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VW: Droht die „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ unter den Mitarbeitern? Personal-Chef mit offenen Worten

VW: Die Erfolgsgeschichte des Autobauers

VW: Die Erfolgsgeschichte des Autobauers

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Wolfsburg. Es ist gewissermaßen das „Buzzword“ der Stunde. In vielen Konzernen und Unternehmen wird über das so genannte „New Normal“ diskutiert – also über den neuen Alltag nach den krassen Corona­-Einschränkungen. Auch bei VW ist das Thema längst auf dem Tisch – und vielen Beschäftigen werden zum Beispiel mittlerweile großzügige Home-Office-Regelungen angeboten.

Dabei schauen die Mitarbeiter am Band natürlich komplett in die Röhre. In der Produktion ist und war das Arbeiten von zu Hause nie eine Option. Droht also jetzt die Zwei-Klassen-Gesellschaft bei VW? In einem Podcast verrät Personalchef Gunnar Kilian, was auf die Mitarbeiter zukommen könnte.

VW: Home-Office Regelungen führen zu Diskussionen

„Wir haben unsere Regelung zur mobilen Arbeit noch einmal überarbeitet und haben gesagt: ‚Bis zu vier Tage‘“, erklärt Kilian im Podcast „Rethink Work“ des „Handelsblatts“. „Das ist eine sehr weitgehende Regelung, wir setzen aber darauf, dass das individuell in den Teams nach den Bedürfnissen […] geregelt wird“, so der Personalchef weiter.

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In der Praxis sieht es dann so aus, dass manche Mitarbeiter mal zwei, drei Tage die Woche aus dem Home-Office arbeiten dürfen, andere die wollen vier. „Ich glaube die eine pauschale Antwort [gibt es nicht]“, so Kilian. „Das hängt auch stark von der Frage ab: In welchem Bereich bin ich tätig?“

Produktions-Mitarbeiter profitieren nicht von Home-Office-Regeln bei VW

Das führt zu einem gewissen Ungleichgewicht – und das bekommen allen voran die Mitarbeiter in der Produktion zu spüren. „Natürlich kann ich, wenn ich in der Produktion tätig bin, keine mobile Arbeit machen“, sagt der Personalchef. Kein Wunder, dass das in der Vergangenheit schon VW-intern zu einiger Diskussion geführt hat.

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Es könnte allerdings zumindest ein kleines Licht am Ende des Tunnels für die Produktions-Mitarbeiter in Sicht sein. „Wir arbeiten stetig daran […], dass wir auch in der Produktion, dort wo möglich, schauen, wie können wir ein Stück weit mehr Flexibilität […] realisieren“, sagt Kilian im Handelsblatt-Podcast. Daneben schaue der Konzern aber auch, wie man die Themen Führung und Zufriedenheit in der Produktion stärken könne.

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Dazu habe VW auch ein Programm aufgesetzt, mit dem auch individuell auf die Bedürfnisse der Produktions-Mitarbeiter eingegangen werden könne. Wie das im konkreten Fall aussehe, bleibt erst einmal abzuwarten. Sicher ist nur eines: Vom Home-Office profitieren auch in Zukunft nur die Beschäftigen im Büro. (bp)