Salzgitter 

Salzgitter: Mysteriöse Knubbel stehen überall in der Stadt – das steckt dahinter

In Salzgitter stehen noch an vielen Stellen solche „Knubbel“. Was dahinter steckt, verraten wir dir hier. (Montage)
In Salzgitter stehen noch an vielen Stellen solche „Knubbel“. Was dahinter steckt, verraten wir dir hier. (Montage)
Foto: imago/blickwinkel/Rudolf Karliczek/Montage news38

Salzgitter. Wer mit offenen Augen durch Salzgitter geht, der wird so manch Interessantes entdecken. Denn überall in der Stadt steht Geschichte – man muss nur genau hinsehen.

Egal, ob in Barum, Beddingen, Beinum oder am Rangierbahnhof Geitelde in Salzgitter – du kannst sie überall entdecken. Auch in anderen Städten wie in Braunschweig. Und zwar in Form von „Knubbeln“.

Manch einer in Stein gehalten, andere wiederum mit auffälliger Gestaltung, wie zum Beispiel in der Peiner Straße in Braunschweig. Dort steht der „Knubbel“ nämlich im Fliegenpilz-Look. Doch so spaßig, wie der steinerne Fliegenpilz anmutet, ist die Geschichte dahinter nicht.

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Salzgitter: Das steckt hinter den „Knubbeln“

Denn diese Geschichte liegt Jahrzehnte zurück, verankert im Krieg. Braunschweig gehörte nämlich mit dem Salzgittergebiet zu 61 Luftschutzorten, die seinerzeit als besonders gefährdet eingeschätzt wurden.

Entweder aufgrund ihrer strategischen Bedeutung oder als Standort rüstungsrelevanter Produktion, heißt es auf der Seite der Stadt Braunschweig.

Ein Grund dafür, dass Braunschweig und Salzgitter bombensichere und gasdichte Luftschutzbunker bekamen.

Doch nicht nur das. Auch sogenannte Splitterschutzzellen wurden errichtet. Diese wurden auch als Einmannbunker, Luftschutzzellen, Brandwachenstände oder Beobachtungsbunker bezeichnet. Sie schützten diejenigen, die sich in den meist engen Betonröhren aufhielten, vor Splittern und Trümmern. Gegen Gas oder Bomben waren sie jedoch wirkungslos.

Hier kamen Splitterschutzzellen zum Einsatz

Eingesetzt wurden die Splitterschutzzellen beispielsweise für Brandwachen oder für Arbeiter, die ihren Arbeitsplatz nicht verlassen konnten. Also dort, wo einzelne Personen in schneller Zeit keinen geeigneten Schutzraum erreichen konnten. So wurden sie unter anderem in der Nähe zu Bahnlinien, Versorgungseinrichtungen der Wehrmacht oder anderer öffentlicher Einrichtungen aufgestellt.

Verschiedenste Firmen haben seinerzeit eben jene Bunker gebaut. Sie waren meist aus Beton oder aber komplett aus Stahl. Wie viele solcher Bunker in ganz Deutschland aufgestellt waren, ist bis heute nicht bekannt. Die Forschungsgruppe Untertage, die sich unter anderem mit den Splitterschutzzellen auseinandergesetzt hat, spricht davon, dass man von mehreren Zehntausend ausgeht.

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Während viele nach dem Krieg abtransportiert oder zerstört wurden, gibt es auch noch viele, die noch immer an ihren Plätzen verharren. In Salzgitter gibt es an einigen Plätzen noch solche Brandwachenstände zu sehen.

Vor einiger Zeit wurden beispielsweise bei Baumaßnahmen vier solcher Brandwachenstände auf dem Alstom-Gelände gefunden. Einen der Stände stellte Alstom damals dem niedersächsischen Kampfmittelbergungsdienst zur Verfügung. (abr)