Salzgitter 

Salzgitter: Rückgabeflut! Aufnahmestopp im Tierheim – „Das ist eine Ausnahmesituation“

Das Tierheim in Salzgitter bricht unter der Last der Tier-Rückgaben zusammen. Die Hundezwinger sind bereits voll, das Tierheim stößt an seine Kapazitätsgrenzen. (Symbolbild)
Das Tierheim in Salzgitter bricht unter der Last der Tier-Rückgaben zusammen. Die Hundezwinger sind bereits voll, das Tierheim stößt an seine Kapazitätsgrenzen. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Lagencia

Salzgitter. Das Tierheim in Salzgitter ist mit seinen Kapazitäten am Ende.

Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Haustieren regelrecht explodieren lassen. Jetzt sind die Inzidenzen niedrig, die Lust auf Sommer, Freizeit und Urlaub ist groß. Ein Haustier stört bei diesen Plänen allerdings meist nur.

Auf den Tier-Boom folgt die Rückgabe-Welle. Doch das Tierheim in Salzgitter schlägt Alarm – und verkündet einen Aufnahmestopp.

Salzgitter: Tierheim klagt unter Abgabewelle

In den Hochzeiten der Corona-Pandemie war die Langeweile groß. Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte waren so gut wie eingestellt, einige Arbeitnehmer kamen aufgrund von Home-Office kaum noch aus der eigenen Wohnung. Hund, Katze, Meerschweinchen und Co. schienen für viele Menschen in dieser Zeit die ideale Begleitung.

Doch nach Lockdown um Lockdown herrscht im Sommer bei sinkenden Inzidenzen wieder ein fast vergessenes Gefühl von Urlaubslust. Aber, wohin mit den Vier- und Zweibeinern, die im Lockdown gegen die Langeweile angeschafft wurden? Nicht immer haben sich die Besitzer offenbar Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn Corona wieder abflaut.

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Im Tierheim Salzgitter ist die Konsequenz der spontanen Tieradoptionen schon jetzt deutlich spürbar. Es sei zu einer Abgabewelle gekommen, die man in diesem Maße nur selten erlebt habe. Schon jetzt sei der Hundezwinger voll, und die Tierschützer gehen davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Wochen im Zuge der Reisewellen noch verschärft. Schließlich starten die Sommerferien in Niedersachsen erst am 22. Juli.

„Leider haben sich viele Menschen während des Corona-Lockdowns Tiere unüberlegt beim Züchter oder über Kleinanzeigenportale angeschafft“, sagt von Tierheimleiterin Friederike Maibaum. Jetzt stellten viele fest, dass sie mit den Tieren überfordert seien.

Das Tierheim in Salzgitter ist mit seiner Situation ein Paradebeispiel für die bevorstehende Not der Tierheime in Deutschland. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes erklärte in einer Pressemitteilung, die aktuelle Situation lasse ihn mit Sorge in die Zukunft blicken: . „Auch wenn Tierheime bisher nur vereinzelt mit vermehrten Abgaben zu kämpfen haben, rechnen sie in der kommenden Zeit mit einer Flut von Neuaufnahmen. Die Kapazitäten könnten dann irgendwann erschöpft sein.“

Tierheim Salzgitter: „Wir stoßen an unsere Kapazitätsgrenzen“

17 Hunde, 74 Katzen, davon 45 Kitten, sowie 25 Kleintiere wie Kaninchen, Ratten oder Vögel sind derzeit im Tierheim in Salzgitter untergebracht. „Wir stoßen damit an unsere Kapazitätsgrenzen“, klagt die Tierheim-Chefin.

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Für die Helfer ist die angespannte Lage in Folge der Corona-Situation besonders ärgerlich. Denn eigentlich sei man ohnehin mit der Versorgung von beschlagnahmten Tieren, beispielsweise aus illegalem Welpenhandel, genug ausgelastet. Nun drohen massenweise Corona-Rückgaben.

Die Konsequenz: Annahmestopp. Im Regelfall habe es im Sommer auch immer Pensionsplätze für Hunde, Katzen und Kleintiere gegeben. Dieses Jahr ist das im Tierheim Salzgitter unvorstellbar. Bis auf weiteres könne man weder Abgabe- noch Pensionstiere annehmen. „Das ist eine Ausnahmesituation“, schildert Maibaum. (dav)