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VW: IG Metall geht Schritt auf Herbert Diess zu – zum letzten Mal

Für Herbert Diess heißt es jetzt nochmal alles geben, um Konzern-Chef zu bleiben. (Archivbild)
Für Herbert Diess heißt es jetzt nochmal alles geben, um Konzern-Chef zu bleiben. (Archivbild)
Foto: IMAGO / Sven Simon

Wolfsburg. Eine Chance gibt’s noch, danach ist Feierabend für VW-Chef Diess. Zumindest aus Sicht der IG Metall.

Denn die ist seit dem von VW angekündigten Stellenabbau sauer. Jetzt muss Diess sich nicht nur gegenüber der IG Metall beweisen.

VW: Zeit der Illusionen laut IG Metall vorbei

Letzte Woche war es soweit: Der Umbau des VW-Vorstands wurde beschlossen. Jetzt heißt es für Herbert Diess sich zu beweisen, wenn er Konzern-Chef bleiben will.

„Das ist jetzt noch mal ein letzter Versuch der Zusammenarbeit“, verkündet der IG Metall Vorsitzende Jörg Hofmann gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Wir tun das in der Hoffnung, dass seine erratischen Ausbrüche ein Ende finden.“ Wenn nicht, werde man sich dem Thema neu stellen müssen. „Ich mache mir da keine Illusionen.“

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Die VW-Chefs (1948 - 2018):

  • Herbert Diess (seit 2018)
  • Matthias Müller (2015 - 2018)
  • Martin Winterkorn (2007 - 2015)
  • Bernd Pischetsrieder (2002 - 2006)
  • Ferdinand Piëch (1993 - 2002)
  • Carl Hahn (1982 - 1992)
  • Toni Schmücker (1975 - 1981)
  • Rudolf Leiding (1971 - 1975)
  • Kurt Lotz (168 - 1971)
  • Heinrich Nordhoff (1948 - 1968)

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Der Konflikte spitzte sich allmählich zu. Ein ausschlaggebender Punkt waren die angeblichen Äußerungen von Diess zu dem umfangreichen Stellenabbau, der möglicherweise kommen könnte.

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Klar, dass da die Gewerkschafter ihre Ohren spitzen. Es hagelte scharfe Kritik vom Betriebsrat.

IG Metall fordert offene Kommunikation

Nach einem mehrwöchigen Machtkampf mit Teilen des Aufsichtsrats beschloss das Kontrollgremium aber am 9. Dezember, dass Diess sein Amt behält.

Allerdings wird im neuen Jahr der Leiter der Kernmarke Volkswagen, Ralf Brandstätter, in den Vorstand aufrücken. Diess Aufgaben ändern sich also ein wenig. Er soll sich bald mehr um strategische Themen kümmern.

Hofmann, der stellvertretender Vorsitzender des VW-Aufsichtsrats ist, sagte dazu: „Wenn Herbert Diess das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender nach vorne entwickeln will, muss er sich da beweisen.“ Man könne die Vergangenheit nicht ausradieren. Trotzdem sei es für VW jetzt die richtige Lösung, „dass wir als Arbeitnehmer einen Grundkonflikt mit den Anteilseignern vermeiden konnten und fürs Erste mit Herrn Diess weitermachen“.

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Weitere VW-Themen:

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Dessen strategische Kompetenz sei unumstritten, aber das allein sei nicht genug für einen Vorstandsvorsitzenden, sagte Hofmann. „In meinem Verständnis gehört dazu auch eine Fähigkeit, die Mannschaft zu begeistern. Das macht man nicht über Twitter oder Linkedin, sondern durch gute und verbindliche Kommunikation.“

Jetzt muss Diess nur noch beweisen, dass er auch diese Kompetenz beherrscht. (mbe/dpa)