitäten für eine zweite Ausbaustufe von ebenfalls 20 Gigawattstunden vor. 40 Gigawattstunden reichten dann für etwa 700.000 mittelgroße reine E-Autos“, so Thomas Schmall gegenüber der „WirtschaftsWoche“.

VW: „Nein, das reicht nicht“

Was nach hohen Einstiegszahlen klingt, ist jedoch erst ein Anfang. Das ist auch dem Vorstand von VW bewusst. „Um ihrer nächsten Frage vorzugreifen: Nein, das reicht nicht, um den kompletten künftigen Bedarf des VW-Konzerns an Batteriezellen zu decken“, gibt Schmall zu.

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In den kommenden Jahren wird der Autobauer für seine E-Autos auf einen Mix aus importierten Gütern und eigens gebauten Zellen setzen. Dennoch zeigt sich Thomas Schmall zuversichtlich, was den schnellen Ausbau weiterer Produktionsstätten angeht. „Wir werden in den kommenden Jahren zusätzlich auch weiterhin Zellen zukaufen, und wir werden gemeinsam mit Partnern weitere Zellfabriken in Europa bauen“, heißt es von ihm abschließend im Interview. (cm)