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Eintracht Braunschweig in Aue: Daniel Meyer kehrt zurück – „Hinterher ist man immer schlauer“

Daniel Meyer kehrt am Sonntag mit Eintracht Braunschweig nach Aue zurück. Der ehemalige Trainer der „Veilchen“ will beim Wiedersehen aber keine Geschenke verteilen.
Daniel Meyer kehrt am Sonntag mit Eintracht Braunschweig nach Aue zurück. Der ehemalige Trainer der „Veilchen“ will beim Wiedersehen aber keine Geschenke verteilen.

Braunschweig/Aue. Dem Trainer von Eintracht Braunschweig steht ein ganz besonderes Spiel bevor. Daniel Meyer kehrt mit Eintracht Braunschweig zurück an seine alte Wirkungsstätte.

Die Löwen gastieren am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim FC Erzgebirge Aue. Zwar denkt Meyer an seine Zeit in Aue ganz ohne Verbitterung zurück. Die Vergangenheit holt ihn bei seiner Rückkehr mit Eintracht Braunschweig aber trotzdem wieder ein.

Eintracht Braunschweig zu Gast bei Erzgebirge Aue

„Es ist das erste Mal, dass ich seit der Trennung nach Aue zurückkehre. Ich freue mich darauf und bin sehr entspannt. Emotionaler wäre es sicherlich in einem vollen Stadion gewesen – auch um zu erleben, wie die Fans reagiert hätten“, sagt der ehemalige Chefcoach der „Veilchen“, der seit Sommer auf der BTSV-Trainerbank sitzt.

Am 19. August 2019 trennten sich die Wege von Meyer und dem FC Erzgebirge. Eine Begründung blieben damals beide Seiten schuldig. Weil die Auer mit sechs Punkten aus drei Spielen gut in die Saison gestartet waren, kochten die Gerüchte hoch.

„Auslöser war Unglücksfall in meiner Familie“

„Der Auslöser war tatsächlich der Unglücksfall in meiner Familie. Sonst wäre man zu diesem Zeitpunkt nie an die Schwelle einer Trennung gekommen. Aus heutiger Sicht war die Kommunikation damals suboptimal“, erklärt Meyer rückblickend. Aus der familiären Perspektive sei es aber der richtige Weg gewesen. „Das war auch mit dem Klub so abgesprochen“, sagt der 41-Jährige.

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Auch zu Aue-Boss Helge Leonhardt pflegt Meyer damals wie heute „ein ganz normales Verhältnis“, wie der Eintracht-Coach betont. „Der Präsident war quasi fester Bestandteil des Kaders und der Kultur in Aue. Er war fast täglich auf dem Trainingsplatz präsent, es gab immer einen engen Austausch.“ Spekulationen über Differenzen bei der Trainingsgestaltung gegen Ende seiner Amtszeit im Erzgebirge wurden laut Meyer „eher von Dritten außerhalb herangetragen“.

Aue bleibt drin: Meyer macht's möglich

Meyer hatte die Auer im Sommer 2018 als Cheftrainer übernommen und nach einem schwierigen Start am Ende der Saison 2018/19 zum Klassenverbleib geführt. Der Fußball-Lehrer wollte nicht nur die Mannschaft weiterentwickeln, sondern auch den Club voranbringen.

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Diverse Missstände sprach Meyer öffentlich an – nicht immer zum Gefallen der Vereinsführung. „Wenn man es mit der Wirtschaft vergleicht, ist man als Cheftrainer leitender Angestellter. Mein Anspruch war auch schon in Aue, kein Verwalter zu sein, sondern eine Entwicklung einzuleiten“, sagt Meyer.

„Hinterher ist man immer schlauer, ob es der richtige Weg war, gewisse Dinge öffentlich zu sagen. Ich glaube aber, dass schon während meiner Zeit in Aue der Grundstein dafür gelegt wurde, dass sich der Verein inzwischen nicht mehr nur mit dem Abstieg beschäftigen muss.“

Löwen und Veilchen trennen sieben Punkte

Vor dem Duell am Sonntag liegen sieben Punkte zwischen beiden Teams. Während der FC Erzgebirge mit 19 Zählern auf dem sechsten Tabellenplatz rangiert, stehen Meyers Braunschweiger mit zwölf Punkten an 15. Position. „Wir sind gerade so im Soll, aber aufgrund des Abstandes zum Mittelfeld sind alle Sinne geschärft“, meint der Eintracht-Coach.

Trotz einiger Verletzungssorgen und der Tatsache, dass Abwehr-Neuzugang Brian Behrendt von Arminia Bielefeld in Aue noch nicht spielberechtigt ist, will Meyer an seiner alten Wirkungsstätte punkten: „Dafür werden wir viel Aufwand betreiben müssen. Wir werden sicherlich nicht kommen und Hurra-Fußball veranstalten.“ (dpa/ck)